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@@ -565,7 +565,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
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<line tab="1"/>Mein Schatten soll Ihnen Rö– schiken ich bin froh mich Ihnen als Physiognom nur im Profil zeigen zu dürfen, von meinem Brustbild machte Ihnen die <aq>Güte Ihres Herzens</aq> eine viel zu vortheilhafte Zeichnung. Dafür bin ich aber Herz genug gewesen, das Ihrige an meine Lippen zu drüken u: einen Wunsch gen Himmel zu schiken, den Mann von Angesicht zu sehen, mit dem ich einen Briefwechsel scheüe, bis ich ihn inniger u: vertrauter – führen kann – das heißt bis Ihre <aq>gute</aq> Meynung von mir nicht mehr Vortheil ist.
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<line tab="1"/>Mein Schatten soll Ihnen Rö– schiken ich bin froh mich Ihnen als Physiognom nur im Profil zeigen zu dürfen, von meinem Brustbild machte Ihnen die <ul>Güte Ihres Herzens</ul> eine viel zu vortheilhafte Zeichnung. Dafür bin ich aber Herz genug gewesen, das Ihrige an meine Lippen zu drüken u: einen Wunsch gen Himmel zu schiken, den Mann von Angesicht zu sehen, mit dem ich einen Briefwechsel scheüe, bis ich ihn inniger u: vertrauter – führen kann – das heißt bis Ihre <ul>gute</ul> Meynung von mir nicht mehr Vortheil ist.
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<line tab="1"/>Ich bin den Armen eines Vaters entschlüpft, der so redlich dachte als Sie, obgleich nicht so aufgeklärt. Seyen Sie mein Vater! Lenz.
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@@ -601,7 +601,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
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<line tab="1"/>2. Worte! – Nur Ihr seyt m: Herzen nahe, kommt mir aber kommt mir allein – wenn ichs Euch sagen werde bis auf Basel entgegen: Ich gedenke, so Gott u: m. Gesundheit will in 4. Wochen abzureisen. <nr extent="4"></nr> bin ich solche Freunde zu haben – doch ist mir bange, Kinder, daß Ihr Waßer aus der Dürre, u: Leben von dem Todten erwartet – o wie tief unter aller Erwartung bin ich – ob’s falsche oder wahre Bescheidenheit uns – oder <ul>Wahrheit</ul> sey, werdet Ihr sehen. Doch bring ich Euch ein redlich offenes Herz, das eures schrecklich gern kennt – giebt durchs Empfangen u: empfängt durchs Geben –
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<line tab="1"/><ul>Lentz</ul> bey Dir also steig ich ab – bey Dir leb’ u: wes’ ich, aber ach! Nur einen Tag u. einen Sonntag – Sagen darf ich’s hoff’ ich <ul>Dir</ul> o daß ich vor einigem Wiederwillen <nr> </nr> würde, wenn Du etwas mehr als Teller Waßer, Gabel u. Löfel – um meinetwillen auf Deinen Tisch legen würdest. <ul>Goethe</ul> – will mich auch bey sich haben – in Erfurth – thu, was du willst – ihn fortzureitzen: doch wär’ ich vielleicht der <ul>Schwächere</ul> Straßburger Freunde wagts – denen ich <ul>Freyheitsgeist</ul> mitbringen mögte, <nr ></nr> – doch thue was du willst. Gott stärke dich Du edler Schwacher! Es ist eine der bittet, daß dein Glaube nicht abnehme u: der ist mehr als L–
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<line tab="1"/><ul>Lentz</ul> bey Dir also steig ich ab – bey Dir leb’ u: wes’ ich, aber ach! Nur einen Tag u. einen Sonntag – Sagen darf ich’s hoff’ ich <ul>Dir</ul> o daß ich vor einigem Wiederwillen krank würde, wenn Du etwas mehr als Teller Waßer, Gabel u. Löfel – um meinetwillen auf Deinen Tisch legen würdest. <ul>Goethe</ul> – will mich auch bey sich haben – in Erfurth – thu, was du willst – ihn fortzureitzen: doch wär’ ich vielleicht der <ul>Schwächere</ul> Straßburger Freunde wagts – denen ich <ul>Freyheitsgeist</ul> mitbringen mögte, chenirt – doch thue was du willst. Gott stärke dich Du edler Schwacher! Es ist einer der bittet, daß dein Glaube nicht abnehme u: der ist mehr als L–
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<letterText letter="33">
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@@ -1105,7 +1105,8 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
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<letterText letter="51"><page index="1"/>
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<line tab="1"/>Hier hast Du die Seele m: Seele – die immer geheime Triebfeder alles deßen was gut u: wirksam an mir ist – ohne die ich als ein kalter toter Klumpe dahinfallen würde, der nur die Erde zu beschweren nicht aber zu beglüken im Stande ist, mit der ich, wenn ich eine Weile lieber Flamman so weit ich reichen kann ausgebreitet vor ihr gern als ausgebrante Asche hinsinken will, glüklich genug m: Zeitraum hindurch von ihr erwärmt worden zu seyn. Sie kann mehrere so Erwärmte so begeistert haben, aber niemand mit der ungetheilten Empfindung als mich. Ich kenne auf der Welt nicht’s Schöneres als Sie, ein Gedanke an ihr ist mir Belohnung, der ich nichts auf der Welt zu vergleichen weiß. Und so gehen alle meine Arbeiten so ruhig so heiter, so frey von andern Leidenschaften, u: doch so munter u: voll der großen Hoffnung irgend einmahl ihren Beyfall zu erhalten – Ach L.! wie glücklich! wenn der Zustand dauern könnte. Wenigstens will ich mich durch meine Handlungen auch des Vorzugs würdig machen, sie geliebt zu haben u: ihr nicht Ursache geben darüber zu erröthen –
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<line tab="1"/>Doch wenn Du nicht m: Unglück willst, schweige, sie ist in einer Lage u: unter Menschen, wo diese Gedanken selber zu denen sie weiter nicht die geringste Gelegenheit gegeben, aber dadurch daß sie so vollkommen ist, ihr zum äußersten Nachtheil ausgelegt werden würde.
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<line tab="1"/>Mit allen Talenten geschmükt die das weibliche Herz nur bilden können, sie spricht 5. Sprachen, auch das Latein sie macht zeichnet als eine Meisterin, sie spielt den Flügel treflich, sie tanzt, reitet jetzt sogar – u: hat täglich alle ihre Sunden so eingetheilt – daß keine Minute unangewendet bleibt. –Und diese tiefe Empfindung von Religion – von Familien Banden – von freundschaftlichen Verhältnißen – selbst fast zu partheyische Vaterlandsliebe. Ich werde Dir einmal einige ihrer Brfe lesen die ich erbeütet habe (ich habe m: Freundin einige durch besondere Wege gestolen) sie schreibt gern u: immer aus Bedürfniß sich mitzutheilen, nie aus kalt erschriebner Höflichkeit oder eigennuzer Veranlaßungen ehe sie m: Namen wußte u: die zuerst m: ganze Seele ausgespannt ein solches Frauenzimmer von Angesicht zu sehen. Mehr als 4 Wochen habe ich eine andere überall für sie angesehen, weil ich nicht Gelegenheit hatte in ihre Gesellschaft zu kommen. So wenig war es körperlicher Reiz allein der mich feßelte, hätte sie in der Marke einer Olinde gestekt, ich würde sie verehrt haben. Wie sehr wünsche ich Du kämest nach Strasburg u: hättest Gelegenheit wie sie Dir – denn nicht fehlen kann sie zu sehen u: zu sprechen. Eben höre ich daß Göethe nach Italien gereist sey, für die Wahrheit dieses Gerüchs kann ich nicht stehen. Seye daran was es wolle, was er thut ist mir immer recht, ich erwarte nächstens schriftliche Nachrichten davon – Viel u: mancherley Weh ruht an diesem Herzen
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<line tab="1"/>Mit allen Talenten geschmükt die das weibliche Herz nur bilden können, sie spricht 5. Sprachen, auch das Latein sie macht zeichnet als eine Meisterin, sie spielt den Flügel treflich, sie tanzt, reitet jetzt sogar – u: hat täglich alle ihre Sunden so eingetheilt – daß keine Minute unangewendet bleibt. – Und diese tiefe Empfindung von Religion – von Familien Banden – von freundschaftlichen Verhältnißen – selbst fast zu partheyische Vaterlandsliebe. Ich werde Dir einmal einige ihrer Brfe lesen die ich erbeütet habe (ich habe m: Freundin einige durch besondere Wege gestolen) sie schreibt gern u: immer aus Bedürfniß sich mitzutheilen, nie aus kalt erschriebner Höflichkeit oder eigennuzer Veranlaßungen ehe sie m: Namen wußte u: die zuerst m: ganze Seele ausgespannt ein solches Frauenzimmer von Angesicht zu sehen. Mehr als 4 Wochen habe ich eine andere überall für sie angesehen, weil ich nicht Gelegenheit hatte in ihre Gesellschaft zu kommen. So wenig war es körperlicher Reiz allein der mich feßelte, hätte sie in der Marke einer Olinde gestekt, ich würde sie verehrt haben. Wie sehr wünsche ich Du kämest nach Strasburg u: hättest Gelegenheit wie sie Dir – denn nicht fehlen kann sie zu sehen u: zu sprechen.
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<line tab="1"/>Eben höre ich daß Göethe nach Italien gereist sey, für die Wahrheit dieses Gerüchs kann ich nicht stehen. Seye daran was es wolle, was er thut ist mir immer recht, ich erwarte nächstens schriftliche Nachrichten davon – Viel u: mancherley Weh ruht an diesem Herzen
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<letterText letter="52"><page index="1"/><align pos="center"><note>Königs Brief an Madame Hess vom 14. Juni 1775 enthält folgende Notiz. „Lentz hat mir auch geschrieben; die Achtung von Herder u seiner Frau rührt ihn gar sehr, er sagt mir“:</note></align>
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@@ -1120,11 +1121,21 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
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<letterText letter="54"><page index="1"/>
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<line tab="1"/><aq>vous pouvez vous fier a ma parole d’honneur que ladite feuille ne sera jamais publiée avec ma bonne volonté. Aussi n’etoit elle ecrite qu’ après le point de vue d’une grande partie de vos lecteurs, dont les caquets au sujet de vous et de vos ecrits ne parviennent jamais jusqu’a vous. Je n’aurois pas crú, que cela pourroit te faire quelque peine, je ne te l’ ai communiqué que pour sonder tes façons d’envisager ces choses lá, pour pouvoir a l’ avenir dire quelque chose de plus raisonnable la dessuzis. Voila mes intentions, j’ai tout employé de supprimer cela et je te puis assurer d’ avance qu’il ne verra jamais le jour. Nous en parlerons davantage.</aq>
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<line tab="1"/><aq>vous pouvez vous fier a ma parole d’honneur que ladite feuille ne sera jamais publiée avec <ul>ma bonne volonté.</ul> Aussi n’etoit elle ecrite qu’ <ul>après le point de vue d’une grande partie de vos lecteurs, dont</ul> les caquets au sujet de vous et de vos ecrits ne parviennent jamais jusqu’a vous. Je n’aurois pas crú, que cela pourroit te faire quelque peine, je ne te l’ ai communiqué que pour sonder tes façons d’envisager ces choses lá, pour pouvoir a l’ avenir dire quelque chose de plus raisonnable la dessuzis. Voila mes intentions, <ul>j’ai tout employé de</ul> supprimer cela et je te puis <ul>assurer d’ avance</ul> qu’il ne verra jamais le jour. Nous en parlerons davantage.</aq>
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<line type="break"/><align pos="right">Le.</align>
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<sidenote pos="left" page="1" annotation="Am linken Rande, vertikal"><aq>Remerciemens pour la peine que vous vous etes donnée avec les Lindaviana</aq></sidenote>
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<page index="2"/>
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<note>linke Spalte</note>
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<line type="break"/><hand ref="12"><!-- Wie kann ich zwei Hände markieren, wenn das Element <hand> nur eine Referenz vorsieht? --> <pe><del>Eulenspiegel
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<line type="break"/>Wurstfresser aus dem Scheishaus.
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<line type="break"/><ul>Piphahn.</ul>
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<line type="break"/>Margaretlin Madre de tuti I Santi
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<line type="break"/><ul>Galloch Schalloch</ul>
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<line type="break"/>Leisekentritt. Schleicher.
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<line type="break"/>Lasueangel. Laus. Angel.
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<line type="break"/>Hengst mensch von einer Prinzeß
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<note>rechte Spalte</note>
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<line type="break"/>Eulenspiegel
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<line type="break"/>Fotzenhut
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<line type="break"/>Dreckfincke
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<line type="break"/>Saumagen
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@@ -1140,13 +1151,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
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<line type="break"/>Schlinschlanschlodi, kommt von Akademien
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<line type="break"/>Metze Magen Regenwurm
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<line type="break"/>Ganz Magen
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<line type="break"/>Wurstfresser aus dem Scheishaus.
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<line type="break"/><ul>Piphahn.</ul>
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<line type="break"/>Margaretlin Madre de tuti I Santi
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<line type="break"/><ul>Galloch Schalloch</ul>
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<line type="break"/>Leisekentritt. Schleicher.
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<line type="break"/>Lasueangel. Laus. Angel.
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<line type="break"/>Hengst mensch von einer Prinzeß</pe></hand>
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</pe></hand>
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</letterText>
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<letterText letter="55"><page index="1"/><align pos="center"><note>Luise Königs Hand:</note></align>
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<app ref="4">
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Zürich, Zentralbibliothek, FA Lav. Ms. 590. Anh. II, Exzerpte von zg. Hand aus Briefen von
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Johann
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Caspar Lavater an Johann Gottfried Röderer; S. 3–5 die Abschrift eines ungedruckten Briefs
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(Ende Mai
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1774), dessen Original verschollen ist.
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Caspar Lavater an Johann Gottfried Röderer, S. 3–5.
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</letterTradition>
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@@ -251,7 +249,7 @@
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<letterTradition letter="39">
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<app ref="4">
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Freye/Stammler Bd. 1, S. 81f. Zürich, Zentralbibliothek, FA Lav. Ms. 572, Nr. 19: Abschrift von Lavaters oder anderer zg.
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Freye/Stammler Bd. 1, S. 81f. Der handschriftliche Teil nach: Zürich, Zentralbibliothek, FA Lav. Ms. 572, Nr. 19, Abschrift von Lavaters oder anderer zg.
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Hand mit dem Zusatz „Z. den 2. Sept. 1774.“; „auf graubläuliches Papier gedrucktes Rundschreiben“ (Stöber 1874, S. 82).
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</app>
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</letterTradition>
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@@ -345,7 +343,7 @@
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<letterTradition letter="54">
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<app ref="4">
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Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, GSA 25/XXXIV,9,4, Bl. 4–6. Die Außenseiten des gefalteten Quartblattes wurden von Goethe und Johann Heinrich Merck für ein Personenregister zu „Hanswursts Hochzeit“ verwendet.
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Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, GSA 25/XXXIV,9,4, Bl. 4–6. Die Außenseiten des gefalteten Quartblattes wurden für ein Personenregister zu „Hanswursts Hochzeit“ verwendet.
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</app>
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<app ref="11">
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<line tab="1"/>Sie können sich auf mein Ehrenwort verlassen, dass besagtes Blatt niemals mit meiner Zustimmung
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Reference in New Issue
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