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@@ -2036,7 +2036,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
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<letterText letter="121"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Gnade und Seegen Gottes ruhen auf Dir Herder! eh ich ein Wort von Deiner Offenbarung sage zu der <ul>Du allein den Schlüssel</ul> <ul>geben konntest</ul> muß ich ein Paar Worte Geschäfte bey Dir ins Reine bringen.
<line tab="1"/>Gnade und Seegen Gottes ruhen auf Dir Herder! eh ich ein Wort von Deiner Offenbarung sage zu der <ul>Du allein den Schlüssel geben konntest</ul> muß ich ein Paar Worte Geschäfte bey Dir ins Reine bringen.
<line tab="1"/>In den Soldaten muß der Name la Roche in die Gräfin von Rochau verwandelt werden ich wuste es nicht daß sie einen Sohn hatte, geschweige einen der bey Wieland im Hause war.
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<line tab="1"/>Daß Du doch immer so geistlich deutest und so einfach, wer hat Lob genug dafür? Ich hatte mir viele noch viel zu sinnliche Deutungen gemacht die ich nun gern aufopfere.
@@ -2071,7 +2071,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<line tab="1"/>Ich habe Deine Manus. ewiglieber Freund durch Schloßern erhalten und was <ul>kann</ul> was darf ich sagen? wie will ich was sagen? Du mir die Sachen schenken mir das Glück das ich noch vor einem Jahr kaum wähnen dürfte daß Glück Dein Freund zu seyn, vor der Welt mich nennen zu dürfen? <ul>Herausgeber</ul> Deiner Sachen Warrlich warrlich ich muß schweigen! Ich kann nichts sagen fühle mich!
<line tab="1"/>Du weißt theurer wie Du in meinem Herzen stehst, aber darf, kann ich das wollen, daß Du mir <ul>die Sachen gibst?</ul>
<line tab="1"/>Die Wolken sind untertrückt. Verlaß Dich auf mein <ul>Blut</ul> wenns nöthig ist, ists Dein! Diese flüchtige Aufsäzze hoff ich noch auf Ostern herauszubringen. Doch allenfals schreib mir, <ul>wer</ul> Dir Anträge gethan hat, wenn ja mein Buchhändler Mäuse machen solte.
<line tab="1"/>Schreib mirs gewiß. Papier, Druck etc. wird werden; <ul>wie Petrarch?</ul> Korektur <ul>ich selbst</ul>!! Nur bitt ich Dich um alles berichtige mir folgendes:
<line tab="1"/>Schreib mirs gewiß. Papier, Druck p. wird werden; <ul>wie Petrarch?</ul> Korektur <ul>ich selbst</ul>!! Nur bitt ich Dich um alles berichtige mir folgendes:
<line tab="1"/>1) Im Matz Höcker von der Stelle: <ul>D Bücher <del>un</del> nu und die Gesellschaften heuer</ul>
<line type="break" />bis zu dieser:
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@@ -2079,14 +2079,14 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<line tab="1"/>2) Diese Stelle ebend:
<line type="break" />Und die Moral Aesthetik u. Tatik.
<line type="break" />Ist <dul>Tatik</dul> recht? Ich versteh das Wort nicht!
<line tab="1"/>3) <ul>In den beeden Reden über die deutsche Sprache, <dul>all</dul> die französischen Stellen sauber u. korekt geschrieben.</ul>
<line tab="1"/>3) <ul>In den beeden Reden über die deutsche Sprachen, <dul>all</dul> die französischen Stellen sauber u. korekt geschrieben.</ul>
<line tab="1"/>Du siehst selbst Schaz daß das nöthig ist, wenn ich was guts liefern will thus also!
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<line tab="1"/>Was anlangt den innern Werth der Stücke selbst, so schweig ich. Von <ul>Dir Dir!</ul> Deßen Werth ich kaum (wie Goethe auch nicht) kaum in den Augenblicken der trunkensten Phantasey aussprechen kann! laß mich. Ich weiß was die Welt an Dir hat. Fluch ihr! weil sie fähig ist Dich zu verkennen. Lieber laß Dir genügen an uns Deinen Treuen! O unser hiesiger kleiner Hauf, der <ul>Gott in Menschengestalt unser Lavater</ul> da bist Du oft mitten inne. Wir wißen was Du bist! Amen!
<line tab="1"/>Was anlangt den innern Werth der Stücke selbst, so schweig ich. Von <ul>Dir Dir!</ul> Deßen Werth ich kaum (wie Goethe auch nicht) kaum in den Augenblicken der trunkensten Phantasey aussprechen kan! laß mich. Ich weiß was die Welt an Dir hat. Fluch ihr! weil sie fähig ist Dich zu verkennen. Lieber laß Dir genügen an uns Deinen Treuen! O unser hiesiger kleiner Hauf, der <ul>Gott in Menschengestalt unser Lavater</ul> da bist Du oft mitten inne. Wir wißen was Du bist! Amen!
<line type="break" /><align pos="center"><fn index="8"><anchor></anchor></fn><!-- Verweiszeichen? --> <ul>Klinger</ul></align>
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<line tab="1"/>Das Drama ist ein Meisterstück. Aber die Musik war nicht dabey. Sende sie mir lieber ob ich gleich nicht weiß ob sie mit darzu kan gedruckt werden. Die Vertheidigung der Wolken wird hier unter uns circulieren. Schloßer schrieb drunter: <aq>Helas tai toi Jean Jaq. ils ne tentendront pas</aq> und das ist herrlich wahr! Darf ich mich unterstehen Dir aufzutragen eine Empfehl. vor meines Goethes herrliche Schwester zu bringen? O! o! Kl. dankt Dir 1000 mal für <tl></tl> Petrarch. Er hat an Petrarch diesen <tl></tl> ter sein ganzes Labsal gefunden <tl></tl> die <aq>Canzonette sorella</aq> übersetzt die Du einmal sehen solst. Steiner wird Dir Exl. zugeschickt haben. Er <insertion pos="top"><fn index="8"><anchor></anchor></fn></insertion> grüßt Dich und ist Dein wie ich! Kaufm. macht mir viel Freude denn er ist eine kostbare Seele. Lavater wird immer mehr mein! O was er von seinen Feinden gepeinigt wird! Gut u. wohl Dir daß Dus nicht so weißt. Du würdest Höllenangst für ihn leiden wie wir alle. Ich will was für ihn thun u. wärs mein Blut und Leben, das ich ihm willig darbringe weil er ein <ul>Heiliger</ul> ist. Harre es wird werden!!
@@ -2153,7 +2153,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<letterText letter="127"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Mit Schimpf u. Schande, lieber Lenz, schicke ich Euch so spät und doch nur einige Bogen Deiner Komödie und noch ohne Geld. An dem selben Tage, da sie mir kamen, kam Dein Brief, daß die la Roche Rochau werden sollte u. Du siehst selbst, Bruder, die Ändrung ist nicht möglich. Welcher Wahn oder Argwohn ists auch ändern zu wollen, als einer so weit hergesuchten Ursach. Wie die la Roche erscheint, ists ja wie ein Engel u. was gehört der andre hieher ? Nothfalls laß mich zeugen u. es bei ihr verantworten: das ganze Ding müßt umgedruckt werden u. welcher Kerl thut das? Dazu hab ichs (um nicht neu Gerede zu erwecken) durch einen andern (Zimmermann) besorget: daher die Trödelei, darüber ich mich genug geärgert habe. Der Kerl von Buchh. wollts nicht vor der Meße erscheinen laßen u. dazu hatte er wohl Recht: im Grunde war mir das auch lieb, <del>aber</del> mit den letzten Bogen sollst Du gewiß das Geld haben, den Bogen 2. Duk. so hab ichs <insertion pos="top">ihm</insertion> gegeben. Ich ärgere mich, daß ich in der ersten Kommißion so läßig bestehe, liegt aber nicht an mir.
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<line tab="1"/>Dank für Deine Kantate u. für Dein Wort über meine Apokalypse. Jedes Wort von Dir ist mir wahrhaftig Laut des Geistes, Zittern des grossen Sensoriums auf Einer Saite. Auch Deine unorthodoxe Kantate hat uns enzückt. Mein Weib liebt dich 3.fach als Bruder u. mein Kleiner grinzt den Namen Lenz, wenn ich ihm Dein Schattenbild zeige, mit einem so feinen Ton aus, wie Du seyn mußt.
<line tab="1"/>Dank für Deine Kantate u. für Dein Wort uber meine Apokalypse. Jedes Wort von Dir ist mir wahrhaftig Laut des Geistes, Zittern des grossen Sensoriums auf Einer Saite. Auch Deine unorthodoxe Kantate hat uns enzückt. Mein Weib liebt dich 3.fach als Bruder u. mein Kleiner grinzt den Namen Lenz, wenn ich ihm Dein Schattenbild zeige, mit einem so feinen Ton aus, wie Du seyn mußt.
<line tab="1"/>Die Zurückziehung aus Gött. ist wahre Gotteserrettung. Den Tag, da die zweite Antwort aus London kam (mich ging die Sache von Anfang nicht an u. ich wünschte, daß sie zurückginge) kam mir Göthens Brief aus Weimar zur dortigen Gener.-Superint. Der Herzog hat feierlich bei mir angefragt, ich sage Ja u. nun stockts wieder stocks! Gott wird mir helfen.
<line tab="1"/>Und Du, was zitterst Du, wie ein Irrlicht zu erlöschen. In Dir ist wahrlich Funke Gottes, der nie verlöscht u. verlöschen muß. Glaube!
<line tab="1"/>Ach u. schriebst Du mir doch manchmal ein
@@ -2187,7 +2187,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<letterText letter="129"><page index="1"/>
<line tab="1"/>Laß Dich Umarmen Es sey vergeßen das Unrecht das man meinem Gottheits Bilde anthat. Du hast mir das Leben wieder gegeben da Du ihr ihr Gesicht wiedergabst So wie es sich m: Herzen auf ewig eingegraben hatte u: wunderbar! bis auf Züge die der Mahler <ul><aq>Balay</aq></ul> ganz u: gar unausgedrükt ließ. So ist das Auge doch Du wirst glauben ich schwärme u: das ärgert mich.
<line tab="1"/>Dein Urtheil that mir entsezlich weh. Nimm mich krank wie ich bin auf Dein Herz, u: übe Dich an mir in der göttlichen Kunst zu verzeyhen. Sage mir ob Du nicht 2. Bilder von ihr unter meiner Aufschrift erhalten.
<line type="break" />Tausend Dank: Vater! ich kann jezt kein Wort mehr sagen. ach daß ich einen Wunsch äußern dürfte.
<line type="break" />Tausend Dank l: Vater! ich kann jezt kein Wort mehr sagen. ach daß ich einen Wunsch äußern dürfte.
<line tab="1"/>O wie theuer mir Dein Bild ist, Du Einziger der meinen Schmerz nicht entehrt. Es soll mich so wie das ihrige bis ans Ende der Erde begleiten. Deins u <ul><aq>Goethens</aq></ul>
</letterText>
@@ -2305,7 +2305,7 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen.
<letterText letter="136"><page index="1"/><align pos="right">Darmstadt d 17ten Mart 1776.</align>
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<line type="empty"/>
<line tab="1"/>Nur ein paar Worte Freude u. Danksagung treflicher Mann über die gute Nachricht von Ihrer baldigen Ankunft. War das nicht ein herrlicher Einfall von Ihnen an mich zu schreiben, so daß wir einander nun als gute alte Bekannte umarmen können. Wo Sie hinreisen, möge Segen u. Glük Ihnen folgen, nur wünsche ich nicht daß Sie in die große Weltwirthschaft geworfen werden, wo alle Eigenthümlichkeit des Menschen verlohren geht. Selbst die Lage in Str., worüber Sie in anderem Betracht Ursache haben, mißvergnügt zu seyn, machte sie doch mit zum Dichter, der sich Drang fühlte, Menschen zu bilden, u. mit Geistern, mit Unbekannten zu reden, weil alles um Ihn her tod war.
<line tab="1"/>Nur ein paar Worte Freude u. Danksagung treflicher Mann über die gute Nachricht von Ihrer baldigen Ankunft. War das nicht ein herrlicher Einfall von Ihnen an mich zu schreiben, so daß wir einander nun als gute alte Bekannte umarmen können. Wo Sie hinreisen, möge Segen u. Glük Ihnen folgen, nur wünsche ich nicht daß Sie in die große Weltwirthschaft geworfen werden, wo alle Eigenthümlichkeit des Menschen verlohren geht. Selbst die Lage in Str., worüber Sie in anderem Betracht Ursache haben, mißvergnügt zu seyn, machte sie doch mit zum Dichter, der sich Drang fühlte, Menschen zu bilden, u. mit Geistern, mit Unbekannten zu reden, weil alles um Ihn her tod warr.
<line tab="1"/>Jezo hab ich keine Zeit was abzuschreiben, kaum noch so viel Ihnen <insertion pos="top">zu sagen daß ich Sie</insertion> mit der wärmsten Umarmung erwarte. Mein Haus ist der nächste Nachbar am Post Haus, also sehn Sies ganz als das Ihrige, u. Gott gebe, auf etwas mehr, als kurze Zeit an
<line type="break" /><align pos="right">JHM.</align>
</letterText>