diff --git a/example.xml b/example.xml new file mode 100644 index 0000000..acbeed3 --- /dev/null +++ b/example.xml @@ -0,0 +1,613 @@ + + + + + HochEdelgeborner Hochgelahrter Herr Secretair + VerEhrungswürdigster Gönner! + + + Ew. HochEdelgebh: haben mich durch die neue Probe von Dero + schätzbaren Gewogenheit ausserorndtlich beschämt. Meine Feder ist zu schwach, Denenselben die + regen Empfindungen meines Herzens darüber zu schildern. Ich weiß Ew. HochEdelgebh: meine + Dankbegierde auf keine andere Art an den Tag zu legen, als daß ich meine gestrigen Wünsche für + Dero Wohlseyn wiederhole, und die gütige Vorsicht um die Erhörung derselben anflehe. Der Herr + überschütte Dieselben und Dero werthes Hauß im künftigen Jahr mit tausend Seegen und Heil. Er + erhalte Ew. HochEdelgebh: bis zu den spätesten Zeiten im ersprießlichsten Wohlergehen. Er bewahre + Ew. HochEdelgebh: für alle wiedrige Zufälle in den künftigen Jahren, und lasse + mich noch lange das Glük geniessen, Dieselben in dem blühendsten Wohlstande zu sehen, und mich mit + dem erkenntlichsten Herzen nennen zu dürfen + HochEdelgebohrner Hochgelahrter Herr Secretair Verehrungswürdigster + Gönner Ew. HochEdelgebh: + + + + Von Hause, d. 2 Jenner, 1765. + gehorsamsten Diener Jacob Michael + Reinhold Lenz + + + + + Mein Schatten soll Ihnen Rö– schiken ich + bin froh mich Ihnen als Physiognom nur im Profil zeigen zu dürfen, von meinem Brustbild machte + Ihnen die
    Güte Ihres Herzens
eine viel zu vortheilhafte Zeichnung. Dafür bin ich aber + Herz genug gewesen, das Ihrige an meine Lippen zu drüken u: einen Wunsch gen Himmel zu schiken, + den Mann von Angesicht zu sehen, mit dem ich einen Briefwechsel scheüe, bis ich ihn inniger u: + vertrauter – führen kann – das heißt bis Ihre
    gute
Meynung von mir nicht mehr Vortheil + ist. Ich bin den Armen eines Vaters entschlüpft, der so redlich dachte als Sie, + obgleich nicht so aufgeklärt. Seyen Sie mein Vater! Lenz.
+ + + + + + vous pouvez vous fier a ma parole d’honneur que ladite feuille ne sera jamais publiée avec
    ma + bonne volonté.
Aussi n’etoit elle ecrite qu’
    après le point de vue d’une grande partie + de vos lecteurs, dont
les caquets au sujet de vous et de vos ecrits ne parviennent jamais + jusqu’a vous. Je n’aurois pas crú, que cela pourroit te faire quelque peine, je ne te l’ ai + communiqué que pour sonder tes façons d’envisager ces choses lá, pour pouvoir a l’ avenir dire + quelque chose de plus raisonnable la dessuzis. Voila mes intentions,
    j’ai tout employé de
+ supprimer cela et je te puis
    assurer d’ avance
qu’il ne verra jamais le jour. Nous en + parlerons davantage.
+ + Le. + + Remerciemens pour la peine que vous vous etes donnée avec les Lindaviana + + + linke Spalte + + + + Wurstfresser aus dem Scheishaus.
    Piphahn.
+ Margaretlin Madre de tuti I Santi
    Galloch Schalloch
+ Leisekentritt. Schleicher. Lasueangel. Laus. Angel. Hengst mensch von einer Prinzeß + + rechte + Spalte + Eulenspiegel Fotzenhut Dreckfincke Saumagen Faselhans Blaufincke – halb + klein Hanswurst beym Freyschmausen + Hundsfut Gast Rolle Ahlke Pöleke die dumm ist und war + n’a + Kropfliesgen. von Harz + Metze Dreyhaar Alte Hure Kupplerin Schlinschlanschlodi, kommt + von Akademien Metze Magen Regenwurm Ganz Magen
+
+
+ + + + Gieb mir den gemißbrauchten Namen Gottes + zurück Herder! mein böser Genius hieß mich das schreiben Die Soldaten können noch + nicht gedruckt werden. Erröthen muß ich freilich über den Unverstand meines letzten Briefes. Gott + wo war ich, als ich ihn schrieb. Mache Dir keine Gedanken über die Ebbe und Fluth + meines Entschlusses. Es sind lauter Lokalverhältnisse die mich so peinigen. Die aber aufhören + werden. Ein Poet ist das unglücklichste Wesen unter der Sonnen. Grüsse Deine Frau. + Sollte ich von hier reisen oder sollte es einst Zeit seyn das grosse Trauerspiel aufzudecken, so + werd’ ich Dir vorher schreiben. Bis dahin muß ich noch stumm die Zähne zusammenbeissen und die + Leiden meines Volks in meinem verborgensten Herzen wüthen lassen. + Strasburg d 18ten Nvbr. 1775. Lenz. + Solltest Du es einst künftig drucken + lassen, so muß auch alsdann mein Name im Anfange verschwiegen bleiben. Ich sag es Dir hier voraus, + falls ich es etwa alsdann zu erinnern vergessen sollte. + + + Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel: + + +
Herrn Herrn
    Herder
+ Consistorialrath in
    Bückeburg.
+
+ + + + Empfangen. Den 12 Febr. 1776. + + + Bester Freund! + + Eben + jetzt erfahre ich von Me. la Roche, was ich noch nie gewußt, daß sie einen Sohn bey Wiel. im Hause + gehabt. Ein Donnerschlag hätte mir nicht empfindlicher kommen können als eine Nachricht, die + soviel Beziehung auf meine Pasquinade hat, denn ich wollte eher alles in der Welt als diese Frau + oder etwas das ihr angeht beleidigen oder kompromittiren. Können Sie es also auf irgend eine Art + machen, daß die Wolken entweder gar nicht oder wenn dies
    unmöglich ist,
statt der + deutschen Namen die Griechischen aus dem Aristophanes:
    Strepsiades und Phidippides
(für + Leopold Sauk etc:) gesetzt und die Vertheidigung W. gegen die Wolken durchaus
    nicht + an diese
angehängt, sondern
    detaschirt
gedruckt werden als Palinodie nicht als + prämeditirte versteckte Apologie derselben. Wie gesagt ich bin über diese Nachricht ausser mir + denn sie zertrümmert mein ganzes Projeckt, das nichts weniger war als irgend eine Privatperson + durch meine Possenreissereyen zu beleidigen sondern nur W. aus seinen Schriften turlupiniren + wollte. L. + + + + Wenn der Druck der Wolken ganz inhibirt werden kann, ich gebe was darum. Die + Palinodie kann und, muß deswegen doch in die Welt. Desto origineller ist sie. Man kann dazu + setzen, der V. habe den Druck der W. verhindert und weil viele sie im Mskpt. gelesen, dies zu + seiner Rechtfertigung geschrieben. Ich will nichts dafür. +
+ + + + Empf. 23. März 1776. + + + Den 15ten Merz + + Eine Reise deren Folgen + für mein Vaterland wichtiger als für mich seyn werden, zwingt mich bester der Menschen Sie zu + beschwören daß Sie bey Herrn Reich alles anwenden mir das Geld das er
    für die Soldaten
+ versprochen, sogleich durch Ihre gütige Vermittlung zu übermachen und zwar unter
    dem Couvert
    des + Herrn Merk in Darmstadt
mit dem ich deswegen schon die gehörige Abrede genommen. Sollte es + auch unter der mir schmerzlichen Bedingung seyn, daß er das Stück schon auf Ostern bekannt machen + müßte. Ich brauche Geld nöthiger als das Leben und das zu einem entscheidenden + Augenblick der hernach nicht wiederkommt. Könnt’ ich auch für die andere Piece etwas vorausbezahlt + bekommen von der Ihnen Boje gesagt haben wird so geschäh mir
    auf ewig
eine Wohlthat. Ich + bin auf der Hälfte des Weges der meine Laufbahn endet – und komme zu kurz. Helfen Sie! + Ihrem aufs Äusserste + gebrachten JMRLenz. + + Richten + Sie den Brief nur an Herrn Merk in Darmstadt. + könnte es aufs späteste in 14 Tagen da seyn. Verzeyhen Sie das erste und + letztemal daß mich die Noth zwingt in dem
    Grad unbescheiden
zu seyn. Wie werd ichs in + meinem ganzen Leben gut machen?
+ +
Herrn Herrn Leibarzt
    Zimmermann
+ in
    + Hannover
+
+ + + + + + Mich freut’s liebster Mann wenn es Ihnen wohl gehet. Ihr Briefgen habe erhalten + und ihre aufträge sind besorgt bis auf H: Fibich den ich noch nicht gesehen habe. Herr Prof. + Koch sagt mir Sie hätten ein Buch von der Bibliothek, ich dachte Sie hätten alle nach Hause + geschickt: Er hat es aber doch nicht zurück begehrt. Ich denke Sie kommen bald wieder wann nicht + allenfalls eine beßere vocation Sie uns weg kapert. Vielen Empfehlungen an + meinen Liebsten Goethe, H. V. Knebel, Graf Stollberg und unbekannter weis an Hn. Hofrath + Wieland. Hetzler hat mir den 1ten Bogen von meinen Abhandlungen zugeschickt Sie werden auf die + Meße fertig. Lieben Sie mich Saltzmann + + Strasburg den 16ten Apr:
    1776.
+ + + + D 16. Apr. 76. + Laß mich mit ein paar Worten + dieß Blatt profaniren, meine Liebe zu Dir mag's wieder heiligen. Meine Seele frohlockt drob daß + Dirs wohl geht. Deine Grüße sind ausgericht. Alle grüßen Dich wieder und sind herzlich froh daß + sie drüber in die Höh springen möchten wann sie hören daß Du glücklich bist. Mslle. + König. Lauthin. Fibich. Zimmermann. Mechel. Spener. Sano. Prinz grüßen Dich. Hier ist ein Brief aus dem Philanthr. von Simon und Schweigh: es soll eine + Vocation drinn seyn für Herrn Lentz den man zum Schriftsteller fürs Philanth. + wünscht. Schreibst Du ihnen Antwort, so gieb ihnen meinen Gruß ich werd ihnen bald auch + schreiben. Wann ich die Woche das Pack aus Zürich nicht bekommen werde, so + schick ich Dir Deine verlangten Strasb. Manuscripte und machs mit den Briefen wie Du verlangst. Nicht mit meinem Namen aber desto mehr mit meinem Herzen ehre und liebe ich alle + verdienstvollen Männer. Insonders sag Dir wieder mit der wärmsten und immerbleibenden + Zärtlichkeit daß ich bin Dein Röderer. Hastu noch nicht 2 Briefe von mir kriegt, + der eine auf Darmstadt an Hn. Merk, der andere nach Weimar, in dem ich Dir sage daß Fräulein von + Waldner mit Herrn von Oberkirch den 1sten April um 12 Uhr in der Neuen Kirch copulirt + worden sind. +
+ + + + Wie es zugeht lieber Lavater! daß ich das + bewußte Bild noch nicht erhalte, da Du es doch Rödern für mich zugeschickt haben willst, begreiffe + ich nicht, macht mir aber viele Herzensquaal. Das einzige worinn ich auf der Welt (ausser eurer + Freundschaft) einen Werth setze, das einzige das mich in einer selbstgewählten Einsamkeit von der + ganzen Weit vergessen, erhalten sollte, zum Besten manches guten Menschen erhalten – soll ich denn + durchaus auf äusserste gebracht seyn. Ich verlange nichts, fodere nichts als einen Schatten – + einen Schatten der mich allein an diese Welt binden kann die mich in allen meinen Verhältnissen + peinigt. Ich will nicht müssig gehen in meiner Einöde, aber ich muß etwas haben das meine Kräfte + aufrecht erhält, das mich dem grossen Ziel entgegenspornt um des willen ich nur noch lebe. Ich + weiß sehr wohl daß dies
    Schatten,
daß es ein Traum, daß es Betrug ist, aber laß – wenn es + nur seine Wirkung thut. Und wenn die vorher bestimmten + Schläge durch die unsichtbaren Mächte die mich brauchen wollen, + geschehen sind: was ist darnach an dem Instrument gelegen! Das vermuthlich zum Unglück + bestimmt war. Wende um + + Ich habe Deinen 2ten Teil + Physiognomik nur flüchtig mit dem Herzog durchlauffen können, ihn bey manchen Stellen aufmerksam + gemacht, ihm vorgelesen und mich gefreut. Sobald ich Ruhe finde geh ich es mit geweyhter Seele + durch, jetzt bin ich auch selbst dazu unfähig. Du bist der Einzige dem ich diese Art meiner + Existenz klagen kann, und nicht einmal darinn finde ich Trost. Eine gänzliche Taubheit meiner + Nerven, die nur wenn ich arbeite, mich alle Stacheln des Schmerzens fühlen lassen. Sage mir ein + Wort insbesondere, das wird wohlthun: aber um alles in der Welt schone mich nicht. Das macht bey + mir alles nur schlimmer. Ich bin auf den Punkt verschwiegener unangenehmer Nachrichten + scharfsichtiger als Du glaubst. Wahrheit ist immer der einzige Trost für mich + gewesen. + Wie ich itzt so klein so schwach gegen ehemals mich + fühle. Gieb mir mehr wirkliche Schmerzen damit mich die + imaginairen nicht unterkriegen. O Schmerzen Schmerzen Mann Gottes, nicht Trost ist mein Bedürfniß. + Diese Taubheit allein kann ich nicht ertragen. Du bist in Carlsruhe gewesen, wie + mir Herr von Edelsheim, Minister am dortigen Hofe, der die Trauerpost von der russischen + Großfürstin Tode hieher brachte, erzählt hat. Wie hat dirs dort gefallen? Und solltest Du nicht + den Weg über Strasb. genommen haben? Und solltest Du niemand dort gesehen und gesprochen haben? Bode ist eben von hier abgereist der Uebersetzer von Tristram Schandy. Goethens Erwin + ist mit der Musik von der Herzogin Mutter Ietzt hier aufgeführt worden. Frage doch Kaysern ob er + mich ganz vergessen hat? Hier warten soviele auf das Familiengemählde. Wie wir mit + Wiel. stehen, soll das Publikum nächstens öffentlich erfahren. Wie wärs, wenn er frömmer wäre als + wir alle? Ein wunderbarer Mann, dessen Erkenntniß mir hier sehr wohlthut. Im Musäum (doch sags ihm + nicht) laß ich bald etwas über ihn einrücken. Ich bin ihm sehr gut und seiner Frau u. Kindern. L. + + +
Herrn Herrn JC. Lavater + Pfarrer am Waysenhause zu
    Zürich
+
+ + + + ich hab’ Euch versprochen es Euch sauer + zu machen, Klinger, ja Maler Müller und Wagner selbst, den recht sehr schätze. Nehmt Euch also in + Acht vor mir, parirt ja wohl und wenn Ihr Blöße findet, so stoßt hinein auf mich wie ihr wollt und + wie ihr könnt. Göthe hat ein Pasquill von mir, worin Euch allen die Köpfe gewaschen werden – bis + ihr gescheuter seyd + + +An keinem Orte keine Antwort. + Herr Cästner mündliche Antwort, viele Compli. nebst Versicherung der + besten Besorgung. + Herr Herder hat um 12 noch nicht + geschrieben will bis weitere Gelegenheit versparen + Herrn + Göthe habe eigenhändig Ihren Brief gegeben, auch ohne Antwort. + Philip habe auf 3 mal nicht angetrofen und Bothenfrau, will – oder kann nicht + länger warten. + innliegend etwas, u. da es ein + Hofbedienter gebracht. vermuthe daß solches von Herrn Göthe sei u + etwan bei Durchl. Herzog geschrieben ist. + Der Schneider + ist nicht fertig. Philip hat es vielleicht vergessen Dürfte ich Ihnen ersuchen, alle Ihre Commiss. + ohne Compliments + + an mich zu schicken. Jeder Tag + da ich die Bothenfrau vermuthe ist vor mich ein Freuden Tag. Seyn Sie deß versichert. Leben Sie + wohl. + + Der Brief ist nach Göttingen + francirt kostet aber nur 3 g. also 1 g. zurück. + Viele + Compl. von Herrn von Kalb + + Schenck + + + + + + Lieber Hafner! wenn Du oder Herr Otto + unter Euren Pappieren etwas habt, dessen Bekanntmachung ihr wünschtet (vorausgesetzt daß es eurem + eigenen höchsten Ideal von dem entspricht, was über die Sache gesagt werden könne so + dürft Ihrs nur mit einem Briefe gerade an Wieland begleiten (Herrn Hofrath Wieland zu Weymar) er + macht sich eine Freude daraus alles zu
    befördern
was im Elsaß Aufmerksamkeit verdient. + Euer Zutrauen zu ihm kann unbegrenzt seyn, trauet dieses einem zu, der ihn gesehen, und nicht aus + litterarischpolitischen Absichten sein Freund worden ist. Eine Kleinigkeit um die + ich Euch aber bitten will insofern ich Euch nach unserer alten Freundschaft und als geborne + Teutsche ansehe. Diese wäre, aus Gefälligkeit gegen Wieland den Namen unsers Vaterlandes künftig + hin nicht mit einem weichen D. sondern mit einem harten T zu schreiben. Ich habe seine Gründe + drüber gehört und mich aus eigner Willkühr entschlossen dem alten Schulmeister + Gottsched zum Trotz und einem Mann wie Wieland zu Liebe mein Vaterland nicht mehr zu beschimpfen + wenn ich es von Deut einem Niedersächsischen Wort das „eine Nichtswürdigkeit“ bedeutet herleite, + da unser Stifter Teut hieß und die älteste Schreibart diese kleine aber liebenswürdige Grille + Wielands rechtfertigt. Wenn jemand Recht hat, Brüder! wer wollte einen Augenblick + anstehen ihm Recht zu geben. Solltet Ihr sonst jemand wissen, der nicht aus + Eigennutz, sondern aus inniger Liebe zur lautersten Ehre, aus Begierde den Edelsten unsers + Vaterlandes auf eine edle Art bekannt zu werden, etwas das dem Elsaß Ehre machte, in den Merkur + wollte rücken lassen, der es auf die geschwindeste und einzig mögliche Art an unsern + Höfen und in unsern besten Gesellschaften bekannt macht, so werdt Ihr mir einen Gefallen thun, mir + Nachrichten von ihm zu geben, damit ich meine Einladung an ihn selber wenden könne. Adressirt die + Briefe nur: an Herrn Hofrath Schlosser, in Emmedingen, abzugeben an Herrn Lenz. + Sehr gut wäre es wenn Ihr zu allem was Ihr einschicktet, hinzusetztet:
    aus + dem Elsaß,
es mögte mit Eurem Namen oder mit andern Buchstaben unterzeichnet sein. Ramond + wird vermuthlich schon vom Herrn Aktuarius erfahren haben, daß Ihre Durchl. die Herzoginn Mutter + sein Drama, nachdem sie mich darum gefragt, behalten haben. Ganze
    grosse
+ Dramen würde Wiel. schwerlich in den Merkur rücken können, wohl aber kleine. Ueberhaupt bitte ich, + Euch kurz zu fassen.
+ Wenn Du zu Herrn von Türkheim gehst so mach ihm von + mir viele der schönsten Empfehlungen, nicht bloß wie sie seine persönlichen Liebenswürdigkeiten, + sondern hauptsächlich seine patriotische Wärme für seine Vaterstadt verdienen. Melde mir welch + einen Gang der Bürgerfreund und die Teutsche und Französische Gesellschaft in seinem Hause nehmen. + Herrn Blessig empfiehl mich gleichfalls und schreib mir von seinen Neuigkeiten. Ein Gleiches bitte + den Herren Ramond u. Matthieu zu thun wovon ich dem erstem Glück wünschen lasse, falls er schon + abgestiegen ist von seinem
    hölzernen
Pferde. Vermuthlich wirst Du bald hinauf steigen und + dann einen glücklichen Ritt. E. den 13ten. L. + + Es steht bei Euch, Eure Namen zu Euren Ausarbeitungen herzugeben, oder vorher zu + versuchen welch ein Glück sie bei Kennern machen. Der Himmel walte über Euch und regiere Euch. + + +
Herrn Herrn
    + Hafner
+ Candidaten der Theologie zu Strasburg gegenüber der neuen Kirche
+
+ + +Bern d. 7 August 1777 εν πιστει. + + + Lavater! ich bin hier in einem theuren Wirthshause und ohne Geld – und erwarte von Dir + – daß Du mir gleich nach Ansicht dieses eine Louisd’or und einen Dukaten zuschickest Schiebst Dus + einen Posttag auf, so gerath ich in Schulden und andern Händeln die noch schlimmer sind. Wie ich + hie hergekommen, frag nicht, alles das läßt sich im Briefe nicht füglich sagen. – Ich hoffe + Schlosser hat Dir für mich schon Geld von Weygandt zugeschickt; ists geschehn, so wieg ich Deinem + Arm desto weniger, der mich in dem Fall in dem ich itzt bin, ganz allein stützen kann Ich werde nicht in Zürich bleiben können. Ausgenommen daß vor der Hand – meine + Wirthschaftsumstände dort richten werde und mir deshalb ein acht Tage Aufenthalt in Deinem Hause + ausbitten muß. Kanns aber nicht seyn so sags nur ohne Rückhalt,
    denn Du bist ohnehin geplagt + genug.
Deine jetzige Hülfe aber muß ich haben, weil auf die Schleunigkeit derselben eine + unendliche Menge Nebenumstände beruhet, die für mich eben sowohl von den besten als von den + entsetzlichsten Folgen seyn könnten Lenz. + Ich habe mich hinter Sitten von + Hohenthal getrennt, von dem ich kein Geld habe nehmen wollen. + Meine + Adresse ist in der Krone zu Bern. Ich verlasse mich drauf, aufs späteste künftigen Donnerstag als + den 14ten eine Antwort von Dir zu haben, wie mir Pestalotz der Jüngere, der diesen Brief mitnimmt, + versichert hat. – Gegenwärtigen Zettel laß doch Bester – Kaisern – aber nicht dem + Römischen –
    aufs geschwindeste
zukommen. Vielleicht will er meine Adresse, die ich ihm zu + geben vergessen, alsdenn bitte sie ihm zu sagen. a rivederti. +
+ + + + Riga d. 2ten 8br 1779 a. St. + + Theurester Bester! + Verzeyhen Sie die Form + dieses Briefs, wie die Zumuthung die er enthält und setzen beydes auf die Rechnung des strengsten + Vertrauens nicht in Ihre Freundschaft und Güte für mich, die, wie ich aus Proben ersehen + unbeschränkt ist – sondern in Ihre Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe. Ich bitte diese Worte nicht + nach dem Herkommen gedruckter Stutzernomenklatur – sondern diesmal nach der Bedeutung der + Einsamkeit und ihres Entschlusses auf immer zu nehmen. Also fort für diesmal mit allen äußern + Verhältnissen, die die schnelle Sprache dessen was eine besondere Lage der Umstände jetzt auf mich + wirken muß, nur höchst unfruchtbar aufhalten würden. Ich komme eben von einem + Besuch in Gesellschaft meines lieben grauen Vaters und eines jüngeren Bruders, der Sie in Weymar + gesehen, wo ich auf die sonderbarste Art von der Welt in die Enge gebracht bin. Die zärtesten + Sayten meines Herzens und möcht ich sagen, einer gewissen Art von Ehre deren System ich eben nicht + recht von mir geben kann, sind angeschlagen und – kurz ich bin diesmal in großer Verlegenheit – – + die vielleicht durch diesen Brief noch vergrössert wird; aber genug, ich kann mir nicht helfen. Es + ist lange vor meiner Ankunft in Riga von einer Besetzung des nur halb erledigten Rektorats der + Dohmschule (von dem Hr. D. Schlegel sich den Theologischen Theil vorbehält) die Rede gewesen. Mir + hatte man gleich bei meiner Ankunft ins Land verschiedene Vorschläge nach Petersburg gemacht, von + denen mein Herz, weiß ich aus was für Besorgnissen, zurücksteuerte, doch ohne sie ganz aufzugeben. + Ein Gönner meines Schwagers ein Edelmann der es auch ohne Geburt seyn würde, den + soll ich sagen sein Herz oder sein Geschmak der auf Ambassaden bis nach Spanien, wohl hat + ausgebildet werden können, auch mir sehr anziehend machen – schon damals gemacht hatten, als er + von seinen ersten Reisen als blosser Cavalier durch Königsberg nach Hause zurückgieng; erscheint + in unsers Freund Hartknochs Laden. Außer dem Anzüglichen seiner Person, hielt ichs in Ansehung + meines Schwagers, der von dem Hause viel Güte genossen, für Pflicht, ihn – und zugleich dem Haupt + dieser Stadt, seinem Schwiegervater die Aufwartung zu machen. Ich beredte, weil er von einem + vorhabenden Besuch bey meinem Vater sprach, den Altgen mit dazu, ihm zuvorzukommen. Wir treffen + ihn nicht zu Hause, wohl aber den Hn. Bürgermeister, einen der thätigsten und ausgezeichnetsten + Patrioten der Stadt und – stellen Sie sich meine Verwirrung vor, als ganz unvorbereitet, ganz + überraschend für mich und vermuthlich für alle die gegenwärtig waren, mit der Naivität von der Sie + sich bey meinem Vater nur eine dunkle Vorstellung – auch Sie! machen können, er förmlich bey der + Schule für mich anspricht, und wenn ihnen ein Subjekt dazu fehlte, mich – unparteyisch – welch ein + Ausdruck – unparteyisch dazu empfielt. Herr Burgermeisters S. Miene die sich dabey sichtbar + veränderte, machte mir den Mann noch einmal so ehrwürdig, denn nun hatte ich wenigstens meiner + eignen Verlegenheit etwas zuzugesellen. Noch mehr aber seine langsame und geflissentlich überlegte Antwort: es sey deswegen an auswärtige Gelehrte geschrieben worden, von + denen zwey abgesagt, itzt steh man mit einem dritten in Traktaten habe aber auch zugleich an Sie – + geschrieben und wolle in dem Stück ganz und gar auf Ihre Empfehlung fussen. Itzt hätte mir wohl + werden sollen, und mir wards – aber nicht so ganz – ich gehe zu einem Freunde wo ich von andern in + das Fach hin einschlagenden Dingen sehr beunruhigt, aber ohne daß sie mich selbst angiengen, zu + sprechen hatte, komme zurück und will sehen, was unsers Hartknochs sehr üble Brust heute macht und + – find ihn an einer Post nach Leipzig die er expedirt, und mir Pappier und Feder hinlegt, wenn ich + auch an jemand schreiben wollte. – An wen anders als an Sie – – mich zu empfehlen? nicht doch – + Ihre Empfehlung zu erbitten, zu verbitten – auch nicht, kurz ich weiß selbst nicht was ich will, + was ich soll – – aber an wen anders kann, darf ich das schreiben als an Sie – Freund Goethe – hat + mich wohl vergessen – mag will wie ich sehe sich in keins meiner Angelegenheiten mehr mischen, + wird vielleicht durch jede Art meiner Zuschriften selber soll ich sagen beleidigt? – – doch gewiß + beunruhigt – und soll ich empfolen sein – wär ichs am liebsten von Ihnen. Guter Gott, aber Sie + kennen, wenn Sie mein Herz ja kennen, weder mein Geschick überhaupt noch zu einer solchen Stelle + in sonderheit. Soviel sag ich Ihnen frey und wills druken lassen, daß in
    meinem Vaterlande
+ mir eine solche Stelle die wünschenswertheste wäre. Und wem sollte sie es nicht seyn. Ich wollte + solang wenigstens an mir pressen bis das was ich gutes und vortheilhaftes + draussen eingesogen, ausgedrükt wäre, mögte man hernach mit dem löchrichten Herzen machen was man + wollte. Bey alledem aber habe ich die Theologie – nicht gründlich studirt, kann auch keine grosse + Theologen auf die grosse Bühne der Welt schicken. Dafür aber hab ich mich ein wenig in der + Geschichte und Gesetzen meines Vaterlands umgesehen, die ich immer fleissiger mit Zuziehung der + erfahrensten Männer zu studieren gedenke, will dabey gern in dem bißgen Griechisch und modernen + Sprachen, was ich weiß, auch in der sogenannten schönen Kenntniß von Kunstwerken und Kunstsachen, + auch wenn der Adel, der fast den zahlreichsten Theil unsers Landes ausmacht und um Unterricht + verlegen ist, mit zu unsrer Bürgerschule gezogen werden soll, in besondern Stunden in dem + historischen Theil der alten und neuen Taktik Fortifikation u. s. f. soweit Unterricht geben, daß + er hernach praktischem Unterricht schneller nutzen kann, so auch in Staatsgeschichte und
    + Staatswirtschaft
welches mir ein Hauptbedürfniß meines Vaterlands scheint – auch lateinische + Autoren lesen, und Redübungen mitbetreiben helfen, nach meinen Kräften – Wissen + Sie ein redlicheres, stärkeres und ausdaurenderes Subjekt für diese Anstalt deren Einrichtung so + wie die Stärke und Umfang seiner Nerven, Kräfte und erworbenen Anlagen Sie kennen, so bezeuge ich + hiemit vor Gott – den ich nicht leichtsinnig zum Zeugen nehmen mag – daß ich der Anstalt Glük + wünschen und mit dem Schmerz hier nicht haben nützen zu können mich auch ahnen lernen + werde ohne einen Gedanken von le den, Ihnen und Ihnen ähnlichen, mit voller warmer + Hochachtung gewiedmeten wegzugeben oder ärmer an m Gefühl zu werden, mit dem ich auch schweigend mich + jederzeit und überall nennen werde Ihren gehorsamstergebensten JMR Lenz. + + + eingerahmt: + + Mein Vater ist – für mich – reich, so + auch meine Geschwister. Daß also das nicht in Anschlag kommen darf. +
+ + +HochEdelgeborner Herr Insonders hochzuverehrender Herr Justizbürgermeister. + + + + Die Abwesenheit des Hn. v. Liphardt hindert + mich selbst zu kommen, welches mir auf den ersten freyen Augenblick vorbehalte; da meine Eléven + itzt ganz allein meiner Aufsicht überlassen sind. Da ich eben an Hn. Nicolai + schreibe, so nehme mir die Freiheit, wenn Ew. HochEdelgebornen an ihn schreiben wollten, Ihnen + mein Couvert dazu anzubieten. Ich hoffe alsdenn nächstens, Ihnen von der Erfüllung seines + Versprechens etwas überbringen zu können, da ihn Dero Liebhaberey für seltene Manuscripte bekannt + ist. Mit vollkommenster Ehrerbietung nenne mich, nach gehorsamer Empfehlung + Ew. HochEdelgebornen Meines + hochzuehrenden Herrn + + ganz + ergebenster Diener J M R Lenz. + + Von + Hause den 28ten 10br. 1780. + +
Sr. + HochEdelgebornen dem Herrn Herrn K. F. Gadebusch Hochachtbaren + Justiz-Bürgermeister der Kaiserlichen Stadt Derpt in Dero Behausung.
+
+ + +d. Jenner 1792. + Hochwolgebohrner Herr insonders + hochzuverehrender Gönner + + + + Ich habe Russische Zobelhändler aufgesucht, um sie aufzumuntern, eine Reise nach Dörpt + zu übernehmen, da ich weiß, daß der zahlreiche dasige Adel in der h.3. Köngismesse sich sonst mit + Pelzwerk von Frankreich aus Canada versieht und ich nicht begreiffe, warum ein solcher Handel + nicht mit Kaufleuten aus Moskau zu schliessen wäre. Allein ich ward krank über diese Jagd und da + mir das Ausgehen durch heftige Schmerzen gewehrt blieb, so glaubte wenigstens durch einige Zeilen + der Erinnemng genug zu thun, welche von Ew. Hochwolgeb. ersten Bekanntschaft auf der Schule in + fremde Länder mitnahm und wo ich nicht irre auf einem Conzert im Löwensternschen Hause so + überraschend angenehm in einem Jahrmarkt zu erneuren die Ehre hatte. Vielleicht reiset einer + unsrer hiesigen holländischen Kaufleute hinüber und nimmt diese Waare mit sich; es war mir + hauptsächlich daran gelegen, dem Liefländischen Adel welcher wie man mir gesagt, von der Akademie + der Wissenschaften Winke erhalten, daß die Monarchinn entweder in Dörpt oder in Pleskau, wo die + Ewst und Welika sich mit der Toropa vereinigen eine hohe Schule errichten wolle, einheimischen + Adel in den Landessprachen und Rechten unterrichten zu lassen, eh er die Fremde besucht, etwa
    zur + Einweyhung
eines neuen Gebäudes, wie der
    Domantische
Zauberpallast eines + verwünschten Prinzen in Pieskau seyn soll, Vorschub zu thun. Man sprach von einer Drukerey, die + aus Oberpalen hieher versetzt werden sollte, und in der That wäre Herr Past. Hupel, der sich so + verdient ums Vaterland gemacht, nach der Beschreibung Hn. Bakmeister in Petersb. von der alten + Akademie zu Derpt, der einzige Gelehrte der
    werth
wäre, an der
    Stiftung
einer + Universität Teil zu nehmen, da es ihm, wenn er sich etwa im Sommer oder Wintersemester dort + aufhalten wollte, an einem Adjunkt in Oberpalen oder auch in Pieskau oder Derpt nicht fehlen + sollte. + Es ist hier ein Fürst Gholizin der in Liefland Güter hat + und von seiner Bekanntschaft weiß ich zwey liebenswürdige Gelehrte aus der Schweitz, die + vielleicht gegen vortheilhafte Anträge aus Liefland nicht unempfindlich seyn würden. Im + Vorbeigehen „oserois je bien demander, mon cher Baron, si Vous aviez quelques Iiaisons avec + une certaine Dame Douairière, Soeur de Ia Generale Kurganoffsky de Ia flotte à S. Petersbourg. Sa + Soeur, comme elle ne doit pas ignorer, s’est donné une superbe maison et je crois que Me. d’A ** + feroit très bien, de lui confier une ou deux de ses filles, dont on m’a dit, qu’une avoit un + promis, Officier au corps des Cadets, et que j’ai eû I’honneur de voir chez Me. de K**. Le + scrupule comme si son fief de Ia couronne courroit risque en eloignant une de ses filles, + cesseroit bien vite parceque ces sortes de donations sont pour Ia vie de Ia Douairière. De plus, + ce jeune officier dont depuis mon sejour ici je n’ai Ia moindre nouvelle, se trouvera probablement + encore au corps, oú une 20taine de
    Livoniens
sont élevés aux depens de I’Imperatrice. Ces + Livoniens en sort
    ant du
corps, pourro
    ient con
tinuer leurs études
    à Plesc
ou, + et Mons. de Pr
    attje se
faire un merite distingué, de les accompagner.“
+ Verzeihen + Ew. Hochwolgeb. daß ich alle Mißverständnisse zwischen Rußland und Liefland auf die Rechnung alter + Chronikenschreiber und Schulfüchse setze. Sie waren nicht viel besser als die Romanschreiber, die + bei den häuffigen Pressen in Deutschland sich wohl oft der seltsamen Anwendungen ihrer + Rittergeschichten von der runden Tafel nicht versehen würden. Die Schwürigkeiten der Sprache, die + durch Sitten, Gebräuche, Speisen sich gern möchten
    errathen
lassen, wenn sie sich Feier + in der Aussprache zu begehen scheuen, machen das einzige Mißverständniß. Die + Russische Geistlichkeit in Petersburg versteht sich sehr wohl mit der deutschen und wenn + Drukereyen in beiden Sprachen oder die Uebersetzung des nehmlichen Buchs in beyde – den Weg + öfneten, so würde man bei dem Russen des nehmlichen Nervensystems und Blutumlaufs, auch die + nehmlichen Gesinnungen antreffen. Ich befinde mich ein wenig in einer kritischen + Lage, welche meinen lieben Brüdern und Schwestern nicht unbekannt seyn kann. Man hält mich hier + überall für reich – da ich doch einen Vater habe, der bereits über dem Grabe schwebt, eine Wittwe + als Tochter mit ihren Kindern bei sich hat oder in Petersburg unterstützt und von den starken + Familien meiner übrigen wohlversorgten Geschwister gleichfalls in Anspruch genommen wird. – Es ist + schwürig, mit meinen Geschwistern Briefwechsel zu führen, denn da ein Prof. in Giessen mir die + Ehre erwiesen mich mit dem Romanschreiber – der aber in andem Aemtern dabei steht – Hn. Göthe in + eine Liste zu setzen, so suchen und finden sie in allen meinen Briefen nichts als unverständliche + Worte Poesie und Roman. Der Himmel wolle ihnen das wohlbekommen lassen und den Buchhandel in + Liefland vermehren, damit sie auch den berühmten Rousseau vom Fuß der Pedemontischen Gebirge zur + Ehre unsrer Nation in unsrer Sprache lesen können. Meine ziemlich ernsthafte Krankheit setzt + dismal allen launigten Nebenausschielenden Anspielungen Grenzen, unser Leben ist freilich auf + diesem Erdball nur allzuoft wunderbarer, als es sich das Hirn der Dichter und Leser von Gedichten + vorstellen mag. – – Ew. Hochwolgeb. Wollen mir meine Geschwätzigkeit als einem Kranken und zum + Jahrmarkte verzeihen da man gern viel spricht und ich hoffe, daß auch mein Bruder und Geschwister + das Glük haben werden, denenseihen aufzuwarten. Man spricht von neuen Magazinen die einige reiche + Entrepreneure von Metallgruben an verschiedenen Plätzen des Reichs errichten werden, welches da man in Liefland nur Branntwein nach Permien und Casan schikt, leicht zu einem + solidem Handel mit Brod und Gerstensaft Gelegenheit geben könnte, woran es in den Berggruben zu + mangeln scheint. Der Russische Tressenhandel würde z. B. nebst Kupfer zu Branntweinkesseln und + Eisen zu andern Kesseln, gegen Lieferungen an Grütze, Malz u. s. f. über Pleskau, Toropez und + Smolensk durch Agenten sehr wohl geführt werden, und manche Weitläuftigkeiten erspahren. Ich will + vom Leinwand und Strumpfhandel schweigen, der auch aus benachbarten Ländern geführt wird, und da + fast halb Rußland barfuß geht, bei Vereinigung der Düna mit dem Dnepr und der Moskwa mit vielem + Vortheil, nebst dasigen Lächsen und gesalzenem Fleisch gegen Sibirische Fische geführt werden + könnte, die man auf dem Wasser lebend erhalten kann. Sollten die Engländer mehr Bley und Zinn + einführen, daß mehr Küchengeräth angeschafft werden könnte und sich etwa ihres Plüsch und + Manchesterhandels wegen in Absicht der Geistlichen mit der
    Krone
in Verhandlungen + einlassen, so würde der innere Handel auf den Liefländischen Märkten bald mehr Vergnügen machen, + als selbst der entfernte. Ich breche ab um Ew. Hochwohlgeb. als ein Kranker die aufrichtige + Achtung zu bezeugen, welche mir Ihr persönliches Bezeigen eingeflößt. Den Liphartischen Häusern + bezeige meine Ehrerbietung gleichfalls, und den jungen von Löwenstern bitte gelegentlich + beizubringen, daß ihr ehmaliger Hofmeister im Hause des D.
    Büsching
in Berlin schon vor + mehrern Jahren den Schritt gethan, den wir alle einmal machen werden und welchem in diesen Tagen + auch bisweilen nahe war. Ew. Hochwolgebornen gehorsamer Diener JMR Lenz. + Moskau, + d. 14ten Jenner 1792. + Hn. Postmeister Peuker wird dieser + Brief wo möglich zur Bestellung ergebenst empfohlen. +
+ + + + á Monsieur Monsieur le Baron de Stiernhielm possesseur + des terres á Wasola + +
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