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<!-- sample 1/15: letter 1 (start line 7, block #1) -->
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<letterText letter="1">
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<page index="1" /><align pos="right">HochEdelgeborner Hochgelahrter Herr <aq>Secretair</aq></align>
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<line
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type="break" tab="7" /><align pos="right">VerEhrungswürdigster Gönner!</align>
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<line
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type="empty" />
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<line
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type="empty" />
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<line type="empty" /> Ew. HochEdelgebh: haben mich durch die neue Probe von
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Dero schätzbaren Gewogenheit ausserorndtlich beschämt. Meine Feder ist zu schwach, Denenselben
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die regen Empfindungen meines Herzens darüber zu schildern. Ich weiß Ew. HochEdelgebh: meine
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Dankbegierde auf keine andere Art an den Tag zu legen, als daß ich meine gestrigen Wünsche für
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Dero Wohlseyn wiederhole, und die gütige Vorsicht um die Erhörung derselben anflehe. Der Herr
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überschütte Dieselben und Dero werthes Hauß im künftigen Jahr mit tausend Seegen und Heil. Er
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erhalte Ew. HochEdelgebh: bis zu den spätesten Zeiten im ersprießlichsten Wohlergehen. Er
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bewahre Ew. HochEdelgebh: für alle wiedrige Zufälle in den künftigen Jahren, und <page index="2" />lasse
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mich noch lange das Glük geniessen, Dieselben in dem blühendsten Wohlstande zu sehen, und mich
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mit dem erkenntlichsten Herzen nennen zu dürfen <line type="empty" />
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<line type="break" /><align
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pos="right">HochEdelgebohrner Hochgelahrter Herr Secretair <line type="break" tab="7" />Verehrungswürdigster
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Gönner <line type="break" tab="7" />Ew. HochEdelgebh:</align>
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<line type="empty" />
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<line
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type="empty" />
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<line type="empty" />
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<line type="empty" /> Von Hause, d. 2 Jenner, 1765. <line
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type="empty" />
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<align pos="right">gehorsamsten Diener <line type="break" />Jacob Michael
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Reinhold Lenz</align>
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</letterText>
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<!-- sample 2/15: letter 28 (start line 567, block #28) -->
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<letterText letter="28"><page index="1" />
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<line tab="1" />Mein Schatten soll Ihnen Rö– schiken ich
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bin froh mich Ihnen als Physiognom nur im Profil zeigen zu dürfen, von meinem Brustbild machte
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Ihnen die <ul>Güte Ihres Herzens</ul> eine viel zu vortheilhafte Zeichnung. Dafür bin ich aber
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Herz genug gewesen, das Ihrige an meine Lippen zu drüken u: einen Wunsch gen Himmel zu schiken,
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den Mann von Angesicht zu sehen, mit dem ich einen Briefwechsel scheüe, bis ich ihn inniger u:
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vertrauter – führen kann – das heißt bis Ihre <ul>gute</ul> Meynung von mir nicht mehr Vortheil
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ist. <line tab="1" />Ich bin den Armen eines Vaters entschlüpft, der so redlich dachte als Sie,
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||
obgleich nicht so aufgeklärt. Seyen Sie mein Vater! Lenz. </letterText>
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<!-- sample 3/15: letter 54 (start line 1123, block #54) -->
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<letterText letter="54">
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<page index="1" />
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<line tab="1" />
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<aq>vous pouvez vous fier a ma parole d’honneur que ladite feuille ne sera jamais publiée avec <ul>ma
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bonne volonté.</ul> Aussi n’etoit elle ecrite qu’ <ul>après le point de vue d’une grande
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partie
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de vos lecteurs, dont</ul> les caquets au sujet de vous et de vos ecrits ne parviennent
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jamais jusqu’a vous. Je n’aurois pas crú, que cela pourroit te faire quelque peine, je ne te
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l’ ai communiqué que pour sonder tes façons d’envisager ces choses lá, pour pouvoir a l’
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avenir dire quelque chose de plus raisonnable la dessuzis. Voila mes intentions, <ul>j’ai tout
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employé de</ul> supprimer cela et je te puis <ul>assurer d’ avance</ul> qu’il ne verra jamais
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le jour. Nous en parlerons davantage.</aq>
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<line type="break" />
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<align pos="right">Le.</align>
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<sidenote pos="left" page="1" annotation="Am linken Rande, vertikal">
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<aq>Remerciemens pour la peine que vous vous etes donnée avec les Lindaviana</aq>
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</sidenote>
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<page index="2" />
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<note>linke Spalte</note>
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<line type="break" />
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<hand ref="12"><!-- Wie kann ich zwei Hände markieren, wenn das Element <hand> nur eine Referenz
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vorsieht? -->
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<pe>
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<line type="break" />Wurstfresser aus dem Scheishaus. <line type="break" /><ul>Piphahn.</ul>
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<line
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type="break" />Margaretlin Madre de tuti I Santi <line type="break" /><ul>Galloch
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Schalloch</ul>
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<line
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type="break" />Leisekentritt. Schleicher. <line type="break" />Lasueangel. Laus. Angel. <line
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type="break" />Hengst mensch von einer Prinzeß <line type="empty" />
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<line type="empty" />
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||
<note>rechte
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Spalte</note>
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<line type="break" /><del>Eulenspiegel <line type="break" />Fotzenhut <line
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type="break" />Dreckfincke <line type="break" />Saumagen <line type="break" />Faselhans <line
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type="break" />Blaufincke</del> – halb <nr> </nr>
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<line type="break" />klein Hanswurst <line
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type="break" />beym Freyschmausen <nr> </nr>
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<line type="break" />Hundsfut Gast Rolle <line
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type="break" />Ahlke Pöleke <nr> </nr> die dumm <nr> </nr> ist und war <line type="break" />
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n’a <nr> </nr> … <nr> </nr>
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||
<line type="break" />Kropfliesgen. von Harz <line type="break" />
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Metze <nr> </nr> Dreyhaar Alte Hure Kupplerin <line type="break" />Schlinschlanschlodi,
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kommt von Akademien <line type="break" />Metze Magen Regenwurm <line type="break" />Ganz
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Magen </pe>
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</hand>
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</letterText>
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<!-- sample 4/15: letter 81 (start line 1512, block #81) -->
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<letterText letter="81"><page index="1" />
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<line tab="1" />Gieb mir den gemißbrauchten Namen Gottes
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zurück Herder! mein böser Genius hieß mich das schreiben <line tab="1" />Die Soldaten können
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noch nicht gedruckt werden. Erröthen muß ich freilich über den Unverstand meines letzten
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Briefes. Gott wo war ich, als ich ihn schrieb. <line tab="1" />Mache Dir keine Gedanken über die
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Ebbe und Fluth meines Entschlusses. Es sind lauter Lokalverhältnisse die mich so peinigen. Die
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aber aufhören werden. Ein Poet ist das unglücklichste Wesen unter der Sonnen. <line tab="1" />Grüsse
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Deine Frau. Sollte ich von hier reisen oder sollte es einst Zeit seyn das grosse Trauerspiel
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aufzudecken, so werd’ ich Dir vorher schreiben. Bis dahin muß ich noch stumm die Zähne
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zusammenbeissen und die Leiden meines Volks in meinem verborgensten Herzen wüthen lassen. <line
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type="empty" />
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<line
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type="break" />Strasburg d 18ten Nvbr. 1775. <line type="break" /><align pos="right">Lenz.</align>
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<sidenote
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pos="left" page="1" annotation="am linken Rand, vertikal"> Solltest Du es einst künftig
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||
drucken
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lassen, so muß auch alsdann mein Name im Anfange verschwiegen bleiben. Ich sag es Dir hier
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voraus,
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falls ich es etwa alsdann zu erinnern vergessen sollte.</sidenote>
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<line type="empty" />
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<align
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pos="center">
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<note>Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel:</note>
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</align>
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||
<page
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index="4" />
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<line type="break" /><address>Herrn <line type="break" />Herrn <ul>Herder</ul>
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<line
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type="break" />Consistorialrath <line type="break" />in <ul>Bückeburg.</ul></address>
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</letterText>
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<!-- sample 5/15: letter 108 (start line 1907, block #108) -->
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<letterText letter="108"><page index="1" /><hand ref="20">
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<align pos="right">Empfangen. Den 12 Febr. 1776.</align>
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</hand>
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<line type="empty" />
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<line
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type="break" /><align pos="center">Bester Freund!</align>
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<line type="empty" />
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<line tab="1" />Eben
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jetzt erfahre ich von Me. la Roche, was ich noch nie gewußt, daß sie einen Sohn bey Wiel. im
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Hause gehabt. Ein Donnerschlag hätte mir nicht empfindlicher kommen können als eine Nachricht,
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die soviel Beziehung auf meine Pasquinade hat, denn ich wollte eher alles in der Welt als diese
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Frau oder etwas das ihr angeht beleidigen oder kompromittiren. Können Sie es also auf irgend
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eine Art machen, daß die Wolken entweder gar nicht oder wenn dies <ul>unmöglich ist,</ul> statt
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der deutschen Namen die Griechischen aus dem Aristophanes: <ul>Strepsiades und Phidippides</ul>
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(für Leopold Sauk <aq>etc:</aq>) gesetzt und die Vertheidigung W. gegen die Wolken durchaus <ul>nicht
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an diese</ul> angehängt, sondern <ul>detaschirt</ul> gedruckt werden als Palinodie nicht als
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prämeditirte versteckte Apologie derselben. Wie gesagt ich bin über diese Nachricht ausser mir
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denn sie zertrümmert mein ganzes Projeckt, das nichts weniger war als irgend eine Privatperson
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durch meine Possenreissereyen zu beleidigen sondern nur W. aus seinen Schriften turlupiniren
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wollte. <line type="break" /><align pos="right">L.</align>
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<line type="empty" />
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<line
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type="break" />
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<sidenote
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pos="left" page="1" annotation="am linken Rand, vertikal">
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<line tab="1" />Wenn der Druck der Wolken ganz inhibirt werden kann, ich gebe was darum. Die
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Palinodie kann und, muß deswegen doch in die Welt. Desto origineller ist sie. Man kann dazu
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setzen, der V. habe den Druck der W. verhindert und weil viele sie im Mskpt. gelesen, dies zu
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seiner Rechtfertigung geschrieben. Ich will nichts dafür.</sidenote>
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</letterText>
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<!-- sample 6/15: letter 134 (start line 2257, block #134) -->
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<letterText letter="134"><page index="1" /><hand ref="51">
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<align pos="right">Empf. 23. März 1776.</align>
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</hand>
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<line type="empty" />
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<line
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type="break" /><align
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pos="center">Den 15ten Merz</align>
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<line type="empty" />
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<line tab="1" />Eine Reise deren
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Folgen für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen
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Sie zu beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er <ul>für die
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Soldaten</ul> versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter <ul>dem
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Couvert</ul> <ul>des
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Herrn Merk in Darmstadt</ul> mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte
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es auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Ostern bekannt
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machen müßte. <line tab="1" />Ich brauche Geld nöthiger als das Leben und das zu einem
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entscheidenden Augenblick der hernach nicht wiederkommt. Könnt’ ich auch für die andere Piece
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etwas vorausbezahlt bekommen von der Ihnen Boje gesagt haben wird so geschäh mir <ul>auf ewig</ul>
|
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eine Wohlthat. Ich bin auf der Hälfte des Weges der meine Laufbahn endet – und komme zu kurz.
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||
Helfen Sie! <line
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||
type="empty" />
|
||
<line type="break" /><align pos="right">Ihrem <line type="break" />aufs
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Äusserste gebrachten <line type="break" />JMRLenz.</align>
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||
<line type="empty" />
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||
<line
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type="break" />Richten Sie den Brief nur an Herrn Merk in Darmstadt. <sidenote pos="left"
|
||
page="1"
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annotation="am linken Rande, vertikal">
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<line tab="1" />könnte es aufs späteste in 14 Tagen da seyn. Verzeyhen Sie das erste und
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letztemal daß mich die Noth zwingt in dem <ul>Grad unbescheiden</ul> zu seyn. Wie werd ichs in
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meinem ganzen Leben gut machen?</sidenote>
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<page index="2" />
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<line type="break" /><address>Herrn <line
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type="break" />Herrn Leibarzt <line type="break" /><ul>Zimmermann</ul>
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<line type="break" />
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||
in <ul>
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||
Hannover</ul></address>
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||
</letterText>
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||
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||
<!-- sample 7/15: letter 161 (start line 2600, block #161) -->
|
||
<letterText letter="161">
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<page index="1" />
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||
<hand ref="9">
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<line tab="1" />Mich freut’s liebster Mann wenn es Ihnen wohl gehet. Ihr Briefgen habe
|
||
erhalten und ihre aufträge sind besorgt bis auf H: Fibich den ich noch nicht gesehen habe.
|
||
Herr Prof. Koch sagt mir Sie hätten ein Buch von der Bibliothek, ich dachte Sie hätten alle
|
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nach Hause geschickt: Er hat es aber doch nicht zurück begehrt. Ich denke Sie kommen bald
|
||
wieder wann nicht allenfalls eine beßere <aq>vocation</aq> Sie uns weg kapert. Viele<del>n</del>
|
||
Empfehlungen an meinen Liebsten Goethe, H. V. Knebel, Graf Stollberg und unbekannter weis an
|
||
Hn. Hofrath Wieland. Hetzler hat mir den 1ten Bogen von meinen Abhandlungen zugeschickt Sie
|
||
werden auf die Meße fertig. Lieben Sie mich <line type="break" /><align pos="right">Saltzmann</align>
|
||
<line
|
||
type="empty" />
|
||
<line type="break" />Strasburg den 16ten Apr: <ul>1776.</ul></hand>
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||
<page index="2" />
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||
<line type="empty" />
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<line type="break" />
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<hand ref="11">D 16. Apr. 76. <line type="empty" />
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||
<line tab="1" />Laß mich mit ein paar Worten
|
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dieß Blatt profaniren, meine Liebe zu Dir mag's wieder heiligen. Meine Seele frohlockt drob
|
||
daß Dirs wohl geht. Deine Grüße sind ausgericht. Alle grüßen Dich wieder und sind herzlich
|
||
froh daß sie drüber in die Höh springen möchten wann sie hören daß Du glücklich bist. <aq>
|
||
Mslle.</aq> König. Lauthin. Fibich. Zimmermann. Mechel. <aq>Spener. Sano.</aq> Prinz grüßen
|
||
Dich. <line
|
||
tab="1" />Hier ist ein Brief aus dem Philanthr. von Simon und Schweigh: es soll eine <aq>
|
||
Vocation</aq> drinn seyn für Herrn Lentz den man zum Schriftsteller fürs <aq>Philanth.</aq>
|
||
wünscht. Schreibst Du ihnen Antwort, so gieb ihnen meinen Gruß ich werd ihnen bald auch
|
||
schreiben. <line tab="1" />Wann ich die Woche das Pack aus Zürich nicht bekommen werde, so
|
||
schick ich Dir Deine verlangten Strasb. Manuscripte und machs mit den Briefen wie Du
|
||
verlangst. <line
|
||
tab="1" />Nicht mit meinem Namen aber desto mehr mit meinem Herzen ehre und liebe ich alle
|
||
verdienstvollen Männer. Insonders sag Dir wieder mit der wärmsten und immerbleibenden
|
||
Zärtlichkeit daß ich bin Dein Röderer. <line tab="1" />Hastu noch nicht 2 Briefe von mir
|
||
kriegt, der eine auf Darmstadt an Hn. Merk, der andere nach Weimar, in dem ich Dir sage daß
|
||
Fräulein von Waldner mit Herrn von Oberkirch den 1sten April um 12 Uhr in der Neuen Kirch <aq>
|
||
copulirt</aq> worden sind.</hand>
|
||
</letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 8/15: letter 188 (start line 3052, block #188) -->
|
||
<letterText letter="188"><page index="1" />
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||
<line tab="1" />Wie es zugeht lieber Lavater! daß ich
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||
das bewußte Bild noch nicht erhalte, da Du es doch Rödern für mich zugeschickt haben willst,
|
||
begreiffe ich nicht, macht mir aber viele Herzensquaal. Das einzige worinn ich auf der Welt
|
||
(ausser eurer Freundschaft) einen Werth setze, das einzige das mich in einer selbstgewählten
|
||
Einsamkeit von der ganzen Weit vergessen, erhalten sollte, zum Besten manches guten Menschen
|
||
erhalten – soll ich denn durchaus auf äusserste gebracht seyn. Ich verlange nichts, fodere
|
||
nichts als einen Schatten – einen Schatten der mich allein an diese Welt binden kann die mich in
|
||
allen meinen Verhältnissen peinigt. Ich will nicht müssig gehen in meiner Einöde, aber ich muß
|
||
etwas haben das meine Kräfte aufrecht erhält, das mich dem grossen Ziel entgegenspornt um des
|
||
willen ich nur noch lebe. Ich weiß sehr wohl daß dies <ul>Schatten,</ul> daß es ein Traum, daß
|
||
es Betrug ist, aber laß – wenn es nur seine Wirkung <sidenote pos="left" page="1"
|
||
annotation="am linken Rand der ersten Seite, vertikal">thut. Und wenn die vorher bestimmten
|
||
Schläge durch die unsichtbaren Mächte die mich brauchen <insertion pos="top">wollen</insertion>,
|
||
geschehen sind: was ist darnach an dem Instrument gelegen! <del>Das vermuthlich zum Unglück
|
||
bestimmt war.</del> Wende um</sidenote>
|
||
<page index="2" />
|
||
<line tab="1" />Ich habe Deinen 2ten
|
||
Teil Physiognomik nur flüchtig mit dem Herzog durchlauffen können, ihn bey manchen Stellen
|
||
aufmerksam gemacht, ihm vorgelesen und mich gefreut. Sobald ich Ruhe finde geh ich es mit
|
||
geweyhter Seele durch, jetzt bin ich auch selbst dazu unfähig. Du bist der Einzige dem ich diese
|
||
Art meiner Existenz klagen kann, und nicht einmal darinn finde ich Trost. Eine gänzliche
|
||
Taubheit meiner Nerven, die nur wenn ich arbeite, mich alle Stacheln des Schmerzens fühlen
|
||
lassen. Sage mir ein Wort insbesondere, das wird wohlthun: aber um alles in der Welt schone mich
|
||
nicht. Das macht bey mir alles nur schlimmer. Ich bin auf den Punkt verschwiegener unangenehmer
|
||
Nachrichten scharfsichtiger als Du glaubst. Wahrheit ist immer der einzige Trost <insertion
|
||
pos="top">für mich</insertion> gewesen. <page index="3" />
|
||
<line tab="1" />Wie ich itzt so
|
||
klein so schwach gegen ehemals mich fühle. Gieb mir mehr <insertion pos="top">wirkliche</insertion>
|
||
Schmerzen damit mich die imaginairen nicht unterkriegen. O Schmerzen Schmerzen Mann Gottes,
|
||
nicht Trost ist mein Bedürfniß. Diese Taubheit allein kann ich nicht ertragen. <line tab="1" />Du
|
||
bist in Carlsruhe gewesen, wie mir Herr von Edelsheim, Minister am dortigen Hofe, der die
|
||
Trauerpost von der russischen Großfürstin Tode hieher brachte, erzählt hat. Wie hat dirs dort
|
||
gefallen? Und solltest Du nicht den Weg über Strasb. genommen haben? Und solltest Du niemand
|
||
dort gesehen und gesprochen haben? <line
|
||
tab="1" />Bode ist eben von hier abgereist der Uebersetzer von Tristram Schandy. Goethens
|
||
Erwin ist mit der Musik von der Herzogin Mutter Ietzt hier aufgeführt worden. Frage doch Kaysern
|
||
ob er mich ganz vergessen hat? Hier warten soviele auf das Familiengemählde. <line tab="1" />Wie
|
||
wir mit Wiel. stehen, soll das Publikum nächstens öffentlich erfahren. Wie wärs, wenn er frömmer
|
||
wäre als wir alle? Ein wunderbarer Mann, dessen Erkenntniß mir hier sehr wohlthut. Im Musäum
|
||
(doch sags ihm nicht) laß ich bald etwas über ihn einrücken. Ich bin ihm sehr gut und seiner
|
||
Frau u. Kindern. <line
|
||
type="break" /><align pos="right">L.</align>
|
||
<page index="4" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="break" /><address>Herrn <line type="break" />Herrn <dul>JC. Lavater</dul>
|
||
<line
|
||
type="break" />Pfarrer am Waysenhause <line type="break" />zu <ul>Zürich</ul></address>
|
||
</letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 9/15: letter 214 (start line 3486, block #214) -->
|
||
<letterText letter="214"><page index="1" />
|
||
<line tab="1" />ich hab’ Euch versprochen es Euch sauer
|
||
zu machen, Klinger, ja Maler Müller und Wagner selbst, den recht sehr schätze. Nehmt Euch also
|
||
in Acht vor mir, parirt ja wohl und wenn Ihr Blöße findet, so stoßt hinein auf mich wie ihr
|
||
wollt und wie ihr könnt. Göthe hat ein Pasquill von mir, worin Euch allen die Köpfe gewaschen
|
||
werden – bis ihr gescheuter seyd </letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 10/15: letter 241 (start line 3915, block #241) -->
|
||
<letterText letter="241"><page index="1" />An keinem Orte keine Antwort. <line type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="break" />Herr Cästner mündliche Antwort, viele <aq>Compli.</aq> nebst Versicherung der
|
||
besten Besorgung. <line type="empty" />
|
||
<line type="break" />Herr Herder hat um 12 noch nicht
|
||
geschrieben will bis weitere Gelegenheit versparen <line type="empty" />
|
||
<line type="break" />Herrn
|
||
Göthe habe eigenhändig Ihren Brief gegeben, auch ohne Antwort. <line type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="break" />Philip habe auf 3 mal nicht angetrofen und Bothenfrau, will – oder kann nicht
|
||
länger warten. <line type="empty" />
|
||
<line type="break" />innliegend etwas, u. da es ein
|
||
Hofbedienter gebracht. <insertion pos="top">vermuthe</insertion> daß solches von Herrn Göthe sei
|
||
u etwan bei Durchl. Herzog geschrieben ist. <line type="empty" />
|
||
<line type="break" />Der
|
||
Schneider ist nicht fertig. Philip hat es vielleicht vergessen Dürfte ich Ihnen ersuchen, alle
|
||
Ihre Commiss. ohne <aq>Compliments</aq>
|
||
<line type="break" />
|
||
<line type="break" />an mich zu
|
||
schicken. Jeder Tag da ich die Bothenfrau vermuthe ist vor mich ein Freuden Tag. Seyn Sie deß
|
||
versichert. Leben Sie wohl. <page index="2" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line type="break" />Der
|
||
Brief ist nach Göttingen <aq>
|
||
francirt</aq> kostet aber nur 3 g. also 1 g. zurück. <line type="empty" />
|
||
<line type="break" />Viele
|
||
Compl. von Herrn von Kalb <line type="empty" />
|
||
<line type="break" /><align pos="right">
|
||
<aq>Schenck</aq>
|
||
</align>
|
||
</letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 11/15: letter 267 (start line 4227, block #267) -->
|
||
<letterText letter="267"><page index="1" />
|
||
<line tab="1" />Lieber Hafner! wenn Du oder Herr Otto
|
||
unter Euren Pappieren etwas habt, dessen Bekanntmachung ihr wünschtet (vorausgesetzt daß es
|
||
eurem eigenen höchsten Ideal von dem entspricht, was über die Sache gesagt werden könne <line
|
||
tab="1" />so dürft Ihrs nur mit einem Briefe gerade an Wieland begleiten (Herrn Hofrath
|
||
Wieland zu Weymar) er macht sich eine Freude daraus alles zu <ul>befördern</ul> was im Elsaß
|
||
Aufmerksamkeit verdient. Euer Zutrauen zu ihm kann unbegrenzt seyn, trauet dieses einem zu, der
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ihn gesehen, und nicht aus litterarischpolitischen Absichten sein Freund worden ist. <line
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tab="1" />Eine Kleinigkeit um die ich Euch aber bitten will insofern ich Euch nach unserer
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alten Freundschaft und als geborne Teutsche ansehe. Diese wäre, aus Gefälligkeit gegen Wieland
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den Namen unsers Vaterlandes künftig hin nicht mit einem weichen D. sondern mit einem harten T
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zu schreiben. Ich habe seine Gründe drüber gehört und mich aus eigner Willkühr entschlossen <page
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index="2" />dem alten Schulmeister Gottsched zum Trotz und einem Mann wie Wieland zu Liebe
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mein Vaterland nicht mehr zu beschimpfen wenn ich es von Deut einem Niedersächsischen Wort das
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„eine Nichtswürdigkeit“ bedeutet herleite, da unser Stifter Teut hieß und die älteste Schreibart
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diese kleine aber liebenswürdige Grille Wielands rechtfertigt. <line tab="1" />Wenn jemand Recht
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hat, Brüder! wer wollte einen Augenblick anstehen ihm Recht zu geben. <line tab="1" />Solltet
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Ihr sonst jemand wissen, der nicht aus Eigennutz, sondern aus inniger Liebe zur lautersten Ehre,
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aus Begierde den Edelsten unsers Vaterlandes auf eine edle Art bekannt zu werden, etwas das dem
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Elsaß Ehre machte, in den Merkur wollte rücken lassen, der es auf die geschwindeste und einzig
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mögliche Art an <page index="3" />unsern Höfen und in unsern besten Gesellschaften bekannt
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macht, so werdt Ihr mir einen Gefallen thun, mir Nachrichten von ihm zu geben, damit ich meine
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Einladung an ihn selber wenden könne. Adressirt die Briefe nur: an Herrn Hofrath Schlosser, in
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Emmedingen, abzugeben an Herrn Lenz. <sidenote
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pos="left" page="2" annotation="am linken Rand der zweiten Seite, vertikal">
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<line tab="1" />Sehr gut wäre es wenn Ihr zu allem was Ihr einschicktet, hinzusetztet: <ul>aus
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dem Elsaß,</ul> es mögte mit Eurem Namen oder mit andern Buchstaben unterzeichnet sein. Ramond
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wird vermuthlich schon vom Herrn Aktuarius erfahren haben, daß Ihre Durchl. die Herzoginn Mutter
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sein Drama, nachdem sie mich darum gefragt, behalten haben. <line tab="1" />Ganze <ul>grosse</ul>
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Dramen würde Wiel. schwerlich in den Merkur rücken können, wohl aber kleine. Ueberhaupt bitte
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ich, Euch kurz zu fassen.</sidenote>
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<line tab="1" />Wenn Du zu Herrn von Türkheim gehst so mach
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ihm von mir viele der schönsten Empfehlungen, nicht bloß wie sie seine persönlichen
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Liebenswürdigkeiten, sondern hauptsächlich seine patriotische Wärme für seine Vaterstadt
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verdienen. Melde mir welch einen Gang der Bürgerfreund und die Teutsche und Französische
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Gesellschaft in seinem Hause nehmen. Herrn Blessig empfiehl mich gleichfalls und schreib mir von
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seinen Neuigkeiten. Ein Gleiches bitte den Herren Ramond u. Matthieu zu thun wovon ich dem
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erstem Glück wünschen lasse, falls er schon abgestiegen ist von seinem <ul>hölzernen</ul>
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Pferde. Vermuthlich wirst Du bald hinauf steigen und dann einen glücklichen Ritt. <line
|
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type="break" />E. den 13ten. <line type="break" /><align
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pos="right">L.</align>
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<sidenote pos="left" page="3"
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annotation="am linken Rand der dritten Seite, vertikal">
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<line tab="1" />Es steht bei Euch, Eure Namen zu Euren Ausarbeitungen herzugeben, oder vorher
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zu versuchen welch ein Glück sie bei Kennern machen. Der Himmel walte über Euch und regiere
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Euch.</sidenote>
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<page
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index="4" />
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<line type="empty" />
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<line type="break" /><address>Herrn <line type="break" />
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Herrn <ul>
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Hafner</ul>
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<line type="break" />Candidaten der Theologie <line type="break" />zu Strasburg <line
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||
type="break" />gegenüber der neuen Kirche</address>
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</letterText>
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<!-- sample 12/15: letter 294 (start line 4983, block #294) -->
|
||
<letterText letter="294"><page index="1" /><align pos="right">Bern d. 7 August 1777 <line
|
||
type="break" /><gr>εν πιστει</gr>.</align>
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||
<line type="empty" />
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<line type="empty" />
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||
<line
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tab="1" />Lavater! ich bin hier in einem theuren Wirthshause und ohne Geld – und erwarte von
|
||
Dir – daß Du mir gleich nach Ansicht dieses eine Louisd’or und einen Dukaten zuschickest
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||
Schiebst Dus einen Posttag auf, so gerath ich in Schulden und andern Händeln die noch schlimmer
|
||
sind. Wie ich hie hergekommen, frag nicht, alles das läßt sich im Briefe nicht füglich sagen. –
|
||
Ich hoffe Schlosser hat Dir für mich schon Geld von Weygandt zugeschickt; ists geschehn, so wieg
|
||
ich Deinem Arm desto weniger, der mich in dem Fall in dem ich itzt bin, ganz allein stützen kann <line
|
||
tab="1" />Ich werde nicht in Zürich bleiben können. Ausgenommen daß vor der Hand – meine
|
||
Wirthschaftsumstände dort richten werde und mir deshalb ein acht Tage Aufenthalt in Deinem Hause
|
||
ausbitten muß. Kanns aber nicht seyn so sags nur ohne Rückhalt, <ul>denn Du bist ohnehin geplagt
|
||
genug.</ul> Deine jetzige Hülfe aber muß ich haben, weil auf die Schleunigkeit derselben eine
|
||
unendliche Menge Nebenumstände beruhet, die für mich eben sowohl von den besten als von den
|
||
entsetzlichsten Folgen seyn könnten <line type="break" /><align pos="right">Lenz.</align>
|
||
<sidenote
|
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pos="left" page="1" annotation="Am linken Rand, vertikal">Ich habe mich hinter Sitten von
|
||
Hohenthal getrennt, von dem ich kein Geld habe nehmen wollen.</sidenote>
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<line tab="1" />Meine
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||
Adresse ist in der Krone zu Bern. Ich verlasse mich drauf, aufs späteste künftigen Donnerstag
|
||
als den 14ten eine Antwort von Dir zu haben, wie mir Pestalotz der Jüngere, der diesen Brief
|
||
mitnimmt, versichert hat. – <line tab="1" />Gegenwärtigen Zettel laß doch Bester – Kaisern –
|
||
aber nicht dem Römischen – <ul>aufs geschwindeste</ul> zukommen. Vielleicht will er meine
|
||
Adresse, die ich ihm zu geben vergessen, alsdenn bitte sie ihm zu sagen. <aq>a rivederti.</aq>
|
||
</letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 13/15: letter 321 (start line 5467, block #321) -->
|
||
<letterText letter="321"><page index="1" /><ink ref="2">
|
||
<align pos="right">Riga d. 2ten 8br 1779 <insertion pos="top">a. St.</insertion></align>
|
||
</ink>
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||
<line
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||
type="break" />Theurester Bester! <line type="empty" />
|
||
<line tab="1" />Verzeyhen Sie die Form
|
||
dieses Briefs, wie die Zumuthung die er enthält und setzen beydes auf die Rechnung des
|
||
strengsten Vertrauens nicht in Ihre Freundschaft und Güte für mich, die, wie ich aus Proben
|
||
ersehen unbeschränkt ist – sondern in Ihre Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe. Ich bitte diese
|
||
Worte nicht nach dem Herkommen gedruckter Stutzernomenklatur – sondern diesmal nach der
|
||
Bedeutung der Einsamkeit und ihres Entschlusses auf immer zu nehmen. Also fort für diesmal mit
|
||
allen äußern Verhältnissen, die die schnelle Sprache dessen was eine besondere Lage der Umstände
|
||
jetzt auf mich wirken muß, nur höchst unfruchtbar aufhalten würden. <line tab="1" />Ich komme
|
||
eben von einem Besuch in Gesellschaft meines lieben grauen Vaters und eines jüngeren Bruders,
|
||
der Sie in Weymar gesehen, wo ich auf die sonderbarste Art von der Welt in die Enge gebracht
|
||
bin. Die zärtesten Sayten meines Herzens und möcht ich sagen, einer gewissen Art von Ehre deren
|
||
System ich eben nicht recht von mir geben kann, sind angeschlagen und – kurz ich bin diesmal in
|
||
großer Verlegenheit – – die vielleicht durch diesen Brief noch vergrössert wird; aber genug, ich
|
||
kann mir nicht helfen. Es ist lange vor meiner Ankunft in Riga von einer Besetzung des nur halb
|
||
erledigten Rektorats der Dohmschule (von dem Hr. D. Schlegel sich den Theologischen Theil
|
||
vorbehält) die Rede gewesen. Mir hatte man gleich bei meiner Ankunft ins Land verschiedene
|
||
Vorschläge nach Petersburg gemacht, von denen mein Herz, weiß ich aus was für Besorgnissen,
|
||
zurücksteuerte, doch ohne sie ganz aufzugeben. Ein Gönner meines Schwagers <page index="2" />ein
|
||
Edelmann der es auch ohne Geburt seyn würde, den soll ich sagen sein Herz oder sein Geschmak der
|
||
auf Ambassaden bis nach Spanien, wohl hat ausgebildet werden können, auch mir sehr anziehend
|
||
machen – schon damals gemacht hatten, als er von seinen ersten Reisen als blosser Cavalier durch
|
||
Königsberg nach Hause zurückgieng; erscheint in unsers Freund Hartknochs Laden. Außer dem
|
||
Anzüglichen seiner Person, hielt ichs in Ansehung meines Schwagers, der von dem Hause viel Güte
|
||
genossen, für Pflicht, ihn – und zugleich dem Haupt dieser Stadt, seinem Schwiegervater die
|
||
Aufwartung zu machen. Ich beredte, weil er von einem vorhabenden Besuch bey meinem Vater sprach,
|
||
den Altgen mit dazu, ihm zuvorzukommen. Wir treffen ihn nicht zu Hause, wohl aber den Hn.
|
||
Bürgermeister, einen der thätigsten und ausgezeichnetsten Patrioten der Stadt und – stellen Sie
|
||
sich meine Verwirrung vor, als ganz unvorbereitet, ganz überraschend für mich und vermuthlich
|
||
für alle die gegenwärtig waren, mit der Naivität von der Sie sich bey meinem Vater nur eine
|
||
dunkle Vorstellung – auch Sie! machen können, er förmlich bey der Schule für mich anspricht, und
|
||
wenn ihnen ein Subjekt dazu fehlte, mich – unparteyisch – welch ein Ausdruck – unparteyisch dazu
|
||
empfielt. Herr Burgermeisters S. Miene die sich dabey sichtbar veränderte, machte mir den Mann
|
||
noch einmal so ehrwürdig, denn nun hatte ich wenigstens meiner eignen Verlegenheit etwas
|
||
zuzugesellen. Noch mehr aber seine langsame und geflissentlich <page
|
||
index="3" />überlegte Antwort: es sey deswegen an auswärtige Gelehrte geschrieben worden, von
|
||
denen zwey abgesagt, itzt steh man mit einem dritten in Traktaten habe aber auch zugleich an Sie
|
||
– geschrieben und wolle in dem Stück ganz und gar auf Ihre Empfehlung fussen. Itzt hätte mir
|
||
wohl werden sollen, und mir wards – aber nicht so ganz – ich gehe zu einem Freunde wo ich von
|
||
andern in das Fach hin einschlagenden Dingen sehr beunruhigt, aber ohne daß sie mich selbst
|
||
angiengen, zu sprechen hatte, komme zurück und will sehen, was unsers Hartknochs sehr üble Brust
|
||
heute macht und – find ihn an einer Post nach Leipzig die er expedirt, und mir Pappier und Feder
|
||
hinlegt, wenn ich auch an jemand schreiben wollte. – An wen anders als an Sie – – mich zu
|
||
empfehlen? nicht doch – Ihre Empfehlung zu erbitten, zu verbitten – auch nicht, kurz ich weiß
|
||
selbst nicht was ich will, was ich soll – – aber an wen anders kann, darf ich das schreiben als
|
||
an Sie – Freund Goethe – hat mich wohl vergessen – mag will wie ich sehe sich in keins meiner
|
||
Angelegenheiten mehr mischen, wird vielleicht durch jede Art meiner Zuschriften selber soll ich
|
||
sagen beleidigt? – – doch gewiß beunruhigt – und soll ich empfolen sein – wär ichs am liebsten
|
||
von Ihnen. Guter Gott, aber Sie kennen, wenn Sie mein Herz ja kennen, weder mein Geschick
|
||
überhaupt noch zu einer solchen Stelle in sonderheit. Soviel sag ich Ihnen frey und wills druken
|
||
lassen, daß in <ul>meinem Vaterlande</ul> mir eine solche Stelle die wünschenswertheste wäre.
|
||
Und wem sollte sie es nicht seyn. Ich wollte solang wenigstens an mir pressen <page index="4" />bis
|
||
das was ich gutes und vortheilhaftes draussen eingesogen, ausgedrükt wäre, mögte man hernach mit
|
||
dem löchrichten Herzen machen was man wollte. Bey alledem aber habe ich die Theologie – nicht
|
||
gründlich studirt, kann auch keine grosse Theologen auf die grosse Bühne der Welt schicken.
|
||
Dafür aber hab ich mich ein wenig in der Geschichte und Gesetzen meines Vaterlands umgesehen,
|
||
die ich immer fleissiger mit Zuziehung der erfahrensten Männer zu studieren gedenke, will dabey
|
||
gern in dem bißgen Griechisch und modernen Sprachen, was ich weiß, auch in der sogenannten
|
||
schönen Kenntniß von Kunstwerken und Kunstsachen, auch wenn der Adel, der fast den zahlreichsten
|
||
Theil unsers Landes ausmacht und um Unterricht verlegen ist, mit zu unsrer Bürgerschule gezogen
|
||
werden soll, in besondern Stunden in dem historischen Theil der alten und neuen Taktik
|
||
Fortifikation u. s. f. soweit Unterricht geben, daß er hernach praktischem Unterricht schneller
|
||
nutzen kann, so auch in Staatsgeschichte und <ul>
|
||
Staatswirtschaft</ul> welches mir ein Hauptbedürfniß meines Vaterlands scheint – auch
|
||
lateinische Autoren lesen, und Redübungen mitbetreiben helfen, nach meinen Kräften – <line
|
||
tab="1" />Wissen Sie ein redlicheres, stärkeres und ausdaurenderes Subjekt für diese Anstalt
|
||
deren Einrichtung so wie die Stärke und Umfang seiner Nerven, Kräfte und erworbenen Anlagen Sie
|
||
kennen, so bezeuge ich hiemit vor Gott – den ich nicht leichtsinnig zum Zeugen nehmen mag – daß
|
||
ich der Anstalt Glük wünschen und mit dem Schmerz hier nicht haben nützen zu können mich auch a<tl></tl>hnen
|
||
lernen werde ohne einen Gedanken von <tl></tl>le den, Ihnen und Ihnen ähnlichen, mit voller
|
||
warmer Hochachtung gewiedmeten wegzugeben oder ärmer an <tl></tl>m Gefühl zu <sidenote
|
||
pos="left"
|
||
page="4" annotation="am linken Rand, vertikal"> werden, mit dem ich auch schweigend mich
|
||
jederzeit und überall nennen werde <line type="break" /><align pos="right">Ihren <line
|
||
type="break" />gehorsamstergebensten <line type="break" />JMR Lenz.</align>
|
||
<line
|
||
type="empty" />
|
||
<align pos="center">
|
||
<note>eingerahmt:</note>
|
||
</align>
|
||
<line type="break" />Mein Vater ist – für mich –
|
||
reich, so auch meine Geschwister. Daß also das nicht in Anschlag kommen darf.</sidenote>
|
||
</letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 14/15: letter 347 (start line 6091, block #347) -->
|
||
<letterText letter="347"><page index="1" /><align pos="center">HochEdelgeborner Herr <line
|
||
type="break" />Insonders hochzuverehrender Herr Justizbürgermeister.</align>
|
||
<line
|
||
type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="empty" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line tab="1" />Die Abwesenheit des Hn. v. Liphardt
|
||
hindert mich selbst zu kommen, welches mir auf den ersten freyen Augenblick vorbehalte; da meine
|
||
Eléven itzt ganz allein meiner Aufsicht überlassen sind. <line tab="1" />Da ich eben an Hn. <aq>
|
||
Nicolai</aq> schreibe, so nehme mir die Freiheit, wenn Ew. HochEdelgebornen an ihn schreiben
|
||
wollten, Ihnen mein <aq>Couvert</aq> dazu anzubieten. Ich hoffe alsdenn nächstens, Ihnen von der
|
||
Erfüllung seines Versprechens etwas überbringen zu können, da ihn Dero Liebhaberey für seltene
|
||
Manuscripte bekannt ist. <line tab="1" />Mit vollkommenster Ehrerbietung nenne mich, nach
|
||
gehorsamer Empfehlung <line
|
||
type="empty" />
|
||
<line type="break" /><align pos="right">Ew. HochEdelgebornen <line type="break" />Meines
|
||
hochzuehrenden Herrn <line type="empty" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line type="break" />ganz
|
||
ergebenster Diener <line type="break" />J M R Lenz.</align>
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="break" />Von Hause den 28ten 10br. 1780. <page index="4" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="break" /><address>Sr. HochEdelgebornen <line type="break" />dem Herrn Herrn K. F.
|
||
Gadebusch <line type="break" />Hochachtbaren Justiz-Bürgermeister der Kaiserlichen Stadt Derpt <line
|
||
type="break" />in Dero Behausung.</address>
|
||
</letterText>
|
||
|
||
<!-- sample 15/15: letter 374 (start line 6843, block #374) -->
|
||
<letterText letter="374"><page index="1" /><align pos="right">d. Jenner 1792.</align>
|
||
<line
|
||
type="break" /><align pos="center">Hochwolgebohrner Herr <line type="break" />insonders
|
||
hochzuverehrender Gönner</align>
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line
|
||
tab="1" />Ich habe Russische Zobelhändler aufgesucht, um sie aufzumuntern, eine Reise nach
|
||
Dörpt zu übernehmen, da ich weiß, daß der zahlreiche dasige Adel in der h.3. Köngismesse sich
|
||
sonst mit Pelzwerk von Frankreich aus Canada versieht und ich nicht begreiffe, warum ein solcher
|
||
Handel nicht mit Kaufleuten aus Moskau zu schliessen wäre. Allein ich ward krank über diese Jagd
|
||
und da mir das Ausgehen durch heftige Schmerzen gewehrt blieb, so glaubte wenigstens durch
|
||
einige Zeilen der Erinnemng genug zu thun, welche von Ew. Hochwolgeb. ersten Bekanntschaft auf
|
||
der Schule in fremde Länder mitnahm und wo ich nicht irre auf einem Conzert im Löwensternschen
|
||
Hause so überraschend angenehm in einem Jahrmarkt zu erneuren die Ehre hatte. Vielleicht reiset
|
||
einer unsrer hiesigen holländischen Kaufleute hinüber und nimmt diese Waare mit sich; es war mir
|
||
hauptsächlich daran gelegen, dem Liefländischen Adel welcher wie man mir gesagt, von der
|
||
Akademie der Wissenschaften Winke erhalten, daß die Monarchinn entweder in Dörpt oder in
|
||
Pleskau, wo die Ewst und Welika sich mit der Toropa vereinigen eine hohe Schule errichten wolle,
|
||
einheimischen Adel in den Landessprachen und Rechten unterrichten zu lassen, eh er die Fremde
|
||
besucht, etwa <ul>zur
|
||
Einweyhung</ul> eines neuen Gebäudes, wie der <ul>Domantische</ul> Zauberpallast eines
|
||
verwünschten Prinzen in Pieskau seyn soll, Vorschub zu thun. Man sprach von einer Drukerey, die
|
||
aus Oberpalen hieher versetzt werden sollte, und in der That wäre Herr Past. Hupel, der sich so
|
||
verdient ums Vaterland gemacht, nach der Beschreibung Hn. Bakmeister in Petersb. von der alten
|
||
Akademie zu Derpt, der einzige Gelehrte der <ul>werth</ul> wäre, an der <ul>Stiftung</ul> einer
|
||
Universität Teil zu nehmen, da es ihm, wenn er sich etwa im Sommer oder Wintersemester dort
|
||
aufhalten wollte, an einem Adjunkt in Oberpalen oder auch in Pieskau oder Derpt nicht fehlen
|
||
sollte. <page index="2" />
|
||
<line tab="1" />Es ist hier ein Fürst Gholizin der in Liefland Güter
|
||
hat und von seiner Bekanntschaft weiß ich zwey liebenswürdige Gelehrte aus der Schweitz, die
|
||
vielleicht gegen vortheilhafte Anträge aus Liefland nicht unempfindlich seyn würden. Im
|
||
Vorbeigehen <aq>„oserois je bien demander, mon cher Baron, si Vous aviez quelques Iiaisons avec
|
||
une certaine Dame Douairière, Soeur de Ia Generale Kurganoffsky de Ia flotte à S. Petersbourg.
|
||
Sa Soeur, comme elle ne doit pas ignorer, s’est donné une superbe maison et je crois que Me. d’A
|
||
** feroit très bien, de lui confier une ou deux de ses filles, dont on m’a dit, qu’une avoit un
|
||
promis, Officier au corps des Cadets, et que j’ai eû I’honneur de voir chez Me. de K**. Le
|
||
scrupule comme si son fief de Ia couronne courroit risque en eloignant une de ses filles,
|
||
cesseroit bien vite parceque ces sortes de donations sont pour Ia vie de Ia Douairière. De plus,
|
||
ce jeune officier dont depuis mon sejour ici je n’ai Ia moindre nouvelle, se trouvera
|
||
probablement encore au corps, oú une 20taine de <ul>Livoniens</ul> sont élevés aux depens de
|
||
I’Imperatrice. Ces Livoniens en sort<ul>ant du</ul> corps, pourro<ul>ient con</ul>tinuer leurs
|
||
études <ul>à Plesc</ul>ou, et Mons. de Pr<ul>attje se</ul> faire un merite distingué, de les
|
||
accompagner.“</aq>
|
||
<line tab="1" />Verzeihen Ew. Hochwolgeb. daß ich alle Mißverständnisse
|
||
zwischen Rußland und Liefland auf die Rechnung alter Chronikenschreiber und Schulfüchse setze.
|
||
Sie waren nicht viel besser als die Romanschreiber, die bei den häuffigen Pressen in Deutschland
|
||
sich wohl oft der seltsamen Anwendungen ihrer Rittergeschichten von der runden Tafel nicht
|
||
versehen würden. Die Schwürigkeiten der Sprache, die durch Sitten, Gebräuche, Speisen sich gern
|
||
möchten <ul>errathen</ul> lassen, wenn sie sich Feier in der <page index="3" />Aussprache zu
|
||
begehen scheuen, machen das einzige Mißverständniß. Die Russische Geistlichkeit in Petersburg
|
||
versteht sich sehr wohl mit der deutschen und wenn Drukereyen in beiden Sprachen oder die
|
||
Uebersetzung des nehmlichen Buchs in beyde – den Weg öfneten, so würde man bei dem Russen des
|
||
nehmlichen Nervensystems und Blutumlaufs, auch die nehmlichen Gesinnungen antreffen. <line
|
||
tab="1" />Ich befinde mich ein wenig in einer kritischen Lage, welche meinen lieben Brüdern
|
||
und Schwestern nicht unbekannt seyn kann. Man hält mich hier überall für reich – da ich doch
|
||
einen Vater habe, der bereits über dem Grabe schwebt, eine Wittwe als Tochter mit ihren Kindern
|
||
bei sich hat oder in Petersburg unterstützt und von den starken Familien meiner übrigen
|
||
wohlversorgten Geschwister gleichfalls in Anspruch genommen wird. – Es ist schwürig, mit meinen
|
||
Geschwistern Briefwechsel zu führen, denn da ein Prof. in Giessen mir die Ehre erwiesen mich mit
|
||
dem Romanschreiber – der aber in andem Aemtern dabei steht – Hn. Göthe in eine Liste zu setzen,
|
||
so suchen und finden sie in allen meinen Briefen nichts als unverständliche Worte Poesie und
|
||
Roman. Der Himmel wolle ihnen das wohlbekommen lassen und den Buchhandel in Liefland vermehren,
|
||
damit sie auch den berühmten Rousseau vom Fuß der Pedemontischen Gebirge zur Ehre unsrer Nation
|
||
in unsrer Sprache lesen können. Meine ziemlich ernsthafte Krankheit setzt dismal allen launigten
|
||
Nebenausschielenden Anspielungen Grenzen, unser Leben ist freilich auf diesem Erdball nur
|
||
allzuoft wunderbarer, als es sich das Hirn der Dichter und Leser von Gedichten vorstellen mag. –
|
||
– Ew. Hochwolgeb. Wollen mir meine Geschwätzigkeit als einem Kranken und zum Jahrmarkte
|
||
verzeihen da man gern viel spricht und ich hoffe, daß auch mein Bruder und Geschwister das Glük
|
||
haben werden, denenseihen aufzuwarten. Man spricht von neuen Magazinen die einige reiche
|
||
Entrepreneure von Metallgruben an verschiedenen Plätzen des Reichs errichten werden, welches <page
|
||
index="4" />da man in Liefland nur Branntwein nach Permien und Casan schikt, leicht zu einem
|
||
solidem Handel mit Brod und Gerstensaft Gelegenheit geben könnte, woran es in den Berggruben zu
|
||
mangeln scheint. Der Russische Tressenhandel würde z. B. nebst Kupfer zu Branntweinkesseln und
|
||
Eisen zu andern Kesseln, gegen Lieferungen an Grütze, Malz u. s. f. über Pleskau, Toropez und
|
||
Smolensk durch Agenten sehr wohl geführt werden, und manche Weitläuftigkeiten erspahren. Ich
|
||
will vom Leinwand und Strumpfhandel schweigen, der auch aus benachbarten Ländern geführt wird,
|
||
und da fast halb Rußland barfuß geht, bei Vereinigung der Düna mit dem Dnepr und der Moskwa mit
|
||
vielem Vortheil, nebst dasigen Lächsen und gesalzenem Fleisch gegen Sibirische Fische geführt
|
||
werden könnte, die man auf dem Wasser lebend erhalten kann. Sollten die Engländer mehr Bley und
|
||
Zinn einführen, daß mehr Küchengeräth angeschafft werden könnte und sich etwa ihres Plüsch und
|
||
Manchesterhandels wegen in Absicht der Geistlichen mit der <ul>Krone</ul> in Verhandlungen
|
||
einlassen, so würde der innere Handel auf den Liefländischen Märkten bald mehr Vergnügen machen,
|
||
als selbst der entfernte. Ich breche ab um Ew. Hochwohlgeb. als ein Kranker die aufrichtige
|
||
Achtung zu bezeugen, welche mir Ihr persönliches Bezeigen eingeflößt. Den Liphartischen Häusern
|
||
bezeige meine Ehrerbietung gleichfalls, und den jungen von Löwenstern bitte gelegentlich
|
||
beizubringen, daß ihr ehmaliger Hofmeister im Hause des D. <ul>Büsching</ul> in Berlin schon vor
|
||
mehrern Jahren den Schritt gethan, den wir alle einmal machen werden und welchem in diesen Tagen
|
||
auch bisweilen nahe war. <line type="break" /><align pos="right">Ew. Hochwolgebornen <line
|
||
type="break" />gehorsamer Diener <line type="break" />JMR Lenz.</align>
|
||
<line type="break" />Moskau,
|
||
d. 14ten Jenner 1792. <line type="empty" />
|
||
<line type="break" />Hn. Postmeister Peuker wird
|
||
dieser Brief wo möglich zur Bestellung ergebenst empfohlen. <line type="empty" />
|
||
<line
|
||
type="break" /><address>
|
||
<line type="empty" />
|
||
<line type="break" />
|
||
<align pos="center">
|
||
<aq>á Monsieur <line type="break" />Monsieur le Baron de Stiernhielm <line type="break" />possesseur
|
||
des terres <line type="break" />á Wasola</aq>
|
||
</align>
|
||
</address>
|
||
</letterText>
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