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Simon Martens
2026-01-23 16:18:05 +01:00
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<p>Die Mannigfaltigkeit des periodischen Taschenbuches zeigt so viele Facetten, da&szlig; es schwer h&auml;lt, eine best&auml;ndige Gattung auszumachen. Beschreiben lassen sich wiederkehrende Einzelmerkmale, die in unterschiedlicher H&auml;ufung, kaum aber in ihrer Gesamtheit beim jeweiligen Exemplar vorkommen. Unsicher ist schon die Verwendung der Ausdr&uuml;cke ALMANACH und TASCHENBUCH oder auch KALENDER; sie &uuml;berschneiden sich gro&szlig;enteils, ohne sich ganz zu decken. Es k&ouml;nnte sich empfehlen, im Taschenbuch den Oberbegriff zu sehen, wenn nicht heutzutage unter dem Taschenbuch eine ganz andere Produktform des Buches bezeichnet w&auml;re.</p>
<p>Das Wort ALMANACH (arabischen Ursprungs) ist eine Bezeichnung f&uuml;r Kalender, und mit dem Kalender hat das hier dargestellte Taschenbuch die angelegte J&auml;hrlichkeit gemein, auch wenn so manche Erscheinung &uuml;ber den ersten Jahrgang nicht hinauskommt. Oftmals, aber keineswegs immer und immer seltener werdend, ist ein Kalender dem Textteil vorgebunden. Regional erhobene Kalender-Stempelsteuern konnten hier prohibitiv wirken. Einige besonders erfolgreiche Almanache erfuhren noch Jahre nach dem Erstdruck Folgeauflagen, in denen dann der &uuml;berfl&uuml;ssig gewordene Kalender, nicht jedoch die urspr&uuml;ngliche Jahresdatierung, entfallen konnte. &ndash; Seiner Entwicklungsgeschichte nach ist das Taschenbuch durchaus vom Kalender herzuleiten, aber es emanzipiert sich gleichsam von diesem und l&auml;&szlig;t seine Herkunft vergessen. Was bleibt ist die Taschenhandlichkeit des Formates: Sedez oder Duodez, seltener Octav (aber auch hierzu in der Sp&auml;tzeit die seltene Ausnahme des Gro&szlig;octav). Und es scheint, da&szlig; die Almanache, Kalendern gleich, meist keinen Ruheplatz in den B&uuml;cherschr&auml;nken gefunden haben, sondern zur Hand genommen und vernutzt wurden; die bis heute erhalten gebliebenen Exemplare sind nicht selten ramponiert, zum Schaden f&uuml;r den zierlich gestalteten Einband.</p>
<p>Welche Art von Texten f&uuml;llte die Almanache und Taschenb&uuml;cher? Anfangs war es Lyrik, sehr bald aber, als die Mode grassierte: quodlibet, alles was beliebt; unterhalten sollte es, in Spa&szlig; oder Ernst. Nur selten mischt Belehrendes sich ein, im Unterschied zum gr&ouml;&szlig;er formatierten aber sehr viel schmaleren Land- oder Volkskalender. Sieht man in das Register der vorz&uuml;glichen <em>Geschichte der deutschen Taschenb&uuml;cher und Almanache aus der klassisch-romantischen Zeit</em> von LANCKORONSKA und R&Uuml;MANN, so findet man schon in den Titeln die Hinweise auf jede nur denkbare Art von Adressaten und zugeh&ouml;rigen Inhalten: Wanderer, Reiter, Bienenfreunde, K&uuml;nstler, Scheidek&uuml;nstler und Apotheker, Liebende, Tollh&auml;usler, Ketzer, &Auml;rzte und Nicht&auml;rzte, Charadenfreunde, Kaufleute, Lottospieler u.v.a.m.. Vor allem aber wird die Weiblichkeit angesprochen, seien es Frauenzimmer oder Damen, Dienstm&auml;dchen, das Sch&ouml;ne Geschlecht, Kammerjungfern, Grabennymphen, Edle Weiber und M&auml;dchen. Selbst wenn es der Titel nicht verr&auml;t, ist &ouml;fter an die Leserin gedacht als an den Herrn, sie hatte wohl mehr gesellige Mu&szlig;e, und sie war der gemeinte Empf&auml;nger des h&uuml;bschen kleinen Geschenks. Denn zum Schenken war er bestimmt und dazu f&uuml;gte sich der Erscheinungstermin zur Michaelismesse, rechtzeitig zu Weihnachten und Neujahr.</p>
<p>Schwerpunkt der bibliographischen Erfassung und inhaltlichen Erschlie&szlig;ung sind zun&auml;chst die literarischen Almanache &ndash; ungeachtet ihres Niveaus. Sie sind Versammlungsort nicht nur der Gro&szlig;en, sondern vorz&uuml;glich derjenigen Dichter und Prosaisten, deren Schriften heute &ndash; zu Recht oder zu Unrecht&ndash; vergessen sind, die aber aus manchen Gr&uuml;nden gelegentlich doch in den Blick des Interesses r&uuml;cken. Das Verzeichnis soll sie, die bislang nur unter Schwierigkeiten aufzufinden waren, zug&auml;nglich machen. Besonders wichtig, weil eine Wahrnehmungsl&uuml;cke f&uuml;llend, erschien uns daneben die Registrierung der Zeichner und Stecher, deren Graphiken wir als Vollbild wiedergeben wollen. Da&szlig; gerade in diesem Bereich die vorliegenden Exemplare oft unvollst&auml;ndig sind, f&uuml;hrt gelegentlich zu Fehlstellen in unserer Darstellung (die aber auf Dauer geschlossen werden); es unterstreicht zugleich die Notwendigkeit des gesetzten Ziels. Indes werden nicht nur die Vorlagen M&auml;ngel aufweisen, auch in der Bearbeitung werden unvermeidbar Fehler entstehen. Wir bitten aufmerksame Benutzer, uns hier&uuml;ber zu informieren und dadurch zur Besserung zu verhelfen.</p>
<p>Schwerpunkt der bibliographischen Erfassung und inhaltlichen Erschlie&szlig;ung sind zun&auml;chst die literarischen Almanache &ndash; ungeachtet ihres Niveaus. Sie sind Versammlungsort nicht nur der Gro&szlig;en, sondern vorz&uuml;glich derjenigen Dichter und Prosaisten, deren Schriften heute &ndash; zu Recht oder zu Unrecht&ndash; vergessen sind, die aber aus manchen Gr&uuml;nden gelegentlich doch in den Blick des Interesses r&uuml;cken. Das Verzeichnis soll sie, die bislang nur unter Schwierigkeiten aufzufinden waren, zug&auml;nglich machen. Besonders wichtig, weil eine Wahrnehmungsl&uuml;cke f&uuml;llend, erschien uns daneben die Registrierung der Zeichner und Kupferstecher, deren Graphiken wir als Vollbild wiedergeben wollen. Da&szlig; gerade in diesem Bereich die vorliegenden Exemplare oft unvollst&auml;ndig sind, f&uuml;hrt gelegentlich zu Fehlstellen in unserer Darstellung (die aber auf Dauer geschlossen werden); es unterstreicht zugleich die Notwendigkeit des gesetzten Ziels. Indes werden nicht nur die Vorlagen M&auml;ngel aufweisen, auch in der Bearbeitung werden unvermeidbar Fehler entstehen. Wir bitten aufmerksame Benutzer, uns hier&uuml;ber zu informieren und dadurch zur Besserung zu verhelfen.</p>
<p>Auf l&auml;ngere Sicht sollen alle periodisch angelegten Almanache und Taschenb&uuml;cher des 18. und 19. Jahrhunderts aufgenommen werden, um das gesamte Spektrum dieser Publikationsart sichtbar zu machen. Im nicht-literarischen Bereich werden wir uns jedoch zumeist beschr&auml;nken auf die bibliographische Registrierung und eine kurze Beschreibung der Einzelb&auml;nde und wir werden hierbei auf die ausf&uuml;hrliche Inhalts&uuml;bersicht verzichten und uns mit der Wiedergabe eines Inhaltsverzeichnisses begn&uuml;gen.</p>
<p>Grunds&auml;tzlich ist Voraussetzung unserer bibliographischen Erfassung die Autopsie des Einzelemplares. Dies sch&uuml;tzt indes nicht immer vor Verwirrung: Variante Doppeldrucke (etwa bei unbezeichnetet Folgeauflagen oder nach Zensureingriffen), fehlende Bl&auml;tter und andere Fehlerquellen sind nicht in jedem Fall wahrnehmbar. Auf alles auff&auml;llig Sonderliche wird anmerkend hingewiesen. Um uns m&ouml;glicher Vollst&auml;ndigkeit anzun&auml;hern, behalten wir uns vor, im Einzelfall auch ohne Autopsie nach bibliographischen Vorgaben aufzunehmen; wir werden dies jedoch immer unter Nennung der Quelle ausdr&uuml;cklich anmerken.</p>
<p>Adrian Braunbehrens</p>`