From c5fea735144b3cbc3f8dda78eb989d32440820a0 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: gbabelo <123087977+gbabelo@users.noreply.github.com> Date: Fri, 6 Mar 2026 10:46:37 +0100 Subject: [PATCH] bis 134 korr --- data/xml/briefe.xml | 33 +++++++++++++++++---------------- data/xml/traditions.xml | 6 +++--- 2 files changed, 20 insertions(+), 19 deletions(-) diff --git a/data/xml/briefe.xml b/data/xml/briefe.xml index dccb201..10b4f61 100644 --- a/data/xml/briefe.xml +++ b/data/xml/briefe.xml @@ -2151,16 +2151,16 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. – -Mit Schimpf u. Schande, lieber Lenz, schicke ich Euch – so spät – und doch nur einige Bogen Deiner Komödie – und noch ohne Geld. An demselben Tage, da sie mir kamen, kam Dein Brief, daß die La Roche v. Rochau werden sollte u. Du siehst selbst, Bruder, die Ändrung ist nicht möglich. Welcher Wahn oder Argwohn ists auch ändern zu wollen, als einer so weit hergesuchten Ursach. Wie die Ia Roche erscheint, ists ja wie ein Engel u. was gehört der andre hieher –? Nothfalls laß mich zeugen u. es bei ihr verantworten: das ganze Ding müßt umgedruckt werden u. welcher Kerl thut das? Dazu hab ichs (um nicht neu Gerede zu erwecken) durch einen andern (Zimmermann) besorget: daher die Trödelei, darüber ich mich genug geärgert habe. Der Kerl von Buchh. wollts nicht vor der Meße erscheinen laßen u. dazu hatte er wohl Recht: im Grunde war mir das auch lieb, aber mit den letzten Bogen sollst Du gewiß das Geld haben, den Bogen 2. Duk. so hab ichs ihm gegeben. Ich ärgere mich, daß ich in der ersten Kommission so läßig bestehe, liegt aber nicht an mir. +Mit Schimpf u. Schande, lieber Lenz, schicke ich Euch – so spät – und doch nur einige Bogen Deiner Komödie – und noch ohne Geld. An dem selben Tage, da sie mir kamen, kam Dein Brief, daß die la Roche Rochau werden sollte u. Du siehst selbst, Bruder, die Ändrung ist nicht möglich. Welcher Wahn oder Argwohn ists auch ändern zu wollen, als einer so weit hergesuchten Ursach. Wie die la Roche erscheint, ists ja wie ein Engel u. was gehört der andre hieher –? Nothfalls laß mich zeugen u. es bei ihr verantworten: das ganze Ding müßt umgedruckt werden u. welcher Kerl thut das? Dazu hab ichs (um nicht neu Gerede zu erwecken) durch einen andern (Zimmermann) besorget: daher die Trödelei, darüber ich mich genug geärgert habe. Der Kerl von Buchh. wollts nicht vor der Meße erscheinen laßen u. dazu hatte er wohl Recht: im Grunde war mir das auch lieb, aber mit den letzten Bogen sollst Du gewiß das Geld haben, den Bogen 2. Duk. so hab ichs ihm gegeben. Ich ärgere mich, daß ich in der ersten Kommißion so läßig bestehe, liegt aber nicht an mir. -Dank für Deine Kantate u. für Dein Wort über meine Apokalypse. Jedes Wort von Dir ist mir wahrhaftig Laut des Geistes, Zittern des großen Sensoriums auf Einer Saite. Auch Deine unorthodoxe Kantate hat uns enzückt. Mein Weib liebt dich 3.fach als Bruder u. mein Kleiner grinzt den Namen Lenz, wenn ich ihm Dein Schattenbild zeige, mit einem so feinen Ton aus, wie Du seyn mußt. -Die Zurückziehung aus Gött. ist wahre Gotteserrettung. Den Tag, da die zweite Antwort aus London kam (mich ging die Sache von Anfang nicht an u. ich wünschte, daß sie zurückginge) kam mir Göthens Brief aus Weimar zur dortigen Gener.-Superint. Der Herzog hat feierlich bei mir angefragt, ich sage Ja u. nun stockts wieder – stockts! Gott wird mir helfen. +Dank für Deine Kantate u. für Dein Wort über meine Apokalypse. Jedes Wort von Dir ist mir wahrhaftig Laut des Geistes, Zittern des grossen Sensoriums auf Einer Saite. Auch Deine unorthodoxe Kantate hat uns enzückt. Mein Weib liebt dich 3.fach als Bruder u. mein Kleiner grinzt den Namen Lenz, wenn ich ihm Dein Schattenbild zeige, mit einem so feinen Ton aus, wie Du seyn mußt. +Die Zurückziehung aus Gött. ist wahre Gotteserrettung. Den Tag, da die zweite Antwort aus London kam (mich ging die Sache von Anfang nicht an u. ich wünschte, daß sie zurückginge) kam mir Göthens Brief aus Weimar zur dortigen Gener.-Superint. Der Herzog hat feierlich bei mir angefragt, ich sage Ja u. nun stockts wieder – stocks! Gott wird mir helfen. Und Du, was zitterst Du, wie ein Irrlicht zu erlöschen. In Dir ist wahrlich Funke Gottes, der nie verlöscht u. verlöschen muß. Glaube! – Ach u. schriebst Du mir doch manchmal ein -Wort, was Du machtest, würktst, dichtetst, sorgtst. Wie gern wollt ich Dir näher leben. Auch sehn wir uns einmal wahrlich! -Ehgestern ging ich an meine Urkunde in Druck u. Nebel; am Tage da Dein Brief kam. Er zer schoß einen Stral hindurch! Gebe Gott daß ich thue, was ich thun soll. +Wort, was Du machtest, würktst, dichtetst, sorgtst. Wie gern wollt’ ich Dir näher leben. Auch sehn wir uns einmal wahrlich! +Ehgestern ging ich an meine Urkunde in Druck u. Nebel; am Tage da Dein Brief kam. Er zer schoß einen Stral hindurch! Gebe Gott, daß ich thue, was ich thun soll. Hast Du die Meinungen des Layen geschrieben? Ich bitte Dich um Deines Herzens willen, sag mir. -Gott mit Uns dort am Ufer des Rheins u. hier am Bach Krith, wo die Raben mich hacken statt mich zu ernähren. Schadt aber nichts und wird helfen! +Gott mit Uns dort am Ufer des Rheins u. hier am Bach Krith, wo die Raben mich hacken statt mich zu ernähren. Schadt aber nichts u. wird helfen! H. 9. Mz. @@ -2191,12 +2191,11 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. – O wie theuer mir Dein Bild ist, Du Einziger der meinen Schmerz nicht entehrt. Es soll mich so wie das ihrige bis ans Ende der Erde begleiten. Deins u -Den 11ten Merz 76. +D 11ten Merz 76. -Wie wär’ es bester Freund! wenn Sie Die Freunde machen den Philosophen dem Herrn Leibarzt Zimmermann gäben (der mich schon darum angesprochen), daß er Sie bey Reichen in -Leipzig noch auf die Ostermesse könnte drucken lassen. Von dem Honorario gäb’ er Ihnen soviel für Ihren Freund Herr Hellwieg ab, als ihm der Druck der Wolken gekostet,
    „zugleich
    versprächen Sie ihm aufs heiligste ein ander Stück
    von mir das vielleicht gegen Michael fertig wird
    gewiß, kann ich sagen, da es nur noch an der letzten Hand fehlt die ich dran lege“
-Es wäre mir aus Ursachen die auch Herr Leibarzt Zimmermann weiß lieber die Freunde diese Ostern in Leipzig erscheinen zu sehen überdem muß ich Ihnen aufrichtig gestehen daß ich gegenwärtig durch Schulden und andere wunderbare Verwickelungen mich in einer Geldnoth befinde die
    üble Folgen
auf mein ganzes künftiges Schicksal haben könnte. Umarmung. +Wie wär’ es bester Freund! wenn Sie Die Freunde machen den Philosophen dem Herrn Leibarzt Zimmermann gäben (der mich schon darum angesprochen), daß er Sie bey Reichen in Leipzig noch auf die Ostermesse könnte drucken lassen. Von dem Honorario gäb’ er Ihnen soviel für Ihren Freund Herr Hellwieg ab, als ihm der Druck der Wolken gekostet,
    „zugleich
    versprächen Sie ihm aufs heiligste ein ander Stück
    von mir das vielleicht gegen Michael fertig wird
    gewiß, kann ich sagen, da es nur noch an der letzten Hand fehlt die ich dran lege“
+Es wäre mir aus Ursachen die auch Herr Leibarzt Zimmermann weiß lieber Die Freunde diese Ostern in Leipzig erscheinen zu sehen überdem muß ich Ihnen aufrichtig gestehen daß ich gegenwärtig durch Schulden und andere wunderbare Verwickelungen mich in einer Geldnoth befinde die
    üble Folgen
auf mein ganzes künftiges Schicksal haben könnte. Umarmung. Lenz. verte @@ -2208,13 +2207,14 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. – Womit habe ich es bey Ihnen verdient Sie so dreist mit meinen Commissionen zu beschweren. Sie einen Mann im Amt, ein wirksames Glied des Staats mit den Commissionen eines Ebentheurers. Doch hoffe ich wird es Sie
    am Ende
nicht gereuen, sich mit mir abgegeben zu haben. Ihr Musäum dürfen Sie nur dem ersten besten Buchhändler herschicken, für den Abg stehe ich Ihnen. Etwa Herrn
    Stein
oder Herrn
    Bauer
oder beyden, zugleich legen Sie noch einige Anzeigen für die auf dem Lande und in den andern Städten von Elsaß befindliche dabey, auch für Mümpelgard die Schweitz hinunter wo ich überall Zusammenhang habe. -Auch dafür werde ich Sie künftig schon mit mehrerem versorgen. Keine Erzehlung wie Zerbin aber ein kleiner Roman in Briefen von mehreren Personen, der einen wunderbaren Pendant zum Werther geben dürfte. Doch ist alles dies nur noch Entwurf. Von Fremden aber hab ich manche interessante Aufsätze liegen. Melden Sie mir doch gütigst mehr literarische Neuigkeiten. +Auch dafür werde ich Sie künftig schon mit mehrerem versorgen. Keine Erzehlung wie Zerbin aber ein kleiner Roman in Briefen von mehreren Personen, der einen wunderbaren Pendant zum Werther geben dürfte. Doch ist alles dies nur noch Entwurf. Von Fremden aber hab ich manche interessante Aufsätze liegen. Melden Sie mir doch gütigst mehr literarische Neuigkeiten +Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel:
Herrn Herrn Staabssekretär
    Boje
-in
    Hannover
+in
    Hannover.
abzugeben im
    Churhut
bey der Post.
@@ -2241,15 +2241,15 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. – Ich bin in der größten Verbüsterung herzlich geliebter innig geschätzter Mann! – wegen einer Reise zu der ich mich über Hals und Kopf anschicken muß und auf der ich auch Sie zu sprechen und zu umarmen hoffe -Daß mir Ihr Brief Vergnügen und welches er mir gemacht könnte ich Ihnen doch jetzt nicht gleich so sagen wie ich es wünsche. Bey meiner Jugend Schwachheit und Thorheit führt mir der Himmel doch immer weise reiffe und grosse Freunde zu die mich wieder auf die Beine bringen. +Daß mir Ihr Brief Vergnügen und welches er mir gemacht könnte ich Ihnen doch jetzt nicht gleich so sagen wie ich es wünschte. Bey meiner Jugend Schwachheit und Thorheit führt mir der Himmel doch immer weise reiffe und grosse Freunde zu die mich wieder auf die Beine bringen. Für all die Nachrichten die den Grund meines Herzens interessiren danke tausendfach. Wenn ich von heut über acht Tagen nicht bey Ihnen bin, so schicken Sie mir, ich bitte, nur unter Adresse der Jgfr. König die versprochenen Manuskripte auch wenn es seyn kann das Kupfer, es soll gleich wieder zurück. -Mir gehts wie Ihnen, ich bin arm wie eine Kirchenmaus, von verschiedenen Sachen die theils unter der Presse theils noch in Goethens Händen sind, hab ich gar keine Abschrift; die andern sind noch nicht gestaltete Embryonen denen ich unterwegs Existenz geben will. +Mir gehts wie Ihnen, ich bin arm wie eine Kirchmaus, von verschiedenen Sachen die theils unter der Presse theils noch in Goethens Händen sind, hab ich gar keine Abschrift. Die andern sind noch nicht gestaltete Embryonen denen ich unterwegs Existenz geben will. Meine Gemählde sind alle noch ohne Styl sehr wild und nachlässig aufeinander gekleckt, haben bisher nur durch das Auge meiner Freunde gewonnen. Mir fehlt zum Dichter Musse und warme Luft und Glückseeligkeit des Herzens das bey mir tief auf den kalten Nesseln meines Schicksals halb im Schlamm versunken liegt und sich nur mit Verzweiflung emporarbeiten kann. Alles das muß gut seyn, weil es mir in jenem geheimen Rath oben so zugesprochen ward. Ich murre nicht, habe auch nicht Ursach, weil ich alles das mir selber zugezogen. Vielleicht schreibe ich in dem ersten Augenblick wahrer Erholung eine Catharina von Siena mit ganzem Herzen – die schon in meiner pia mater fertig, aber noch nicht geschrieben ist – Aber Sie Sie und alles was werth ist kann ich schätzen, kann ich mit ungeschwächten Nerven fühlen und das ist mein Vorzug mein Glück und mein Hochmuth. -Mündlich ein mehrers. Dank für Herders Knittelverse, ich wünschte mehr in der Art von ihm zu lesen. Ihren fortgesetzten Reimhardt aber will und muß ich zu mir reissen denn auf die Art Verse bin ich nun einmahl bestürzt, da heurig die ganz ausgeglätteten neuitalienischen so Mode wurden, besonders im Merkur die mir das Herzweh machten, eine Krankheit die sonst nur Frauenzimmer haben wenn ein unausgefülltes Leere in ihrer Brust ist. Sonst liebe Wieland von Herzen wegen seiner Jugendsünden und bitte mir sein Drama aus. Wohl ihm wenn er mit Goethen zusammen schmilzt. +Mündlich ein mehrers. Dank für Herders Knittelverse, ich wünschte mehr in der Art von ihm zu lesen. Ihren fortgesetzten Reimhardt aber will und muß ich zu mir reissen denn auf die Art Verse bin ich nun einmahl bestürzt, da heurig die ganz ausgeglätteten neuitalienischen so Mode wurden, besonders im Merkur die mir das Herzweh machten, eine Krankheit die sonst nur Frauenzimmer haben wenn ein unausgefülltes Leere in ihrer Brust ist. Sonst liebe Wieland von Herzen wegen seiner Jugendsünden und bitte mir sein Drama aus. Wohl ihm wenn er mit Goethen zusammenschmilzt. D. 14ten Merz. Lenz @@ -2259,6 +2259,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. – Ich fühle dich zu sehr, um jetzt nicht stumm zu seyn. +Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel:
Herrn Herrn Merk in
    Darmstadt.
@@ -2268,7 +2269,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. – Den 15ten Merz -Eine Reise deren Folgen für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen Sie zu beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er
    für die Soldaten
versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter
    dem Couvert
    des Herrn Merk in Darmstadt
mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte es auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Ostern bekannt machen müßte. +Eine Reise deren Folgen für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen Sie zu beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er
    für die Soldaten
versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter
    dem Couvert des Herrn Merk in Darmstadt
mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte es auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Oster bekannt machen müßte. Ich brauche Geld nöthiger als das Leben und das zu einem entscheidenden Augenblick der hernach nicht wiederkommt. Könnt’ ich auch für die andere Piece etwas vorausbezahlt bekommen von der Ihnen Boje gesagt haben wird so geschäh mir
    auf ewig
eine Wohlthat. Ich bin auf der Hälfte des Weges der meine Laufbahn endet – und komme zu kurz. Helfen Sie! Ihrem diff --git a/data/xml/traditions.xml b/data/xml/traditions.xml index 855f9c6..8304e21 100644 --- a/data/xml/traditions.xml +++ b/data/xml/traditions.xml @@ -834,7 +834,7 @@ - Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana, Sammlung Autographa 1, Nr. 9. Textverlust durch Ausriss. + Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Lenziana, Sammlung Autographa 1, Nr. 9. Textverlust durch Ausriss. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „St“; unentzifferter Vermerk; Stempel „DEKEHL“, rotes Siegel. @@ -852,14 +852,14 @@ - Jugenheim, Privatbesitz. + Jugenheim, Privatbesitz. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „Plouv“; rotes Siegel. Berlin, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft, Slg. Weinhold, Nr. - 792. + 792. Textverlust durch Ausriss. Handschriftlicher Vermerk auf dem Umschlag „St“; „üFürth“, „4“, unentzifferter Vermerk; Stempel „DEKEHL“, rotes Siegel.