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@@ -82888,7 +82888,7 @@ Der Brief wurde erst später abgeschickt, vgl. <intlink letter="604" page="228"
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<marginal letter="603" page="226" line="20" sort="1">
<bzg>Mann des Todes&#x202F;&#x202F;Mann vom Berge</bzg> Im Sinne eines scherzhaften Eingeständnisses für die Autorschaft der <link ref="hamann" subref="hamann-scherflein" linktext="false"><titel>Zwey Scherflein</titel></link>, die sich gegen Klopstock und seine Orthographiereform richteten. „Mann des Todes“ ist wohl mit etwa <link ref="at-sam2" subref="at-sam2-12" linktext="false">2 Sam 12,5</link> im Hintergrund eine Anspielung auf <link ref="lavater" subref="lavater-abendmahl" linktext="false">Lavaters erste <titel>Predigt bey Anlaß der Vergiftung des Nachtmahlweins</titel></link>, mit der er den Schuldigen per Predigt aus der Deckung locken wollte, vgl. <wwwlink address="https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/17954/9">S.&#x202F;5</wwwlink>: „So davon zu reden, daß der elende Verbrecher, wenn er uns hört, oder wenn andere ihm den Inhalt unserer Predigt mittheilen erwache, in sich selber gehe, an seine Brust schlage sich in den Staub hinwerfe und ausrufe: „Ich, ich bin der Mann des Todes“ (zur Aktualität dieser Lavater-Schrift für Hamann 1780 vgl. seine Anteilnahme am Schicksal <link ref="waser-jh1742" linktext="false">Wasers</link>, <intlink letter="600" page="220" line="23" linktext="true" /> und <intlink letter="524" page="10" line="25" linktext="true" />). Im Bild des Meuchelmordes bleibt auch der „Mann vom Berge“, der legendäre Assassinenfürst, der „das Morden als ein Gewerbe“ trieb und „seine Künstler im Todtschlagen“ hatte, die „allemal zu seinem Befehle bereit standen“ (<wwwlink address="https://books.google.de/books?id=wag1Dsb4vFcC">Guthrie: <titel>Allgemeine Weltgeschichte</titel>, Bd.&#x202F;6,2 (Leipzig 1769), S.&#x202F;461</wwwlink>).
<bzg>Mann des Todes&#x202F;&#x202F;Mann vom Berge</bzg> Im Sinne eines scherzhaften Eingeständnisses für die Autorschaft der <link ref="hamann" subref="hamann-scherflein" linktext="false"><titel>Zwey Scherflein</titel></link>, die sich gegen Klopstock und seine Orthographiereform richteten. „Mann des Todes“ ist wohl mit etwa <link ref="at-sam2" subref="at-sam2-12" linktext="false">2 Sam 12,5</link> im Hintergrund eine Anspielung auf <link ref="lavater" subref="lavater-abendmahl" linktext="false">Lavaters erste <titel>Predigt bey Anlaß der Vergiftung des Nachtmahlweins</titel></link>, mit der er den Schuldigen per Predigt aus der Deckung locken wollte, vgl. <wwwlink address="https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/17954/9">S.&#x202F;5</wwwlink>: „So davon zu reden, daß der elende Verbrecher, wenn er uns hört, oder wenn andere ihm den Inhalt unserer Predigt mittheilen erwache, in sich selber gehe, an seine Brust schlage sich in den Staub hinwerfe und ausrufe: „Ich, ich bin der Mann des Todes“ (zur Aktualität dieser Lavater-Schrift für Hamann 1780 vgl. seine Anteilnahme am Schicksal <link ref="waser-jh1742" linktext="false">Wasers</link>, <intlink letter="600" page="220" line="23" linktext="true" /> und <intlink letter="524" page="10" line="25" linktext="true" />). Im Bild des Meuchelmordes bleibt auch der „Mann vom Berge“, der legendäre Assassinenfürst, der „das Morden als ein Gewerbe“ trieb und „seine Künstler im Todtschlagen“ hatte, die „allemal zu seinem Befehle bereit standen“ (<wwwlink address="https://books.google.de/books?id=wag1Dsb4vFcC">Guthrie: <titel>Allgemeine Weltgeschichte</titel>, Bd.&#x202F;6,2 (Leipzig 1769), S.&#x202F;461</wwwlink>). Einer Anekdote Friedrich Roths zufolge soll Klopstock beim Empfang der <titel>Zwey Scherflein</titel> durch Claudius scherzend gefragt haben, ob sie „von dem Alten vom Berge sey?“ und Hamann dieses hier aufgreifen (<wwwlink address="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11720430?page=10,11">Roth: Hamanns Schriften, Bd.&#x202F;6, S.&#x202F;VI</wwwlink>). Daran ist zwar einiges unstimmig, Roth könnte die Anekdote aber aus dem Kontext von Claudius und Jacobi erzählt bekommen haben.
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<marginal letter="603" page="226" line="21" sort="1">
@@ -84576,7 +84576,7 @@ Hamann beginnt den Brief als Begleitschreiben zum Brief von <link ref="herder-cd
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<marginal letter="611" page="253" line="33" sort="1">
<bzg>Beichtvater</bzg>
<bzg>Beichtvater</bzg> <link ref="matthes" linktext="true" />
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<marginal letter="611" page="253" line="33" sort="2">
@@ -84584,43 +84584,39 @@ Hamann beginnt den Brief als Begleitschreiben zum Brief von <link ref="herder-cd
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<marginal letter="611" page="253" line="37">
<bzg>Salomon&#x202F;&#x202F;Magus</bzg> Für <link ref="friedrich-II" linktext="true" /> und Hamann (nach <link ref="hamann" subref="hamann-salomon" linktext="false">Hamanns <titel>Au Salomon de Prusse</titel></link> und <link ref="moser" subref="moser-schreiben" linktext="false">Mosers <titel>Treuherzigem Schreiben</titel></link>); gemeint sind ihre Kommentare zur deutschen Litteratur und Sprache in <link ref="friedrich-II" subref="friedrich-litterature-allemande" linktext="false">Friedrichs <titel>Ueber die deutsche Litteratur</titel></link> und den <link ref="hamann" subref="hamann-scherflein" linktext="false"><titel>Zwey Scherflein</titel></link>.
<bzg>Salomon&#x202F;&#x202F;Magus</bzg> Für <link ref="friedrich-II" linktext="true" /> und Hamann (nach <link ref="hamann" subref="hamann-salomon" linktext="false">Hamanns <titel>Au Salomon de Prusse</titel></link> und <link ref="moser" subref="moser-schreiben" linktext="false">Mosers <titel>Treuherzigem Schreiben</titel></link>); gemeint sind ihre Kommentare zur deutschen Litteratur und Sprache in <link ref="friedrich-II" subref="friedrich-litterature-allemande" linktext="false">Friedrichs II. <titel>Ueber die deutsche Litteratur</titel></link> und den <link ref="hamann" subref="hamann-scherflein" linktext="false"><titel>Zwey Scherflein</titel></link> (zu Stellen, die sich indirekt gegen die friderizianische Kulturpolitik wenden, vgl. N&#x202F;III,233/6 und 241/4).
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<marginal letter="611" page="254" line="1">
<bzg>Skarteque</bzg> ?!?
<marginal letter="611" page="254" line="1" sort="1">
<bzg>Skarteque</bzg> Scharteke, abgegriffenes, altes Buch (Skarteque ist einer altertümliche französierende Schreibweise); <link ref="friedrich-II" subref="friedrich-litterature-allemande" linktext="true" />
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<marginal letter="611" page="254" line="2">
<bzg>trunknen Noah</bzg> 1 Mo 9,21
<marginal letter="611" page="254" line="1" sort="2">
<bzg>Geschichte des trunknen Noah</bzg> <link ref="at-mo1" subref="at-mo1-9" linktext="false">1 Mo 9,1827</link>
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<marginal letter="611" page="254" line="3" sort="1">
<bzg>Chams</bzg> der die Blöße seines Vaters aufdeckt und verflucht wird, 1 Mo 9,18- 27
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<marginal letter="611" page="254" line="3" sort="2">
<bzg>Raynal</bzg> mit seiner in Paris öffentlich wegen Freigeisterei verbrannten Histoire philosophique
<bzg>Chams&#x202F;&#x202F;Raynal</bzg> Cham sah die Blöße seines Vaters und wurde dafür verflucht (<link ref="at-mo1" subref="at-mo1-9" linktext="false">1 Mo 9,2225</link>). <link ref="raynal" linktext="false">Raynal</link> deckte in seiner kürzlich erschienen 3. Auflage der <link ref="raynal" subref="raynal-indes" linktext="false"><titel>Histoire des deux Indes</titel></link> die ausbeuterischen und tyrannischen Zustände in den Kolonien auf; dafür wurde er verfolgt, die 3. Auflage 1781 verbrannt und er musste aus Frankreich fliehen. Hamann wünscht sich offenbar, dass ein Franzose die verfehlte friderizianische Kulturpolitik in einer Art entblöße wie Raynal/Diderot die europäische Kolonialpolitik.
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<marginal letter="611" page="254" line="4" sort="1">
<bzg>Qvandt</bzg> <link ref="quandt" linktext="true" />?!?
<bzg>Qvandt</bzg> <link ref="quandt" linktext="true" />, der in <link ref="friedrich-II" subref="friedrich-litterature-allemande" linktext="false"><titel>De la littérature allemande</titel></link>, <wwwlink address="https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb00074454?page=14%2C15">S.&#x202F;10</wwwlink> merkwürdigerweise als der einzige deutsche Redner von Rang genannt wird (Friedrich II. hörte ihn 1739/40 in Königsberg, er war aber schon 1772 in hohem Alter gestorben); vgl. die Ausführungen zu Quandt im <wwwlink address="https://hdl.handle.net/2027/njp.32101068571577?urlappend=%3Bseq=10%3Bownerid=27021597768535509-16">Vorwort der Neuausgabe von Ludwig Geiger (Stuttgart 1883), S.&#x202F;IVVI.</wwwlink>.
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<marginal letter="611" page="254" line="4" sort="2">
<bzg>Samuels Schatten</bzg> 1 Sm 28,15ff
<bzg>Samuels Schatten&#x202F;</bzg> In <link ref="at-sam1" subref="at-sam1-28" linktext="false">1 Sam 28</link> lässt König Saul gegen Ende seiner Herrschaft den Propheten Samuel von den Toten rufen; dieser prophezeit ihm <link ref="at-sam1" subref="at-sam1-28" linktext="false">1 Sam 28,1619</link> das baldige Ende seines Königtums.
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<marginal letter="611" page="254" line="5">
<bzg>herculische Pudenda</bzg>
<bzg>herculische Pudenda</bzg> „herculisch“ aus dem Bildbereich von Herrschaft, Größe und Kraft, „Pudenda“ aus der Scham- bzw. Entblößungsszene um Noah und Cham.
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<marginal letter="611" page="254" line="6">
<bzg>Größe</bzg>
<bzg>Größe</bzg> Das Epitheton „der Große“ trug <link ref="friedrich-II" linktext="true" /> bereits zu Lebzeiten (zuerst bei der Rückkehr vom Zweiten Schlesischen Krieg 1745/46), vgl. auch <wwwlink address="https://nbn-resolving.org/html/urn%3Anbn%3Ade%3Absz%3A21-dt-88004">Schubarts Hymnus <titel>Friedrich der Große</titel> von 1786</wwwlink>.
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<marginal letter="611" page="254" line="7">
<bzg>Bileam seine Eselin</bzg> 4 Mo 22,27
<bzg>Bileam seine Eselin</bzg> Der verblendete Bileam schlug seine Eselin, obwohl sie den Engel sah, <link ref="at-mo4" subref="at-mo4-22" linktext="false">4 Mo 22,27</link>; vgl. auch die zeitgenössischen literaturtheoretischen und exegetischen Diskussionen um die Geschichte von Bileam und seiner Eselin, <intlink letter="604" page="228" line="18" linktext="true" />.
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<marginal letter="611" page="254" line="9">