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@@ -2101,17 +2101,15 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
</letterText>
<letterText letter="123"><page index="1"/><align pos="right">Straßburg, den 6. März</align>
<line tab="1"/>Hochwohlgeborner Herr, schätzbarster Freund und Gönner! Wie oft habe ich den Gedanken gefaßt und wieder fahren lassen, den Genuß der wenigen glücklichen Augenblicke, die Sie mir in Straßburg haben schenken wollen, wieder zu erneuern: aber verschiedene Rücksichten haben mich bisher zu schüchtern dazu gemacht. Unser Verhältniß ist nicht mehr dasselbe, dacht ich, es war vielleicht mehr die Neugier eines philosophischen Reisenden, der unterwegens nichts aus der Acht läßt, als wahre unbefriedigte Bedürfniß des Herzen und Geistes, was Ihre Aufmerksamkeit auf mich lenkte, und ich konnte Ihnen in meiner Situation wohl nicht anders vorkommen als ein Zeitungsblatt oder eine unbedeutende Broschüre, die man nicht gern zum zweitenmal liest. So resignirte ich mich endlich, in einem Herzen in Vergessenheit zu gerathen, das ich in den wenigen Stunden unsers Umgangs von so viel liebenswürdigen Seiten kennen gelernt hatte und das ich nicht so leicht vergessen konnte. Hundert Arten peinvolle Zerrungen der tausend kleinen Fäden kamen dazu, die an dem Nervensystem eines Menschen angeknötet sein müssen, der nur durch und in andern Menschen existirt der Ihrige war einmal abgerissen, und ich sahe kein Mittel, bei einem verzettelten Knäuel seiner wieder habhaft zu werden.
<line tab="1"/>Hochwohlgeborner Herr, schätzbarster Freund und Gönner! Wie oft habe ich den Gedanken gefaßt und wieder fahren lassen, den Genuß der wenigen glücklichen Augenblicke, die Sie mir in Straßburg haben schenken wollen, wieder zu erneuern: aber verschiedentliche Rücksichten haben mich bisher zu schüchtern dazu gemacht. Unser Verhältniß ist nicht mehr dasselbe, dacht ich, es war vielleicht mehr die Neugier eines philosophischen Reisenden, der unterwegens nichts aus der Acht läßt, als wahre unbefriedigte Bedürfniß des Herzens und Geistes, was Ihre Aufmerksamkeit auf mich lenkte, und ich konnte Ihnen in meiner Situation wohl nicht anders vorkommen als ein Zeitungsblatt oder eine unbedeutende Broschüre, die man nicht gern zum zweitenmal liest. So resignirte ich mich endlich, in einem Herzen in Vergessenheit zu gerathen, das ich in den wenigen Stunden unsers Umgangs von so viel liebenswürdigen Seiten kennen gelernt hatte und das ich nicht so leicht vergessen konnte. Hundert Arten peinvolle Zerrungen der tausend kleinen Fäden kamen dazu, die an dem Nervensystem eines Menschen angeknötet sein müssen, der nur durch und in andern Menschen existirt der Ihrige war einmal abgerissen, und ich sahe kein Mittel, bei einem verzettelten Knäuel seiner wieder habhaft zu werden.
<line tab="1"/>Vielleicht hat die Gegenwart meines Freundes Goethe durch die unerklärbare Association der Ideen einige schwache, dunkle Erinnerungen von mir wieder bei Ihnen rege gemacht. Ich muß diese Gelegenheit haschen, sollte ich sie auch nicht zu halten im Stande sein. Wenigstens habe ich denn alles gethan, was mein Herz von mir foderte. Sie haben in der Zeit viel neue Gegenstände aufgefaßt, die Ihrer Beobachtung und Bearbeitung würdiger waren, als alles, was Straßburg Ihnen (den Münsterthurm ausgenommen) anbieten konnte. Eine Stadt, deren Bürger nur die Ausgelassenheit der Sitten denen Franzosen scheinen abgelernt zu haben und mit den wahren Vorzügen dieser Nation unbekannter als Deutschland und Moskau sind. Nur auf dem Lande hätten Sie (wenn die Absicht Ihrer Reise es erlaubt,) vielleicht Charakter und Sitten angetroffen, die Sie zum Neide gegen einen Boden verleitet hätten, der, wenn er nicht verdorben wird, in seinen physischen sowohl als moralischen Producten einer der mildesten und reichhaltigsten unter der Sonne ist.
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<line type="break" /><align pos="center"><note>am Rand:</note></align>
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<line type="break" /><align pos="center"><note>am Rand der zweiten Seite:</note></align>
<line tab="1"/>Doch muß ich auch Straßburg Gerechtigkeit widerfahren lassen. Ich habe hier neulich eine Dame von Adel kennen lernen, die nun freilich über alle mein Lob erhaben ist. Verzeihen Sie, daß ich alle Ränder vollschreibe; ich konnte es nicht über mein Herz bringen, diese große Ausnahme von der Regel nicht anzuzeigen.
<line tab="1"/>Wenn Sr. Durchlaucht der Herzog sich noch des unbedeutendsten aller Eindrücke zurückerinnern können, den ein Mensch in einem damals gewiß seltsamen Aufzuge und noch seltsamem Lage auf Sie gemacht haben muß, der, wie Diogenes aus seinem Schneckenhause geschüttelt, in einer sehr unphilosophischen Verlegenheit dastand, als ihm die zuvorkommende Herablassung <it>eines solchen Prinzen</it> alle seine weitausgesponnenen Ideen von Verläugnung der Welt mit einemmal zerschnitt und ihn außer der Sonne noch etwas Besseres schätzen lehrte, so legen Sie mich Höchstebenselben unterthänigst zu Füßen. Wie nicht weniger Sr. Durchlaucht dem Prinzen und unbekannterweise den Durchlauchtigsten Herzoginnen. Ich bewundere einen Hof, der Deutschland das erste Muster von Beschützung der deutschen Musen aufstellt, das in der bekannten Wanderung der Wissenschaften gewiß Epoche machen wird. Ich wollte lieber sagen, wie sehr ich ihn dafür verehre, wenn es hier nicht rathsamer wäre, meine Empfindungen in mein Herz zu schließen, als damit Geräusch zu machen und den Argwohn eines Clienten zu erregen.
<line tab="1"/>Haben Sie denn auch wohl so hübsche Mädchens in Sachsen, als unter unsern Flechten stecken? Ich weiß, daß Sie über die rothen Backen hier manche boshafte Anmerkung machten. Sie haben aber diese Nymphen der Diana noch nicht sprechen, noch nicht die O und A trotz den Italiänern schleppen hören, besonders wenn ihre Sittsamkeit, oder wie soll ich es nennen? Durch artige Sachen, die man ihnen vorsagt, in Verlegenheit gesetzt wird. Da soll mir einer sagen, daß die deutsche Sprache keines Wohllauts fähig sei.
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<line type="break" /><align pos="center"><note>am Rand:</note></align>
<line tab="1"/>Wenn Sr. Durchlaucht der Herzog sich noch des unbedeutendsten aller Eindrücke zurückerinnern können, den ein Mensch in einem damals gewiß seltsamen Aufzuge und noch seltsamern Lage auf Sie gemacht haben muß, der, wie Diogenes aus seinem Schneckenhause geschüttelt, in einer sehr unphilosophischen Verlegenheit dastand, als ihm die zuvorkommende Herablassung <it>eines solchen Prinzen</it> alle seine weitausgesponnenen Ideen von Verläugnung der Welt mit einemmal zerschnitt und ihn außer der Sonne noch etwas Bessres schätzen lehrte, so legen Sie mich Höchstdenenselben unterthänigst zu Füßen. Wie nicht weniger Sr. Durchlaucht dem Prinzen und unbekannterweise den Durchlauchtigsten Herzoginnen. Ich bewundere einen Hof, der Deutschland das erste Muster von Beschützung der deutschen Musen aufstellt, das in der bekannten Wanderung der Wissenschaften gewiß Epoche machen wird. Ich wollte lieber sagen, wie sehr ich ihn dafür verehre, wenn es hier nicht rathsamer wäre, meine Empfindungen in mein Herz zu schließen, als damit Geräusch zu machen und den Argwohn eines Clienten zu erregen.
<line tab="1"/>Haben Sie denn auch wohl so hübsche Mädchens in Sachsen, als unter unsern Flechten stecken? Ich weiß, daß Sie über die rothen Backen hier manche boshafte Anmerkung machten. Sie haben aber diese Nymphen der Diana noch nicht sprechen, noch nicht die O und A trotz den Italiänern schleppen hören, besonders wenn ihre Sittsamkeit, oder wie soll ich es nennen? durch artige Sachen, die man ihnen vorsagt, in Verlegenheit gesetzt wird. Da soll mir einer sagen, daß die deutsche Sprache keines Wohllauts fähig sei.
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<line type="break" /><align pos="center"><note>am Rand der vierten Seite:</note></align>
<line tab="1"/>Ich habe einen <it>Petrarch</it> geschrieben, für den mich die hiesigen Damen steinigen, weil sie alles das für geistliche Lieder halten. In Goethens <it>Werther</it> ist ihnen nur die Stelle verständlich, als er losdrückt und darnach im Blut gefunden und hinterm Kirchhof begraben wird. Wenn er nur ehrlich begraben wäre, hätt alles nichts zu sagen.
</letterText>
@@ -2134,14 +2132,14 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
</letterText>
<letterText letter="126"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Ich danke Ihnen lieber guter Mann für Ihren treugemeynten Brief herzlich. Wir wollen also mit einander beginnen, u. es soll uns beyde nicht reuen. Laßen Sie sichs nicht leid seyn, daß die <del>Leute</del> Welt Ihren Namen kennen weiß. Sie haben mehr Freunde als Sie glauben, u. wer Ihre Bücher goutirt, ist ein guter Mensch. Denn den flachen Köpfen u. Herzen sind sie so unausstehlich. Und der guten Menschen giebts doch viel, u. der unverdorbenen, besonders unter den Weiblein. Hätten Sie nicht geschrieben, so wüßte z. E. unser Einer nicht zu seinem Troste, daß ein so guter Mensch mehr lebt, wie Sie, ob ich gleich glaube daß der Poeten mehr sind, die nicht schreiben, als die da schreiben, u. daß von jedes Menschen Empfindung so viel verraucht, biß s aufs Papier kommt u. <aq>dabel</aq> wird, daß nichts übrig bleibt als caput mortuum. Selbst Goethe mahlt oft mit Wasserfarbe Geschichte der Menschheit, wenigstens an manchen Stellen, um sein Fascikel voll zu machen. Das weis er auch selbst, und ich habs ihm auch gesagt. Mit ihm hab ich offt Ihre Liebes-Gedichte gelesen, u. gefunden was das ist, wahre Leidenschafft. Sie waren dem äussern Schnitt des todten Buchstabens nach Menantisch, Ta
<page index="2"/>landrisch u. Gottschedisch, dafür hätte sie gewiß Ramler gebrandmarkt. Aber innen wehte der grose Wind heraus, der uns mitschaudern machte. Von meinen Lumpreyen hab ich jezt nichts zum Absenden, weil ich so schreibe daß s kein Mensch lesen kan, u. zum Copiren hab ich keine Zeit eben. Dafür schick ich Ihnen Herders Rhapsodie. Sie ist von dem grosen Gebrauch sehr schadhaft geworden, bitte sie wohl in acht zu nehmen. Er hat sie gleich nach Empfang des Reimhards geschrieben. Ich hab den zweyten Th. begonnen, von dem nächstens. Etwas Rhypographisches auch von oder nach Swift. Die Romanzen führt Goethe alle in einem Bande mit sich. Ich habe keine weiteren Abschriften, u. die ersten Aufsäze sind mir alle verloren gegangen. Ich hab ihm aber darum geschrieben. Von Herdern hab ich noch viele Gedichte, die ich Ihnen alle nach u. nach sub Rosa mittheilen kan. Wann ich künftig was schnizele sollen Sies sehen; ich denke es wird mir doch aufmunterung u. Trost seyn, wenns in Ihnen wiederhallt. Könnten Sie uns nicht einmal besuchen, besonders wenn Claudius hier wird seyn? Bleiben Sie ja ich bitte Sie in Deutschland. Vor unser einem ist in Rußland kein Heil u. Seegen. Wir haben keine Körper, um in
<page index="3"/>jenem Lande zu <ul>geniessen</ul> mit vielem huren, spielen, fressen u. sauffen. Und <ul>unsere</ul> Seelen, so wie alle Arten überhaupt, die auf etwas mehr als dem Miste thierischer Bedürfnisse wühlen, kann man dort ganz entbehren. Ich lebe hier, wenn Goethe in Weimar bleiben solte, freylich auch auf einem verwünschten Sand<ul>fleck,</ul> wo nie was gescheutes keimen kann u. wird. Aber die liebe Noth ist das beste täglich Brod. Die hat mir noch beständig mein Dach geflikt, u. wirds auch so fort fliken. Lebten wir im Überfluß, so würden wir <aq>Gens aisés,</aq> u. ennuyirten uns, hätten außer unsern eigen, noch standsmäßige obstruction. Ausserdem bin ich zu verschiedene malen von Madame Fortuna tüchtig gewamset worden, wofür ihr aber mit Yorik herzlichen Dank sage. Ich gäbe meine jezige Existenz nicht um aller Welt Güter willen weg, u. wenn ich noch einmal in Mutter Leibe zurückgehen, u. die <ul>Reihe von mir selbst unabhängiger <insertion pos="left">mich angehende</insertion> Begebenheiten</ul> wählen sollte, so solts in Gottes Namen nicht anders seyn, als es gewesen ist.
<line tab="1"/>Ich danke Ihnen lieber guter Mann für Ihren treugemeynten Brief herzlich. Wir wollen also mit einander beginnen, u. es soll uns beyde nicht reuen. Lassen Sie sichs nicht leid seyn, daß die <del>Leute</del> Welt Ihren Namen weiß. Sie haben mehr Freunde als Sie glauben, u. wer Ihre Bücher goutirt, ist ein guter Mensch. Denn den flachen Köpfen u. Herzen sind sie so unausst<subst><del>ä</del><insertion>e</insertion></subst>hlich. Und der guten Menschen giebts doch viel, u. der unverdorbenen, besonders unter den Weiblein. Hätten Sie nicht geschrieben, so wüste z. E. unser Einer nicht zu seinem Troste, daß ein so guter Mensch mehr lebt, wie Sie, ob ich gleich glaube daß der Poeten mehr sind, die nicht schreiben, als die da schreiben, u. daß von jedes Menschen Empfindung so viel verraucht, biß s aufs Papier kommt u. <aq>dabel</aq> wird, daß nichts übrig bleibt als caput mortuum. Selbst Goethe mahlt offt mit Wasserfarbe Geschichte der Menschheit, wenigstens an manchen Stellen, um sein Fascikel voll zu machen. Das weis er auch selbst, und ich habs ihm auch gesagt. Mit ihm hab ich offt Ihre Liebes-Gedichte gelesen, u. gefunden was das ist, wahre Leidenschafft. Sie waren dem äussern Schnitt des todten Buchstabens nach Menantisch, Ta-
<page index="2"/>landrisch u. Gottschedisch, dafür hätte sie gewiß Rammler gebrandmarkt. Aber innen wehte der grose Wind heraus, der uns mitschaudern machte. Von meinen Lumpreyen hab ich jezt nichts zum Absenden, weil ich so schreibe daß s kein Mensch lesen kan, u. zum Copiren hab ich keine Zeit eben. Dafür schik ich Ihnen Herders Rhapsodie. Sie ist von dem grosen Gebrauch sehr schadhaft geworden, bitte sie wohl in acht zu nehmen. Er hat sie gleich nach Empfang des Reimhards geschrieben. Ich hab den zweyten Th. begonnen, von dem nächstens. Etwas Rhypographisches auch von oder nach Swift. Die Romanzen führt Goethe alle in Einem Bande mit sich. Ich habe keine weiteren Abschriften, u. die ersten Aufsäze sind mir alle verloren gegangen. Ich hab ihm aber darum geschrieben. Von Herdern hab ich noch viele Gedichte, die ich Ihnen alle nach u. nach sub Rosa mittheilen kan. Wann ich künftig was schnizele sollen Sies sehen; ich denke es wird mir doch aufmunterung u. Trost seyn, wenns in Ihnen wiederhallt. Könnten Sie uns nicht einmal besuchen, besonders wenn Claudius hier wird seyn? Bleiben Sie ja ich bitte Sie in Deutschland. Vor unser Einem ist in Rußland kein Heil u. Seegen. Wir haben keine Körper, um in
<page index="3"/>jenem Lande zu <ul>geniessen</ul> mit vielem huren, spielen, fressen u. sauffen. Und <ul>unsere</ul> Seelen, so wie alle Arten überhaupt, die auf etwas mehr als dem Miste thierischer Bedürfnisse wühlen, kann man dort ganz entbehren. Ich lebe hier, wenn Goethe in Weimar bleiben solte, freylich auch auf einem verwünschten Sand<ul>flek,</ul> wo nie was gescheutes keimen kann u. wird. Aber die liebe Noth ist das beste täglich Brod. Die hat mir noch beständig mein Dach geflikt, u. wirds auch so fort fliken. Lebten wir im Überfluß, so würden wir <aq>Gens aisés,</aq> u. ennuyirten uns, hätten ausser unsern eigen, noch standsmässige obstruction. Ausserdem bin ich zu verschiedene malen von Madame Fortuna tüchtig gewamset worden, wofür ihr aber mit Yorik herzlichen Dank sage. Ich gäbe meine jezige Existenz nicht um aller Welt Güter willen weg, u. wenn ich noch einmal in Mutter Leibe zurückgehen, u. die Reihe <ul>von mir selbst unabhängiger <insertion pos="left">mich angehende</insertion> Begebenheiten</ul> wählen solte, so solts in Gottes Namen nicht anders seyn, als es gewesen ist.
<line tab="1"/>Von Goethen hab ich allerley hübsche u. gute Sachen. Haben Sie
<page index="4"/>das Stük von Wieland Goethe u. die jüngste Niobe Tochter? wo nicht will ichs schiken. Sie schreiben <insertion pos="top">jezt</insertion> dort Farcen (sub Rosa) die sie Matineés nennen, haben Sie nichts davon? Eine schöne Zeichnung von Krause hab ich auch wo er sizt, u. den Faust vorließt, der Herzog u. alle andere um ihn herum.
<line tab="1"/>Ich denke unter der Adreße der Mlle König u. der Frau Geh. Räthin <aq>Heße</aq> könnten wir immer einander schreiben, ohne daß es Postgeld verursacht.
<page index="4"/>das Stük von Wieland Goethe u. die jüngste Niobe Tochter? wo nicht will ichs schiken. Sie schreiben <insertion pos="top">jezt</insertion> dort Farcen (sub Rosa) die sie <aq>Matineés</aq> nennen, haben Sie nichts davon? Eine schöne Zeichnung von Krause hab ich auch wo er sizt, u. den Faust vorließt, der Herzog u. alle andere um ihn herum.
<line tab="1"/>Ich denke unter der <aq>Addresse</aq> der Mlle König u. der Frau Geh Räthin <aq>Heße</aq> könnten wir immer einander schreiben, ohne daß es Postgeld verursacht.
<line tab="1"/>Leben Sie wohl u. gedenken Sie meiner offt z. E. wenn etwas von Ihnen nach Weimar geht, könnts nicht vorher ein bißchen hier anhalten? Ihre Posten hat mir Goethe nie wollen mittheilen.
<line tab="1"/>So eben scheint die liebe Sonne u. ich denke es ist besser Gottes Angesicht schauen als schreiben.
<line tab="1"/>So eben scheint die liebe Sonne, u. ich denke es ist besser Gottes Angesicht schauen als schreiben.
<line tab="1"/>Leben Sie wohl u. halten Sie Ihr Versprechen nächstens zu schreiben.
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<line type="break" />Ihr ganz eigener

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