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@@ -1996,11 +1996,11 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
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<line tab="1"/>Daß mich Ihr gütiges, mehr als mütterlich herablassendes Zutrauen, gnädige Frau! bis zu Thränen gerührt hat, warum muß ich es Ihnen so spät sagen? Anstatt meine fürwitzigen Erkundigungen mit dem Ernst der Weisheit abzuweisen, geben Sie Ihnen mütterlich gütig nach, und beschämen auf die Art meine Dreistigkeit bis zum Verstummen. Indessen war mir alles auf der Welt an diesen Nachrichten gelegen, und ich bedaure nichts weiter, als daß ich mit Einziehung derselben bisher so saumselig gewesen. Die geringste Kleinigkeit von Ihnen und Ihrer würdigen Familie Umständen, ist mir von jeher äußerst wichtig gewesen; nur waren die Nachrichten, die ich, als ein in diesen Gegenden völlig fremder, halber Lapländer, bisher davon hatte einsammlen können, alle so mangelhaft, so wiedersprechend, in einem so hohen Grade wiedersprechend gewesen, daß dieses Bedürfniß meines Herzens auf keine andre Art befriediget werden konnte, als von Ihnen selbst. Wollte Gott, ich hätte eher so glücklich seyn können! Werden Sie es einem Kopf, der von hundert nothwendigen, und zehn Tausend unwichtigen Dingen gezerrt wird, verzeihen, daß ich mit meinem Dank so spät komme? Und dennoch Keckheit genug habe, so viel es möglich, und so weit eine solche Bitte von mir, ohne unbescheiden zu werden, geschehen kann, Sie um nähere Aufhellungen einiger Stellen Ihres lezten Briefes anzuflehen? Wer war der Hohepriester, der bey dem Schicksal der liebenswürdigsten Person Ihres Geschlechts eine so unliebenswürdige Rolle spielte? Und war die Leidenschaft des Andern edel, die, wie ich aus allem ahne, unglückliche Folgen hatte? Ich las alle diese Worte, wie die Passionsgeschichte unsers Heilandes. <line tab="1"/>Daß mich Ihr gütiges, mehr als mütterlich herablassendes Zutrauen, gnädige Frau! bis zu Thränen gerührt hat, warum muß ich es Ihnen so spät sagen? Anstatt meine fürwitzigen Erkundigungen mit dem Ernst der Weisheit abzuweisen, geben sie Ihnen mütterlich gütig nach, und beschämen auf die Art meine Dreistigkeit bis zum Verstummen. Indessen war mir alles auf der Welt an diesen Nachrichten gelegen, und ich bedaure nichts weiter, als daß ich mit Einziehung derselben bisher so saumselig gewesen. Die geringste Kleinigkeit von Ihnen und Ihrer würdigen Familie Umständen, ist mir von jeher äußerst wichtig gewesen; nur waren die Nachrichten, die ich, als ein in diesen Gegenden völlig fremder, halber Lapländer, bisher davon hatte einsammlen können, alle so mangelhaft, so wiedersprechend, in einem so hohen Grade wiedersprechend gewesen, daß dieses Bedürfniß meines Herzens auf keine andre Art befriediget werden konnte, als von Ihnen selbst. Wollte Gott, ich hätte eher so glücklich seyn können! Werden Sie es einem Kopf, der von Hundert nothwendigen, und zehn Tausend unwichtigen Dingen gezerrt wird, verzeihen, daß ich mit meinem Dank so spät komme? Und dennoch Keckheit genug habe, so viel es möglich, und so weit eine solche Bitte von mir, ohne unbescheiden zu werden, geschehen kann, Sie um nähere Aufhellungen einiger Stellen Ihres lezten Briefes anzuflehen? Wer war der Hohepriester, der bey dem Schicksal der liebenswürdigsten Person Ihres Geschlechts eine so unliebenswürdige Rolle spielte? Und war die Leidenschaft des Andern edel, die, wie ich aus allem ahne, unglückliche Folgen hatte? Ich las alle diese Worte, wie die Passions-Geschichte unsers Heilandes.
<line tab="1"/>Wie entzückt bin ich über die Familienportraite, die Sie mir aufgestellt haben. Noch oft spaziere ich in Gedanken in dieser Gallerie herum, und freue mich über die mannigfaltigen, und doch einartigen Abdrücke des treflichsten Vaters, (den ich zwar nur von der Seite seiner Erholungen und Vergnügungen, ich meyne die Briefe über das Mönchswesen, kenne, dessen ganzen Werth ich aber, nach Maaßgabe dieser, mit einem angenehmen Schaudern ahne,) und der fühlbarsten, weisesten und aller Verehrung würdigsten Mutter. <line tab="1"/>Wie entzückt bin ich über die Familienportraite, die Sie mir aufgestellt haben. Noch oft spaziere ich in Gedanken in dieser Gallerie herum, und freue mich über die mannigfaltigen, und doch einartigen Abdrücke des treflichsten Vaters, (den ich zwar nur von der Seite seiner Erholungen und Vergnügungen, ich meyne die Briefe über das Mönchswesen, kenne, dessen ganzen Werth ich aber, nach Maaßgabe dieser, mit einem angenehmen Schaudern ahne,) und der fühlbarsten, weisesten und aller Verehrung würdigsten Mutter.
<line tab="1"/>Könnte ich Ihnen doch alles sagen, was mir auf dem Herzen liegt. So viel müssen Sie wissen, daß Ihre Nachrichten mir in einem Augenblicke kamen, wo sie mich fast zu Boden schlugen. Ich wußte nie, daß Sie einen Sohn hatten, geschweige einen würdigen Sohn, der bey Wieland im Hause gewesen, und also auch ihm manches zu danken hat. <line tab="1"/>Könnte ich Ihnen doch alles sagen, was mir auf dem Herzen liegt. So viel müssen Sie wissen, daß Ihre Nachrichten mir in einem Augenblicke kamen, wo sie mich fast zu Boden schlugen. Ich wußte nie, daß Sie einen Sohn hatten, geschweige einen würdigen Sohn, der bey Wieland im Hause gewesen, und also auch ihm manches zu danken hat.
<line tab="1"/>Mein Wiederwillen gegen W., schrieb sich bloß aus einigen seiner Schriften her; seine Privatverhältnisse habe ich nie gewußt, mich freilich mit großen Unrecht zu wenig darum bekümmert. Erst jezt geht mir über viele Stellen in Ihrer unsterblichen Sternheim ein Licht auf, das mich in einen wunderbaren Zustand versetzt, den ich Ihnen lieber, vielleicht sehr dunkel und unvollkommen, zu ahnen überlassen, als beschreiben will. Auch wären vielleicht noch viel fatalere Sachen erfolgt, wenn ich nicht, (ich denke, aus Fügung der Providenz,) noch im kritischen Augenblicke, diese Winke erhalten, die mir nun, von Ihnen, um so viel heiliger sind. Nehmen Sie mehr als wörtlichen Dank, würdige Frau! <line tab="1"/>Mein Wiederwillen gegen W., schrieb sich bloß aus einigen seiner Schriften her; seine Privatverhältnisse habe ich nie gewußt, mich freilich mit großen Unrecht zu wenig darum bekümmert. Erst jezt geht mir über viele Stellen in Ihrer unsterblichen Sternheim ein Licht auf, das mich in einen wunderbaren Zustand versetzt, den ich Ihnen lieber, vielleicht sehr dunkel und unvollkommen, zu ahnen überlassen, als beschreiben will. Auch wären vielleicht noch viel fatalere Sachen erfolgt, wenn ich nicht, (ich denke, aus Fügung der Providenz,) noch im kritischen Augenblicke, diese Winke erhalten, die mir nun, von Ihnen, um so viel heiliger sind. Nehmen Sie mehr als wörtlichen Dank, würdige Frau!
<line tab="1"/>Ich hoffe, daß auch ich Wieland kennen lernen, und mit ihm, zwar zu seinem Vorteil, werde ausgesöhnt werden. Indessen hat doch alles das zu manchem gut seyn müssen. <line tab="1"/>Ich hoffe, daß auch ich Wieland kennen lernen, und mit ihm, zwar zu seinem Vortheil, werde ausgesöhnt werden. Indessen hat doch alles das zu manchem gut seyn müssen.
<line tab="1"/>Gegenwärtig gehe ich mit einer kleinen Reise nach Deutschland um, die die nach Italien wohl noch vorher kreuzen, vielleicht ganz auf eine andre Zeit aussetzen könnte. Ich bin nicht so ganz Dichter allein, als Sie wohl glauben werden, und fühle es wenigstens sehr lebhaft, daß zum gut und artig seyn, auch nothwendig das <ul>seyn</ul> gehöre. <line tab="1"/>Gegenwärtig gehe ich mit einer kleinen Reise nach Deutschland um, die die nach Italien wohl noch vorher kreuzen, vielleicht ganz auf eine andre Zeit aussetzen könnte. Ich bin nicht so ganz Dichter allein, als Sie wohl glauben werden, und fühle es wenigstens sehr lebhaft, daß zum gut und artig seyn, auch nothwendig das <ul>seyn</ul> gehöre.
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@@ -2008,39 +2008,41 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
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<letterText letter="117"><page index="1"/> <letterText letter="117"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Ueber die Soldaten habe ich auch nachgedacht. Wäre es möglich Herrn Reich zu überreden, daß er das gantze Stück nicht eher als bis künftige Michaelismesse bekannt machte, so würde mir und ihm ein großer Gefallen geschehen. Ich habe etwas (nicht seit gestern) im Kopfe, das allem diesem ein größeres Gewicht und einen ganz andern Ausschlag geben soll. Zudem ist ein gewißer Privatumstand, den ich Ihnen nicht nennen kann, der diese Vorsichtigkeit mehr als notwendig macht. Wollen Sie die Gütigkeit haben und Herrn Reich nur sagen, Herr Steenkerk in Amsterdam bitte ihn angelegentlichst, er wollte zwar alles nur abdrucken lassen, aber wichtiger Ursachen halber nichts eher bekannt machen als auf die Michaelismesse. <line tab="1"/>Ueber die Soldaten habe ich auch nachgedacht. Wäre es möglich Herrn Reich zu überreden, daß er das gantze Stück nicht eher als bis künftige Michaelismesse bekannt machte, so würde mir und ihm ein großer Gefallen geschehen. Ich habe etwas (nicht seit gestern) im Kopfe, das allem diesem ein größeres Gewicht und einen ganz andern Ausschlag geben soll. Zudem ist ein gewißer Privatumstand, den ich Ihnen nicht nennen kann, der diese Vorsichtigkeit mehr als nothwendig macht. Wollen Sie die Gütigkeit haben und Herrn Reich nur sagen, Herr Steenkerk in Amsterdam bitte ihn angelegentlichst, er wollte zwar alles nur abdrucken lassen, aber wichtiger Ursachen halber nichts eher bekannt machen als auf die Michaelismesse.
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<letterText letter="118"><page index="1"/>Liebster Lenz! <letterText letter="118"><page index="1"/>Liebster Lenz!
<line tab="1"/>Weiß gar nicht, was Dich ankommt, Lärm von mir zumachen. Bin son armer Tropf, als Einer seyn kann Du kaum seyn kannst. <line tab="1"/>Weiß gar nicht, was Dich ankommt, Lärm von mir zu machen. Bin son armer Tropf, als Einer seyn kann Du kaum seyn kannst.
<line tab="1"/>Ich erwart also die <aq>Silhouette.</aq> Bitte Dich, n<ul>icht</ul> Kaufmanns <ul>Nachricht,</ul> d. i. von seiner Hand, an R. gesandt, sondern <ul>diese</ul> hier zu verbreiten. Die erstere zerreiße. <line tab="1"/>Ich erwart also die <aq>Silhouette.</aq> Bitte Dich, <ul>nicht</ul> Kaufmanns <ul>Nachricht,</ul> d. i. von seiner Hand, an R. gesandt, sondern <ul>diese</ul> hier zu verbreiten. Die erstere zerreiße.
<line tab="1"/>Diesen Brief, den Du, damit Du nicht nichts habest, lesen kannst, bitte Dich schleunigst, franco zu spediren, und Dir das Port von Emmerich bezahlen zu lassen. Verzeihe. <line tab="1"/>Diesen Brief, den Du, damit Du nicht nichts habest, lesen kannst, bitte Dich schleunigst, franco zu spediren, und Dir das Port von Emmerich bezahlen zu lassen. Verzeihe.
<line tab="1"/>Ich bin itzt ganz zerrißen. Also nichts von Deinen That-Entwürfen. Der erste Abend an meinem Arm wollen wir Thaten bestimmen. D 28. Febr. 76. <line tab="1"/>Ich bin izt ganz zerrißen. Also nichts von Deinen That-Entwürfen. Der erste Abend an meinem Arm wollen wir Thaten bestimmen. Den 28. Febr. 76.
<line type="break" /><align pos="right">L.</align> <line type="break" /><align pos="right">L.</align>
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<letterText letter="119"><page index="1"/> <sidenote pos="top" page="1" annotation="am oberen Rand">Weise diesen Brief nicht Bester, wie alle meine Briefe.</sidenote> <letterText letter="119"><page index="1"/> <sidenote pos="top" page="1" annotation="am oberen Rand">Weise diesen Brief nicht Bester, wie alle meine Briefe.</sidenote>
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<line type="break" /><align pos="right">an Lavater</align>
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<line tab="1"/>Lieber Lavater! mein Kopf ist eingenommen von tausend Dingen und ich kann Dir nichts weiter sagen, als ich liebe Dich, ich danke Dir. Hier ist der Brief von der C. Waldner<fn index="5"><anchor>#</anchor></fn> <insertion pos="top">(ihr Onkel ist Graf, sie nur Baronesse.)</insertion> kannst Du mirs verzeyhen daß ich, der vielleicht bald von hier reist, ihn erbrochen und mit meinem Siegel wieder zugesiegelt. Ich weiß wie innig sie Dich hochschätzt und ich wollte doch gern den Ausdruck davon lesen. Du mußt wissen, daß sie alle ihre Briefe französisch schreibt und ihr daher ein deutscher Brief an Dich nicht wenig Müh gekostet. Doch auch hier wirst Du ihre ganze schöne Seele finden die eben durch die für Dich so mühsam aufgesuchten Ausdrücke durchscheint, es ist die Sprache die nicht mit Worten redt Lavater, die Sprache die zwey befreundte Seelen stammeln die nicht von einer Nation sind. Ach wenn Du sie kenntest <line tab="1"/>Lieber Lavater! mein Kopf ist eingenommen von tausend Dingen und ich kann Dir nichts weiter sagen, als ich liebe Dich, ich danke Dir. Hier ist der Brief von der C. Waldner<fn index="5"><anchor>#</anchor></fn>, <insertion pos="top">(ihr Onkel ist Graf, sie nur Baronesse.)</insertion> kannst Du mirs verzeyhen daß ich, der vielleicht bald von hier reist, ihn erbrochen und mit meinem Siegel wieder zugesiegelt. Ich weiß wie innig sie Dich hochschätzt und ich wollte doch gern den Ausdruck davon lesen. Du mußt wissen, daß sie alle ihre Briefe französisch schreibt und ihr daher ein deutscher Brief an Dich nicht wenig Müh gekostet. Doch auch hier wirst Du ihre ganze schöne Seele finden die eben durch die für Dich so mühsam aufgesuchten Ausdrücke durchscheint, es ist die Sprache die nicht mit Worten redt Lavater, die Sprache die zwey befreundte Seelen stammeln die nicht von einer Nation sind. Ach wenn Du sie kenntest
<line tab="1"/>Ich gehe wohin mich Wink der Vorsicht ruft, mein Ziel kann ich Dir noch nicht bestimmen. Ich kenne es und der Tod soll mir Bruder seyn, wenn er mich dahin führt. Grüß Kaysern, sag ihm, es ist mir unerträglich daß ich an ihn nicht schreiben kann, nicht kann, so wenig als an den redlichen Kaufmann. Ich habe keinen Augenblick zu feyren. <line tab="1"/>Ich gehe wohin mich Wink der Vorsicht ruft, mein Ziel kann ich Dir noch nicht bestimmen. Ich kenne es und der Tod soll mir Bruder seyn, wenn er mich dahin führt. Grüß Kaysern, sag ihm, es ist mir unerträglich daß ich an ihn nicht schreiben kann, nicht kann, so wenig als an den redlichen Kaufmann. Ich habe keinen Augenblick zu feyren.
<line type="break" /><align pos="right"><fn index="5"><anchor>#</anchor></fn> sie hat ein Canonikat von dem sie sich schreibt. Sey vorsichtig.</align> <line type="break" /><align pos="right"><fn index="5"><anchor>#</anchor></fn> sie hat ein Canonikat von dem sie sich schreibt. Sey vorsichtig.</align>
<sidenote pos="left" page="1" annotation="am linken Rand, vertikal"> <sidenote pos="left" page="1" annotation="am linken Rand, vertikal">
<line tab="1"/>Doch beschwör ich den ersten bey Dir <insertion pos="top">bey dem lebendigen Gott:</insertion> und allem was ihm heilig ist, alles zu thun, was ich ihm gesagt habe. Stollberg schreibt mir aus Koppenhagen, schmachtet nach Nachrichten aus dem <ul>„Gotteslande Schweitz und vom Gottesmann Lavater“.</ul> Ganz Dein Lenz</sidenote> <line tab="1"/>Doch beschwör ich den ersten bey Dir <insertion pos="top">bey dem lebendigen Gott:</insertion> und allem was ihm heilig ist, alles zu thun, was ich ihm gesagt habe. Stollberg schreibt mir aus Koppenhagen, schmachtet nach Nachrichten aus dem <ul>„Gotteslande Schweitz und vom Gottesmann Lavater.</ul> Ganz Dein Lenz</sidenote>
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<letterText letter="120"><page index="1"/> <letterText letter="120"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Hier ist die erwünschte Silhouette. Ich meyne in dem Leben u: der Blüthe der Farben wird sie Dir beßer gefallen; könntest Du das alles in die Physiog: übertragen. Mache doch beßer verehrungswürdiger, einziger gemeinschaftlicher Freund unserer Seelen, daß ihr Gesicht von niemand geringerm als <aq>Chodowieki</aq> gestochen wird. Wer sonst könnte ihre Seele auf diesen meinen faßen. <line tab="1"/>Hier ist die erwünschte Silhouette. ich meyne in dem Leben u: der Blüthe der Farben wird sie Dir beßer gefallen; könntest Du das alles in die Physiog: übertragen. Mache doch bester verehrungswürdiger, einziger gemeinschaftlicher Freund unserer Seelen, daß ihr Gesicht von niemand geringerm als <ul><aq>Chodowieki</aq></ul> gestochen wird. Wer sonst könnte ihre Seele auf diesen Mienen faßen.
<line tab="1"/>Wenn der Große Schlüßel der Natur zu allem was hier eingewirkt u: für die Zukunft verborgen liegt gefunden werden könnte so ahnde weiß ich Dein Urtheil zum Voraus. Schreib es mir heimlich zu gleicher Zeit ihr wen Du es für gut findest mir aber ohne Zurükhaltung. Noch einmal bitt ich Dich beherzige alle die Data die ich Dir in m: vorigen Briefen geben. Ich kann nicht anders als immer zu wenig schreiben. Dein übrigens sehr gedrükter L. <line tab="1"/>Wenn der große Schlüßel der Natur zu allem was hier eingewirkt u: für die Zukunft verborgen liegt gefunden werden könnte so ahnde weiß ich Dein Urtheil zum Voraus. Schreib es mir heimlich zu gleicher Zeit ihr wen Du es für gut findest mir aber ohne Zurükhaltung. Noch einmal bitt ich Dich beherzige alle die Data die ich Dir in m: vorigen Briefen gegeben. Ich kann nicht anders als immer zu wenig schreiben. Dein übrigens sehr gedrükter L.
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<letterText letter="121"><page index="1"/> <letterText letter="121"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Gnade und Seegen Gottes ruhen auf Dir Herder! eh ich ein Wort von Deiner Offenbarung sage zu der <ul>Du allein den Schlüssel</ul> <ul>geben konntest</ul> muß ich ein Paar Worte Geschäfte bey Dir ins Reine bringen. <line tab="1"/>Gnade und Seegen Gottes ruhen auf Dir Herder! eh ich ein Wort von Deiner Offenbarung sage zu der <ul>Du allein den Schlüssel</ul> <ul>geben konntest</ul> muß ich ein Paar Worte Geschäfte bey Dir ins Reine bringen.
<line tab="1"/>In den Soldaten muß der Name Ia Roche in die Gräfin von Rochau verwandelt werden ich wußte es nicht daß sie einen Sohn hatte, geschweige einen der bey Wieland im Hause war. <line tab="1"/>In den Soldaten muß der Name la Roche in die Gräfin von Rochau verwandelt werden ich wuste es nicht daß sie einen Sohn hatte, geschweige einen der bey Wieland im Hause war.
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<line tab="1"/>Daß Du doch immer so geistlich deutest und so einfach, wer hat Lob genug dafür? Ich hatte mir viele noch viel zu sinnliche Deutungen gemacht die ich nun gern aufopfere. <line tab="1"/>Daß Du doch immer so geistlich deutest und so einfach, wer hat Lob genug dafür? Ich hatte mir viele noch viel zu sinnliche Deutungen gemacht die ich nun gern aufopfere.
<line tab="1"/>Vor allen Dingen das Wort „Der Geist der durch alle Gemeinen blickt und in dem Herzen aller Gläubigen ruffet: <ul>das Sensorium</ul> <ul>Gottes in aller Welt:</ul> Echo des Himmels in menschlichen Seelen. Seelig wem dies antwortende Ja, dieser Himmelsnachklang im tiefsten Grunde seiner Seele zur Zeit der Duldung wurde!“ Herr, es sind Worte des ewigen Lebens. <line tab="1"/>Vor allen Dingen das Wort „Der Geist der durch alle Gemeinen blickt und in dem Herzen aller Gläubigen ruffet: <ul>das Sensorium</ul> <ul>Gottes in aller Welt:</ul> Echo des Himmels in menschlichen Seelen. Seelig wem dies antwortende Ja, dieser Himmelsnachklang im tiefsten Grunde seiner Seele zur Zeit der Duldung wurde!“ Herr es sind Worte des ewigen Lebens.
<line tab="1"/>Am meisten freut mich die behutsame schöne Deutung des Endes der Dinge. Der heilige Mystische Schleyer Gott seegne Dich <line tab="1"/>Am meisten freut mich die behutsame schöne Deutung des Endes der Dinge. Der heilige Mystische Schleyer Gott seegne Dich
<page index="2"/>Jetzt bin ich fertig. Als ichs gesehen und gehöret fiel. Ich nieder anzubethen. <page index="2"/><line tab="1"/>Jetzt bin ich fertig. Als ichs gesehen und gehöret fiel. Ich nieder anzubethen.
<line tab="1"/>Wie wunderbar einig in allem! Wie Du alle meine dunklen Ahndungen mit Licht trifst. Ach das Bild vom neuen Jerusalem und seiner Sonne und Mond tausend tausend Dank. <line tab="1"/>Wie wunderbar einig in allem! Wie Du alle meine dunklen Ahndungen mit Licht trifst. Ach das Bild vom neuen Jerusalem und seiner Sonne und Mond tausend tausend Dank.
<line tab="1"/>Ich arbeite jetzt in mancherley Strömen wieder den Strom. Habe Licht und Hofnung im Herzen, die durch Deine Offenbarung auf Ewigkeiten hinaus gemehrt worden. Ist Dir das nicht angenehm. Ein Schaaf ist dem Hirten auch lieb wenn er gleich noch neun und neunzig in der Wüsten hat. <line tab="1"/>Ich arbeite jetzt in mancherley Strömen wieder den Strom. Habe Licht und Hofnung im Herzen, die durch Deine Offenbarung auf Ewigkeiten hinaus gemehrt worden. Ist Dir das nicht angenehm. Ein Schaaf ist dem Hirten auch lieb wenn er gleich noch neun und neunzig in der Wüsten hat.
<line tab="1"/>Doch hab ich einen grossen alten Drachen in mir, mit dem ich noch viel zu ringen haben werde. Er soll immer hinunter. <line tab="1"/>Doch hab ich einen grossen alten Drachen in mir, mit dem ich noch viel zu ringen haben werde. Er soll immer hinunter.
@@ -2050,18 +2052,18 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
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<line tab="1"/>Aus Deiner Göttingerstelle nichts geworden? Schüttle den Staub über sie!!! <line tab="1"/>Aus Deiner Göttingerstelle nichts geworden? Schüttle den Staub über sie!!!
<line tab="1"/>Ist denn die Regierung Gottes arm? Oder fehlts ihm an Werkzeug und Mittel? Bedaur und belächle der ohnmächtigen Thorheit Rache. <line tab="1"/><line tab="1"/>Ist denn die Regierung Gottes arm? Oder fehlts ihm an Werkzeug und Mittel? Bedaur und belächle der ohnmächtigen Thorheit Rache.
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<line tab="1"/>Grüsse <dul>sie.</dul> die einzige. Und küß Dein Söhnlein <line tab="1"/>Grüsse <dul>sie.</dul> die einzige. Und küß Dein Söhnlein
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<line tab="1"/>Verzeyhung daß ichs solang behalten, es war mir zu lieb. Wenn wirds gedruckt? Wenn darf es in die Welt? <line tab="1"/>Verzeyhung daß ichs solang behalten, es war mir zu lieb. Wenn wirds gedruckt? Wenn darf es in die Welt?
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Zürich, Zentralbibliothek, RP 20, Nr. 13. Zürich, Zentralbibliothek, RP 20, Nr. 13. Lenz schickt einen Brief von Henriette v. Waldner mit.
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