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@@ -2151,16 +2151,16 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
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<letterText letter="127"><page index="1"/> <letterText letter="127"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Mit Schimpf u. Schande, lieber Lenz, schicke ich Euch so spät und doch nur einige Bogen Deiner Komödie und noch ohne Geld. An demselben Tage, da sie mir kamen, kam Dein Brief, daß die La Roche v. Rochau werden sollte u. Du siehst selbst, Bruder, die Ändrung ist nicht möglich. Welcher Wahn oder Argwohn ists auch ändern zu wollen, als einer so weit hergesuchten Ursach. Wie die Ia Roche erscheint, ists ja wie ein Engel u. was gehört der andre hieher ? Nothfalls laß mich zeugen u. es bei ihr verantworten: das ganze Ding müßt umgedruckt werden u. welcher Kerl thut das? Dazu hab ichs (um nicht neu Gerede zu erwecken) durch einen andern (Zimmermann) besorget: daher die Trödelei, darüber ich mich genug geärgert habe. Der Kerl von Buchh. wollts nicht vor der Meße erscheinen laßen u. dazu hatte er wohl Recht: im Grunde war mir das auch lieb, <del>aber</del> mit den letzten Bogen sollst Du gewiß das Geld haben, den Bogen 2. Duk. so hab ichs <insertion pos="top">ihm</insertion> gegeben. Ich ärgere mich, daß ich in der ersten Kommission so läßig bestehe, liegt aber nicht an mir. <line tab="1"/>Mit Schimpf u. Schande, lieber Lenz, schicke ich Euch so spät und doch nur einige Bogen Deiner Komödie und noch ohne Geld. An dem selben Tage, da sie mir kamen, kam Dein Brief, daß die la Roche Rochau werden sollte u. Du siehst selbst, Bruder, die Ändrung ist nicht möglich. Welcher Wahn oder Argwohn ists auch ändern zu wollen, als einer so weit hergesuchten Ursach. Wie die la Roche erscheint, ists ja wie ein Engel u. was gehört der andre hieher ? Nothfalls laß mich zeugen u. es bei ihr verantworten: das ganze Ding müßt umgedruckt werden u. welcher Kerl thut das? Dazu hab ichs (um nicht neu Gerede zu erwecken) durch einen andern (Zimmermann) besorget: daher die Trödelei, darüber ich mich genug geärgert habe. Der Kerl von Buchh. wollts nicht vor der Meße erscheinen laßen u. dazu hatte er wohl Recht: im Grunde war mir das auch lieb, <del>aber</del> mit den letzten Bogen sollst Du gewiß das Geld haben, den Bogen 2. Duk. so hab ichs <insertion pos="top">ihm</insertion> gegeben. Ich ärgere mich, daß ich in der ersten Kommißion so läßig bestehe, liegt aber nicht an mir.
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<line tab="1"/>Dank für Deine Kantate u. für Dein Wort über meine Apokalypse. Jedes Wort von Dir ist mir wahrhaftig Laut des Geistes, Zittern des großen Sensoriums auf Einer Saite. Auch Deine unorthodoxe Kantate hat uns enzückt. Mein Weib liebt dich 3.fach als Bruder u. mein Kleiner grinzt den Namen Lenz, wenn ich ihm Dein Schattenbild zeige, mit einem so feinen Ton aus, wie Du seyn mußt. <line tab="1"/>Dank für Deine Kantate u. für Dein Wort über meine Apokalypse. Jedes Wort von Dir ist mir wahrhaftig Laut des Geistes, Zittern des grossen Sensoriums auf Einer Saite. Auch Deine unorthodoxe Kantate hat uns enzückt. Mein Weib liebt dich 3.fach als Bruder u. mein Kleiner grinzt den Namen Lenz, wenn ich ihm Dein Schattenbild zeige, mit einem so feinen Ton aus, wie Du seyn mußt.
<line tab="1"/>Die Zurückziehung aus Gött. ist wahre Gotteserrettung. Den Tag, da die zweite Antwort aus London kam (mich ging die Sache von Anfang nicht an u. ich wünschte, daß sie zurückginge) kam mir Göthens Brief aus Weimar zur dortigen Gener.-Superint. Der Herzog hat feierlich bei mir angefragt, ich sage Ja u. nun stockts wieder stockts! Gott wird mir helfen. <line tab="1"/>Die Zurückziehung aus Gött. ist wahre Gotteserrettung. Den Tag, da die zweite Antwort aus London kam (mich ging die Sache von Anfang nicht an u. ich wünschte, daß sie zurückginge) kam mir Göthens Brief aus Weimar zur dortigen Gener.-Superint. Der Herzog hat feierlich bei mir angefragt, ich sage Ja u. nun stockts wieder stocks! Gott wird mir helfen.
<line tab="1"/>Und Du, was zitterst Du, wie ein Irrlicht zu erlöschen. In Dir ist wahrlich Funke Gottes, der nie verlöscht u. verlöschen muß. Glaube! <line tab="1"/>Und Du, was zitterst Du, wie ein Irrlicht zu erlöschen. In Dir ist wahrlich Funke Gottes, der nie verlöscht u. verlöschen muß. Glaube!
<line tab="1"/>Ach u. schriebst Du mir doch manchmal ein <line tab="1"/>Ach u. schriebst Du mir doch manchmal ein
<page index="3"/>Wort, was Du machtest, würktst, dichtetst, sorgtst. Wie gern wollt ich Dir näher leben. Auch sehn wir uns einmal wahrlich! <page index="3"/>Wort, was Du machtest, würktst, dichtetst, sorgtst. Wie gern wollt ich Dir näher leben. Auch sehn wir uns einmal wahrlich!
<line tab="1"/>Ehgestern ging ich an meine Urkunde in Druck u. Nebel; am Tage da Dein Brief kam. Er <del>zer</del> schoß einen Stral hindurch! Gebe Gott daß ich thue, was ich thun soll. <line tab="1"/>Ehgestern ging ich an meine Urkunde in Druck u. Nebel; am Tage da Dein Brief kam. Er <del>zer</del> schoß einen Stral hindurch! Gebe Gott, daß ich thue, was ich thun soll.
<line tab="1"/>Hast Du die Meinungen des Layen geschrieben? Ich bitte Dich um Deines Herzens willen, sag mir. <line tab="1"/>Hast Du die Meinungen des Layen geschrieben? Ich bitte Dich um Deines Herzens willen, sag mir.
<line tab="1"/>Gott mit Uns dort am Ufer des Rheins u. hier am Bach Krith, wo die Raben mich hacken statt mich zu ernähren. Schadt aber nichts und wird helfen! <line tab="1"/>Gott mit Uns dort am Ufer des Rheins u. hier am Bach Krith, wo die Raben mich hacken statt mich zu ernähren. Schadt aber nichts u. wird helfen!
<line type="break" /><align pos="right">H.</align> <line type="break" /><align pos="right">H.</align>
<line type="break" />9. Mz. <line type="break" />9. Mz.
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@@ -2191,12 +2191,11 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<line tab="1"/>O wie theuer mir Dein Bild ist, Du Einziger der meinen Schmerz nicht entehrt. Es soll mich so wie das ihrige bis ans Ende der Erde begleiten. Deins u <ul><aq>Goethens</aq></ul> <line tab="1"/>O wie theuer mir Dein Bild ist, Du Einziger der meinen Schmerz nicht entehrt. Es soll mich so wie das ihrige bis ans Ende der Erde begleiten. Deins u <ul><aq>Goethens</aq></ul>
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<letterText letter="130"><page index="1"/>Den 11ten Merz 76. <letterText letter="130"><page index="1"/>D 11ten Merz 76.
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<line tab="1"/>Wie wär es bester Freund! wenn Sie Die Freunde machen den Philosophen dem Herrn Leibarzt Zimmermann gäben (der mich schon darum angesprochen), daß er Sie bey Reichen in <line tab="1"/>Wie wär es bester Freund! wenn Sie Die Freunde machen den Philosophen dem Herrn Leibarzt Zimmermann gäben (der mich schon darum angesprochen), daß er Sie bey Reichen in Leipzig noch auf die Ostermesse könnte drucken lassen. Von dem Honorario gäb er Ihnen soviel für Ihren Freund Herr Hellwieg ab, als ihm der Druck der Wolken gekostet, <ul>„zugleich</ul> <ul>versprächen Sie ihm aufs heiligste ein ander Stück</ul> <ul>von mir das vielleicht gegen Michael fertig wird</ul> <ul>gewiß, kann ich sagen, da es nur noch an der letzten Hand fehlt die ich dran lege“</ul>
<line type="break"/>Leipzig noch auf die Ostermesse könnte drucken lassen. Von dem Honorario gäb er Ihnen soviel für Ihren Freund Herr Hellwieg ab, als ihm der Druck der Wolken gekostet, <ul>„zugleich</ul> <ul>versprächen Sie ihm aufs heiligste ein ander Stück</ul> <ul>von mir das vielleicht gegen Michael fertig wird</ul> <ul>gewiß, kann ich sagen, da es nur noch an der letzten Hand fehlt die ich dran lege“</ul> <line tab="1"/>Es wäre mir aus Ursachen die auch Herr Leibarzt Zimmermann weiß lieber Die Freunde diese Ostern in Leipzig erscheinen zu sehen überdem muß ich Ihnen aufrichtig gestehen daß ich gegenwärtig durch Schulden und andere wunderbare Verwickelungen mich in einer Geldnoth befinde die <ul>üble Folgen</ul> auf mein ganzes künftiges Schicksal haben könnte. Umarmung.
<line tab="1"/>Es wäre mir aus Ursachen die auch Herr Leibarzt Zimmermann weiß lieber die Freunde diese Ostern in Leipzig erscheinen zu sehen überdem muß ich Ihnen aufrichtig gestehen daß ich gegenwärtig durch Schulden und andere wunderbare Verwickelungen mich in einer Geldnoth befinde die <ul>üble Folgen</ul> auf mein ganzes künftiges Schicksal haben könnte. Umarmung.
<line type="break" /><align pos="center">Lenz.</align> <line type="break" /><align pos="center">Lenz.</align>
<line type="break" /><align pos="right"><aq>verte</aq></align> <line type="break" /><align pos="right"><aq>verte</aq></align>
<sidenote pos="left" page="1" annotation="am linken Rand der ersten Seite, vertikal"> <sidenote pos="left" page="1" annotation="am linken Rand der ersten Seite, vertikal">
@@ -2208,13 +2207,14 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<line tab="1"/>Womit habe ich es bey Ihnen verdient Sie so dreist mit meinen Commissionen zu beschweren. Sie einen Mann im Amt, <line tab="1"/>Womit habe ich es bey Ihnen verdient Sie so dreist mit meinen Commissionen zu beschweren. Sie einen Mann im Amt,
<page index="3"/>ein wirksames Glied des Staats mit den Commissionen eines Ebentheurers. Doch hoffe ich wird es Sie <ul>am Ende</ul> nicht gereuen, sich mit mir abgegeben zu haben. <page index="3"/>ein wirksames Glied des Staats mit den Commissionen eines Ebentheurers. Doch hoffe ich wird es Sie <ul>am Ende</ul> nicht gereuen, sich mit mir abgegeben zu haben.
<line tab="1"/>Ihr Musäum dürfen Sie nur dem ersten besten Buchhändler herschicken, für den Abg<tl></tl> stehe ich Ihnen. Etwa Herrn <ul>Stein</ul> oder Herrn <ul>Bauer</ul> oder beyden, zugleich legen Sie noch einige Anzeigen für die auf dem Lande und in den andern Städten von Elsaß befindliche dabey, auch für Mümpelgard die Schweitz hinunter wo ich überall Zusammenhang habe. <line tab="1"/>Ihr Musäum dürfen Sie nur dem ersten besten Buchhändler herschicken, für den Abg<tl></tl> stehe ich Ihnen. Etwa Herrn <ul>Stein</ul> oder Herrn <ul>Bauer</ul> oder beyden, zugleich legen Sie noch einige Anzeigen für die auf dem Lande und in den andern Städten von Elsaß befindliche dabey, auch für Mümpelgard die Schweitz hinunter wo ich überall Zusammenhang habe.
<line tab="1"/>Auch dafür werde ich Sie künftig schon mit mehrerem versorgen. Keine Erzehlung wie Zerbin aber ein kleiner Roman in Briefen von mehreren Personen, der einen wunderbaren Pendant zum Werther geben dürfte. Doch ist alles dies nur noch Entwurf. Von Fremden aber hab ich manche interessante Aufsätze liegen. Melden Sie mir doch gütigst mehr literarische Neuigkeiten. <line tab="1"/>Auch dafür werde ich Sie künftig schon mit mehrerem versorgen. Keine Erzehlung wie Zerbin aber ein kleiner Roman in Briefen von mehreren Personen, der einen wunderbaren Pendant zum Werther geben dürfte. Doch ist alles dies nur noch Entwurf. Von Fremden aber hab ich manche interessante Aufsätze liegen. Melden Sie mir doch gütigst mehr literarische Neuigkeiten
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<line type="break" /><align pos="center"><note>Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel:</note></align>
<line type="break"/><address>Herrn <line type="break"/><address>Herrn
<line type="break"/>Herrn Staabssekretär <line type="break"/>Herrn Staabssekretär
<line type="break"/><ul>Boje</ul> <line type="break"/><ul>Boje</ul>
<line type="break"/>in <ul>Hannover</ul> <line type="break"/>in <ul>Hannover.</ul>
<line type="break"/>abzugeben im <ul>Churhut</ul> bey der Post.</address> <line type="break"/>abzugeben im <ul>Churhut</ul> bey der Post.</address>
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@@ -2241,15 +2241,15 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<letterText letter="133"><page index="1"/> <letterText letter="133"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Ich bin in der größten Verbüsterung herzlich geliebter innig geschätzter Mann! wegen einer Reise zu der ich mich über Hals und Kopf anschicken muß und auf der ich auch Sie zu sprechen und zu umarmen hoffe <line tab="1"/>Ich bin in der größten Verbüsterung herzlich geliebter innig geschätzter Mann! wegen einer Reise zu der ich mich über Hals und Kopf anschicken muß und auf der ich auch Sie zu sprechen und zu umarmen hoffe
<line tab="1"/>Daß mir Ihr Brief Vergnügen und welches er mir gemacht könnte ich Ihnen doch jetzt nicht gleich so sagen wie ich es wünsche. Bey meiner Jugend Schwachheit und Thorheit führt mir der Himmel doch immer weise reiffe und grosse Freunde zu die mich wieder auf die Beine bringen. <line tab="1"/>Daß mir Ihr Brief Vergnügen und welches er mir gemacht könnte ich Ihnen doch jetzt nicht gleich so sagen wie ich es wünschte. Bey meiner Jugend Schwachheit und Thorheit führt mir der Himmel doch immer weise reiffe und grosse Freunde zu die mich wieder auf die Beine bringen.
<line tab="1"/>Für all die Nachrichten die den Grund meines Herzens interessiren danke tausendfach. Wenn ich von heut über acht Tagen nicht bey Ihnen bin, so schicken Sie mir, ich bitte, nur unter Adresse der Jgfr. König die versprochenen Manuskripte auch wenn es seyn kann das Kupfer, es soll gleich wieder zurück. <line tab="1"/>Für all die Nachrichten die den Grund meines Herzens interessiren danke tausendfach. Wenn ich von heut über acht Tagen nicht bey Ihnen bin, so schicken Sie mir, ich bitte, nur unter Adresse der Jgfr. König die versprochenen Manuskripte auch wenn es seyn kann das Kupfer, es soll gleich wieder zurück.
<line tab="1"/>Mir gehts wie Ihnen, ich bin arm wie eine Kirchenmaus, von verschiedenen Sachen die theils unter der Presse theils noch in Goethens Händen sind, hab ich gar keine Abschrift; die andern sind noch nicht gestaltete Embryonen denen ich unterwegs Existenz geben will. <line tab="1"/>Mir gehts wie Ihnen, ich bin arm wie eine Kirchmaus, von verschiedenen Sachen die theils unter der Presse theils noch in Goethens Händen sind, hab ich gar keine Abschrift. Die andern sind noch nicht gestaltete Embryonen denen ich unterwegs Existenz geben will.
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<line tab="1"/>Meine Gemählde sind alle noch ohne Styl sehr wild und nachlässig aufeinander gekleckt, haben bisher nur durch das Auge meiner Freunde gewonnen. Mir fehlt zum Dichter Musse und warme Luft und Glückseeligkeit des Herzens das bey mir tief auf den kalten Nesseln meines Schicksals halb im Schlamm versunken liegt und sich nur mit Verzweiflung emporarbeiten kann. <line tab="1"/>Meine Gemählde sind alle noch ohne Styl sehr wild und nachlässig aufeinander gekleckt, haben bisher nur durch das Auge meiner Freunde gewonnen. Mir fehlt zum Dichter Musse und warme Luft und Glückseeligkeit des Herzens das bey mir tief auf den kalten Nesseln meines Schicksals halb im Schlamm versunken liegt und sich nur mit Verzweiflung emporarbeiten kann.
<line tab="1"/>Alles das muß gut seyn, weil es mir in jenem geheimen Rath oben so zugesprochen ward. Ich murre nicht, habe auch nicht Ursach, weil ich alles das mir selber zugezogen. Vielleicht schreibe ich in dem ersten Augenblick wahrer Erholung eine Catharina von Siena mit ganzem Herzen die schon in meiner <aq>pia mater</aq> fertig, aber noch nicht geschrieben ist <line tab="1"/>Alles das muß gut seyn, weil es mir in jenem geheimen Rath oben so zugesprochen ward. Ich murre nicht, habe auch nicht Ursach, weil ich alles das mir selber zugezogen. Vielleicht schreibe ich in dem ersten Augenblick wahrer Erholung eine Catharina von Siena mit ganzem Herzen die schon in meiner <aq>pia mater</aq> fertig, aber noch nicht geschrieben ist
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<line tab="1"/>Aber Sie Sie und alles was werth ist kann ich schätzen, kann ich mit ungeschwächten Nerven fühlen und das ist mein Vorzug mein Glück und mein Hochmuth. <line tab="1"/>Aber Sie Sie und alles was werth ist kann ich schätzen, kann ich mit ungeschwächten Nerven fühlen und das ist mein Vorzug mein Glück und mein Hochmuth.
<line tab="1"/>Mündlich ein mehrers. Dank für Herders Knittelverse, ich wünschte mehr in der Art von ihm zu lesen. Ihren fortgesetzten Reimhardt aber will und muß ich zu mir reissen denn auf die Art Verse bin ich nun einmahl bestürzt, da heurig die ganz ausgeglätteten neuitalienischen so Mode wurden, besonders im Merkur die mir das Herzweh machten, eine Krankheit die sonst nur Frauenzimmer haben wenn ein unausgefülltes Leere in ihrer Brust ist. Sonst liebe Wieland von Herzen wegen seiner Jugendsünden und bitte mir sein Drama aus. Wohl ihm wenn er mit Goethen zusammen schmilzt. <line tab="1"/>Mündlich ein mehrers. Dank für Herders Knittelverse, ich wünschte mehr in der Art von ihm zu lesen. Ihren fortgesetzten Reimhardt aber will und muß ich zu mir reissen denn auf die Art Verse bin ich nun einmahl bestürzt, da heurig die ganz ausgeglätteten neuitalienischen so Mode wurden, besonders im Merkur die mir das Herzweh machten, eine Krankheit die sonst nur Frauenzimmer haben wenn ein unausgefülltes Leere in ihrer Brust ist. Sonst liebe Wieland von Herzen wegen seiner Jugendsünden und bitte mir sein Drama aus. Wohl ihm wenn er mit Goethen zusammenschmilzt.
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<line tab="1"/>D. 14ten Merz. <line tab="1"/>D. 14ten Merz.
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@@ -2259,6 +2259,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<line tab="5"/>Ich fühle dich zu sehr, um jetzt nicht stumm zu seyn.</sidenote> <line tab="5"/>Ich fühle dich zu sehr, um jetzt nicht stumm zu seyn.</sidenote>
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<line type="break" /><align pos="center"><note>Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel:</note></align>
<line type="break"/><address>Herrn <line type="break"/><address>Herrn
<line type="break"/>Herrn <dul>Merk</dul> <line type="break"/>Herrn <dul>Merk</dul>
<line type="break"/>in <ul>Darmstadt.</ul></address> <line type="break"/>in <ul>Darmstadt.</ul></address>
@@ -2268,7 +2269,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
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<line type="break" /><align pos="center">Den 15ten Merz</align> <line type="break" /><align pos="center">Den 15ten Merz</align>
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<line tab="1"/>Eine Reise deren Folgen für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen Sie zu beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er <ul>für die Soldaten</ul> versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter <ul>dem Couvert</ul> <ul>des Herrn Merk in Darmstadt</ul> mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte es auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Ostern bekannt machen müßte. <line tab="1"/>Eine Reise deren Folgen für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen Sie zu beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er <ul>für die Soldaten</ul> versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter <ul>dem Couvert des Herrn Merk in Darmstadt</ul> mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte es auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Oster<tl></tl> bekannt machen müßte.
<line tab="1"/>Ich brauche Geld nöthiger als das Leben und das zu einem entscheidenden Augenblick der hernach nicht wiederkommt. Könnt ich auch für die andere Piece etwas vorausbezahlt bekommen von der Ihnen Boje gesagt haben wird so geschäh mir <ul>auf ewig</ul> eine Wohlthat. Ich bin auf der Hälfte des Weges der meine Laufbahn endet und komme zu kurz. Helfen Sie! <line tab="1"/>Ich brauche Geld nöthiger als das Leben und das zu einem entscheidenden Augenblick der hernach nicht wiederkommt. Könnt ich auch für die andere Piece etwas vorausbezahlt bekommen von der Ihnen Boje gesagt haben wird so geschäh mir <ul>auf ewig</ul> eine Wohlthat. Ich bin auf der Hälfte des Weges der meine Laufbahn endet und komme zu kurz. Helfen Sie!
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<line type="break" /><align pos="right">Ihrem</align> <line type="break" /><align pos="right">Ihrem</align>

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Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana, Sammlung Autographa 1, Nr. 9. Textverlust durch Ausriss. Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana, Sammlung Autographa 1, Nr. 9. Textverlust durch Ausriss. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „St“; unentzifferter Vermerk; Stempel „DEKEHL“, rotes Siegel.
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@@ -852,14 +852,14 @@
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Jugenheim, Privatbesitz. Jugenheim, Privatbesitz. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „Plouv“; rotes Siegel.
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<letterTradition letter="134"> <letterTradition letter="134">
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Berlin, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft, Slg. Weinhold, Nr. Berlin, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft, Slg. Weinhold, Nr.
792. 792. Textverlust durch Ausriss. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „St“; „üFürth“, „4“, unentzifferter Vermerk; Stempel „DEKEHL“, rotes Siegel.
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