diff --git a/data/xml/briefe.xml b/data/xml/briefe.xml
index 0ed1f8c..7b6c6bb 100644
--- a/data/xml/briefe.xml
+++ b/data/xml/briefe.xml
@@ -2221,20 +2221,20 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
Empf. den 16ten März. 1776.
Ich danke Ihnen lieber wahrer warmer Freund! für alle Ihre freundschaftlichen, soll ich lieber sagen, patriotischen Mühwaltungen. Alles ist gegangen wie ichs wünschte
und das, weil das Geschäft Ihnen anvertraut war. Lassen Sie die abgedruckten Exemplare sich kommen und heben Sie sie sorgfältiger bis ich Ihnen sage was damit anzufangen. Eins möcht ich doch zur Probe haben mehrere Vertheidigungen aber halte ich mir ja aus. Der Verlust kränkt mich nicht, so beträchtlich er für einen Poeten ist. Und nun nehmen Sie nochmals meinen Dank und meinen Kuß und meine Umarmung für das Vollziehenhelfen einer Sache deren Folgen ich alle zu rechter Zeit zu benutzen wissen werde.
-Jetzt will ich Ihnen gestehen, daß dem armen Hellwieg ohnehin bey den Wolken ein Nachdruck würde zuvorgeeilt seyn den ich mit allen Kräften die ich anwandte nicht würde haben verhindern können. Es hatte jemand durch die dritte Hand das Mskpt. bekommen eine Abschrift davon genommen und schrieb mir er würde es drucken lassen, ich möchte’s erlauben oder nicht. Jetzt ist auch das durch eine Aufopferung verhindert –
+Jetzt will ich Ihnen gestehen, daß dem armen Hellwieg ohnehin bey den Wolken ein Nachdruck würde zuvorgeeilt seyn den ich mit allen Kräften die ich anwandte nicht würde haben verhindern können. Es hatte jemand durch die dritte Hand das Mskpt. bekommen eine Abschrift davon genommen und schrieb mir er würde es drucken lassen, ich möcht’s erlauben oder nicht. Jetzt ist auch das durch eine Aufopferung verhindert –
# Kein Mensch darf sie zu Augen bekommen, oder unsre Freundschaft ist todt.
-Ja lieber Lindau es ist geschehen das Luftschloß ist gebaut und auf Deine Unkosten. Sag mir nur wem ich die 9 Louisdor wieder einhändigen soll die Du mir geliehen hast. Deinen Fräulein Schwestern oder Schlossern oder Lavatern daß sie sie zur Erziehung Deines Peters anwenden. Sobald ichs im Stande bin will ich auch weiter für ihn sorgen und in Deine Stelle treten. Was sollte er auch jetzt in Amerika: Wenn er reiffer ist kann er Dir schon nachreisen. Ueberhpt hast Du mit Dir genug zu thun und so gern ich gewollt hätte, so war Deine Idee doch unmöglich auszuführen. Ich bekam das Geld erst den 15ten nach der Schweitz nach Zürch hätt es 8 Tage gehen müssen von da nach Marschlins, ehe Dein Bube in Straßbg ankommen wäre warst Du über alle Berge geschweige denn ehe wir beyde die Reise hinaufgemacht
-Zu dem hatte ich dringende Angelegenheiten die meine Gegenwart in Weymar nothwendig machten und die Du auch einmal erfahren und Dich drüber freuen sollst. Mach nur daß Du bald wieder nach Europa kommst. Sey brav aber nicht zu verwegen. Vor allen Dingen behalte kaltes Blut und Augenmaaß die Grenzen der Gefahr abzumessen und dann ihrer zu lachen. Gewöhne Deine Soldaten dem Musketenfeuer geschlossen und mit aufgepflanzten Bajonetten entgegenzugehen ihr werdt die Feinde aus der Fassung bringen sie werden schiessen aber nicht treffen. Kommt ihr nah so schießt auch aber zielt nicht zu hoch, in einer Entfernung von 50 Schritt zielt nach dem Bein. Vor allen Dingen marschirt fest und gerade daß die Linie nicht an zu schwanken fängt. Die kreutzenden Feuer sind die besten wenns doch geschossen seyn soll. Im Marschiren schießt gar nicht Könnt ihr den Feind mit Bäumen die halb umgehauen halb noch an den Wurzeln hängen und mit Strömen die ihr an einem Ort dämmen könnt, damit sie am andern austreten aufhalten so thut es. Kehrt Euch an die Kanonen nicht die mehr Lärmen machen als Schaden thun verändert eure Bewegungen und eure Märsche beständig so verwirrt und dekontenancirt ihr den Feind. Und seht ihr die Colonisten einmal so sagt ihnen daß sie Narren sind daß sie für eine Freiheit fechten die in der Natur der Englischen Verfassung nicht liegt die nur ein eingeschlichener Mißbrauch ist. Das Unterhaus hat nie Stimme im Parlament gehabt als da die Könige Geld von ihnen brauchten
+Ja lieber Lindau es ist geschehen das Luftschloß ist gebaut und auf Deine Unkosten. Sag mir nur wem ich die 9 Louisdor wieder einhändigen soll die Du mir geliehen hast. Deinen Fräulein Schwestern oder Schlossern oder Lavatern daß sie sie zur Erziehung Deines Peters anwenden. Sobald ichs im Stande bin will ich auch weiter für ihn sorgen und in Deine Stelle treten. Was sollte er auch jetzt in Amerika: Wenn er reiffer ist kann er Dir schon nachreisen. Ueberhpt hast Du mit Dir genug zu thun und so gern ich gewollt hätte so war Deine Idee doch unmöglich auszuführen. Ich bekam das Geld erst den 15ten nach der Schweitz nach Zürch hätt es 8 Tage gehen müssen von da nach Marschlins, ehe Dein Bube in Strasbg ankommen wäre warst Du über alle Berge geschweige denn ehe wir beyde die Reise hinaufgemacht
+Zudem hatte ich dringende Angelegenheiten die meine Gegenwart in Weymar nothwendig machten und die Du auch einmal erfahren und Dich drüber freuen sollst. Mach nur daß Du bald wieder nach Europa kommst. Sey brav aber nicht zu verwegen. Vor allen Dingen behalte kaltes Blut und Augenmaaß die Grenzen der Gefahr abzumessen und dann ihrer zu lachen. Gewöhne Deine Soldaten dem Musketenfeuer geschlossen und mit aufgepflanzten Bajonetten entgegenzugehen ihr werdt die Feinde aus der Fassung bringen sie werden schiessen aber nicht treffen. Kommt ihr nah so schießt auch aber zielt nicht zu hoch, in einer Entfernung von 50 Schritt zielt nach dem Bein. Vor allen Dingen marschirt fest und gerade daß die Linie nicht an zu schwanken fängt. Die kreutzenden Feuer sind die besten wenns doch geschossen seyn soll. Im Marschiren schießt gar nicht Könnt ihr den Feind mit Bäumen die halb umgehauen halb noch an den Wurzeln hängen und mit Strömen die ihr an einem Ort dämmen könnt, damit sie am andern austreten aufhalten so thut es. Kehrt euch an die Kanonen nicht die mehr Lärmen machen als Schaden thun verändert eure Bewegungen und eure Märsche beständig so verwirrt und dekontenancirt ihr den Feind. Und seht ihr die Colonisten einmal so sagt ihnen daß sie Narren sind daß sie für eine Freiheit fechten die in der Natur der Englischen Verfassung nicht liegt die nur ein eingeschlichener Mißbrauch ist. Das Unterhaus hat nie Stimme im Parlament gehabt als da die Könige Geld von ihnen brauchten
und den Adel scheeren wollten. Sie hatten nie ein anderes Recht als zu bitten Suppliken einzureichen und das behalten sie ja noch. Wenn der König sie nöthig hat und sie ihm Geld stossen wird er ihnen schon mehr bewilligen.
-Unterdessen gehabt euch wohl und Gottes Schutz walte über euch. Er wird walten über euch.
Und hab ich euch beleidigt verzeyht mir. Der Peter wär auch nur zur Last dort geworden und nach Europa sollt und müßt Ihr wieder zurückkehren mein lieber lieber Lindau.
-mit innigster Wehmuth
+Unterdessen gehabt euch wohl und Gottes Schutz walte über euch. Er wird walten über euch.
Und hab ich euch beleidigt verzeyht mir. Der Peter wär euch nur zur Last dort geworden und nach Europa sollt und müßt ihr wieder zurückkehren mein lieber lieber Lindau.
+mit innigster Wemuth
Lenz
-Macht die Distanzen zwischen euren Divisionen immer grösser und grösser, so sehen sie euch immer für noch einmal soviel an. Ich schike das Geld Deinen Fräulein Schwestern mögen sie damit disponiren oder Lavatern wie Dus befiehlst.
-In der Magna charta von England steht kein Wort vom Unterhause. Nur durch das Geld das sie dem König Eduard stiessen brachten sie es bey ihm dahin
+Macht die Distanzen zwischen euren Divisionen immer grösser und grösser, so sehen sie euch immer für noch einmal soviel an. Ich schike das Geld Deinen Fräulein Schwestern mögen sie damit disponiren oder Lavatern wie Dus befielst.
+In der Magna charta von England steht kein Wort vom Unterhause. Nur durch das Geld das sie dem König Eduard stiessen brachten sie es bey ihm dahin
Auch werden es die Kolonisten nicht lange machen alles rüstet sich wieder sie und das Geld wird ihnen in die Länge auch schon fehlen. Schreibt aus Amerika an mich wenn ihr euren Peter verlangt kann er künftiges Frühjahr ein wenig gescheuter mit den Schiffen zu euch kommen
Greven ist bey euch, grüßt ihn feurig wenn er mich gleich nicht leiden kann.
@@ -2356,14 +2356,15 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
Lieber Lentz,
-alle Deine Briefe hab ich, verstehe sie und spotte Deiner nicht. – Ich habe Bild von der Waldnern, nicht erhalten. Das von Baly – leicht u: schlecht gemahlt – übrigens noch daß ich all Dein Zittern u: Sehnen verstehe u: natürlich finde. Es ist unmöglich, daß ich Dir izt was drüber sage. Es ist Samstag, u: ich kann nicht aufsehn. Das Engelsbild kam erst vorgestern. Hätt’ aber lieber eine bloße Silhouette gehabt. Das muß ein ganz ander Gesicht seyn, in der Wahrheit. Das Bild ist, wie sehr mans kenntlich nennen mag, abscheulich verschwemmt; der große göttliche Umriß so zaghaft unbestimmt herabgepinselt, daß ich über den Mahler recht unwillig wurde – unmöglich ists, Lieber, daß ich Dir das Bild mit der ersten fah Landkutsche zurücksende. Ich habe nur Eines. Dieß laß ich sogleich, so gut, als möglich kopiren. Ich erhielts erst Mittwoch Abends, Donnerstag ließ ichs anfangen. Soll ichs senden das Original, als oder Eigentum. Hats die W. oder geschenkt? Thut nichts, es ist immer Nur daß ich, des Dankens wegen es wiße. Hierauf deutl. bestimmte Antwort.
-Vorläufig werd’ ich ihr schreiben. – Ihr Brief ist recht so im Fürstenstyl – das thut aber nichts. Ihr Gesicht ist tausendmal beßer, als ihr Brief. Die Nase allein ist mehr werth, als tausend andre Gesichter, obwohl auch diese verzeichnet ist.
+alle Deine Briefe hab’ ich, verstehe sie u. spotte Deiner nicht. – Ich habe Bild von der Waldnern, nicht erhalten. Das von Baly – leicht u: schlecht gemahlt – übrigens noch daß ich all Dein Zittern u: Sehnen verstehe u: natürl. finde. Es ist unmöglich, daß ich Dir izt was drüber sage. Es ist Samstag, u: ich kann nicht aufsehn. Das Engelsbild kam erst vorgestern. Hätt’ aber lieber eine bloße Silhouette gehabt. Das muß ein ganz ander Gesicht seyn, in der Wahrheit. Das Bild ist, wie sehr mans kenntlich nennen mag, abscheulich verschwemmt; der große göttliche umriß so zaghaft unbestimmt herabgepinselt, daß ich über den Mahler recht unwillig wurde – unmöglich ists, lieber, daß ich Dir das Bild mit der ersten fah Landkutsche zurücksende. Ich habe nur Eines. Dieß laß ich sogleich, so gut, als möglich kopiren. Ich erhielts erst Mittwochs Abends. Donntags ließ ichs anfangen. Soll ichs senden das Original, als oder Eigenthum. Hats die W. oder geschenkt? Thut nichts, Es ist immer Nur daß ich, des Dankens wegen es wiße. Hierauf deutl. bestimmte Antwort.
+Vorläufig werd’ ich Ihr schreiben. – Ihr Brief ist recht so im Fürstenstyl – das thut aber nichts. Ihr Gesicht ist tausendmal beßer, als Ihr Brief. Die Nase allein ist mehr werth, als tausend andre Gesichter, obwol auch diese verzeichnet ist.
Kayser wünscht zu wissen, wo Du bist. Ich bin ruhig. Er nicht so.
- wird ein herrlicher Mensch
-Alles was ich izt schreiben kann. u: Amen! D 22 Mz 76. L.
+Kaufmann ein herrlicher Mensch
+Alles, was ich izt schreiben kann. u: Amen! D 22 Mz 76. L.
-rn in
+rn
+in
@@ -2375,8 +2376,8 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
D 25 Mertz
-Sagen Sie doch Lentz daß Frl. von Waldner eine Braut ist, mit einem Mann der nicht ganz ihrer werth ist, ohne die feinen Empfindungen die ihren Haupt Character bezeichnen und besser gemacht ein alltags Geschöpf glücklich zu machen wie , ihr Hertz hat ihn auch nicht gewählt, Vernunft und starcke Ursachen die sich nicht sagen lassen, haben die Sache entschieden ich hoffe aber doch sie soll glücklich seyn wann sie will – ich ken dieß ist das Geheimniß das sie Lentz so sehnlich zu wissen verlangte, nun hat er es – es ist H. v. Oberkirch der älteste der ihn sie heurathet, gleich nach Ostern wird sie ihr Glück entscheiden, o es werde vollkommen!! – ich kann Ihnen heute nichts nichts sagen, ich habe keinen
-Augenblick Zeit dazu, doch wollte ich Lentzen den Antheil belohnen den er an meiner Freundin Schicksal nimmt. Versichern Sie ihn meiner Freundschaft Sie wißen daß Sie sie auf ewig haben
+Sagen Sie doch Lentz daß Frl. v. Waldner eine Braut ist, mit einem Mann der nicht gantz ihrer werth ist, ohne die feinen Empfindungen die ihren Haupt Character bezeichnen, u beßer gemacht ein alltags Geschöpf glücklich zu machen wie , ihr Hertz hat ihn auch nicht gewählt, Vernunft u starcke Ursachen die sich nicht sagen laßen, haben die Sache entschieden, ich hoffe aber doch sie soll glücklich seyn wann sie will – ich ken dieß ist das Geheimniß das sie Lentz so sehnlich zu wißen verlangte, nun hat er es – es ist Hl. v. Oberkirch der älteste der ihn sie heurathet, gleich nach Ostern wird sie ihr Glück entscheiden, o es werde vollkommen!! – ich kan Ihnen heute nichts nichts sagen, ich habe keinen
+Augenblick Zeit dazu, doch wollte ich Lentzen den Antheil belohnen ohne den er an meiner Freundin Schicksaal nimmt Versichern Sie ihn meiner Freundschaft Sie wißen daß Sie sie auf ewig haben
Luise
@@ -2385,28 +2386,30 @@ Und doch muß ich meinen Entschluß vor Ihnen verbergen. –
Darmstadt
-Ich will Dir alles sagen Herder! Das Mädchen das die Hauptfigur meiner Soldaten ausmacht, lebt gegenwärtig in der süßen Erwartung ihren Bräutigam, das ein Offizier ist getreu wiederkehren zu sehen. Ob der’s thut oder sie betrügt steht bei Gott. so könnten die Soldaten nicht bald genug bekannt gemacht werden um den Menschen zu zerscheitern oder zu seiner Pflicht vielleicht noch zurück zu peitschen. so könnte vielleicht das Stück ihr ganzes Glück und ihre Ehre verderben, obschon nichts als einige Farben des Details von ihr entlehnt sind und ich das Ganze zusammengelogen habe.
+Ich will Dir alles sagen Herder! Das Mädgen das die Hauptfigur meiner Soldaten ausmacht, lebt gegenwärtig in der süssen Erwartung ihren Bräutigam, das ein Offizier ist getreu wiederkehren zu sehen. Ob der’s thut oder sie betrügt steht bey Gott. so könnten die Soldaten nicht bald genug bekannt gemacht werden um den Menschen zu zerscheitern oder zu seiner Pflicht vielleicht noch zurück zu peitschen. so könnte vielleicht das Stück ihr ganzes Glück und ihre Ehre verderben, obschon nichts als einige Farben des Details von ihr entlehnt sind und ich das Ganze zusammengelogen habe.
Das ist die Bewandniß nun entscheide!
es ist mir Last der Verzweiflung wenn man meine Wolken Goethen auf den Rücken schieben wollte. Er weiß nicht einmal daß ich die gehabt welche zu schreiben. – Ueberhaupt stehe ich allein.
-auf das Paradies wär ich begierig Könnt ichs nicht bekommen Vater Herder?
-Wenigstens müßte gesetzt werden, das Stück wäre von einem gewissen Theobald Steenkerk aus Amsterdamm geschrieben worden, damit wenigstens bey den Stadtwäschern die nichts weiter als Detail drin sehen vor zu großen Unverschämtheiten eine Sperrkegel gelegt würde. Meine Exemplare kommen nicht aus den Händen. Für die Bezahlung danke.
+auf das Paradies wär’ ich begierig könnt ichs nicht bekommen Vater Herder?
+Wenigstens müste gesetzt werden, das Stück wäre von einem gewissen Theobald Steenkerk aus Amsterdamm geschrieben worden, damit wenigstens bey den Stadtwäschern die nichts weiter als Detail drinn sehen vor zu grossen Unverschämtheiten eine Sperrkegel gelegt würde. Meine Exemplare kommen nicht aus den Händen. Für die Bezahlung danke.
nichts von Schicksal hier!
-Solltest Du ein Exemplar der Wolken selber zu Handen bekommen, so halt es unter sieben Siegeln. Sie könnten mir alles verderben was ich thun will kann werde. Deinem Weibe Heil!!!
+Solltest Du ein Exemplar der Wolken selber zu Handen bekommen, so halt es unter sieben Siegeln. Sie könnten mir alles verderben was ich thun will kann werde. – Deinem Weibe Heil!!!
Ich bin auf dem Wege nach Weymar wo ich auch Dich zu
sehen hoffe. Armer Herder mit den verdrüßlichen Schritten die Du durch Koth machen mußt, da Du zum Fliegen Fittige und Bestimmung fühltest. Aber vergiß nicht Liebgen daß wir auch Thiere bleiben und nur Klopstocks Engel und Miltons und Lavaters Engel auf den Sonnenstrahlen reiten. Ich bin stolz darauf Mensch zu seyn.
-Ich hoffe heut beym Geh. Rath Dein und Deines Weibes Angesicht zu schauen und viel mehrers zu eurem Bilde zu sagen. Liebe mir doch den Merck bey dem ich dies schreibe.
+Ich hoffe heut beym Geh. Rath Dein und Deines Weibes Angesicht zu schauen und viel mehrers zu eurem Bilde zu sagen. Liebe mir doch den Merk bey dem ich dies schreibe.
Lenz.
-Probebredigen? lustig genug aber sieh das als eine Farce an, und denk an Coriolan im Candidatenrock. Ulyß gar in Bettlerslumpen. – Küß Deinen Sohn!!!
+Probebredigen? lustig genug aber sieh das als eine Farce an und denk an Coriolan im Candidatenrock. Ulyß gar in Bettlerslumpen. – Küß Deinen Sohn!!!
-Die Wolken nicht eher als nach meinem Tode ans Licht kommen. Es sind wahre Wolken voll Schnee und Hagel die Gott wegwehte. Der Anhang wird Dir besser gefallen, und . –Grüsse Zimmermann.
+Die Wolken nicht eher als nach meinem Tode ans Licht kommen. Es sind wahre Wolken voll Schnee und Hagel die Gott wegwehte. Der Anhang wird Dir besser gefallen und . – Grüsse Zimmermann.
Die Meynungen – sind von mir.
+Außenseite des zum Umschlag gefalteten Bogens, rotes Siegel:
+
Herrn
Herrn Oberkonsistorialrath Herder
in Bückeburg.
diff --git a/data/xml/traditions.xml b/data/xml/traditions.xml
index 29a51e7..59f9132 100644
--- a/data/xml/traditions.xml
+++ b/data/xml/traditions.xml
@@ -915,7 +915,7 @@
- Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, NL Lenz, Bd. 2, (Nr. 236),
+ Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, NL Lenz, Bd. 2 (Nr. 236),
Bl. 64. Lenz machte Station bei Friederike Hesse, daher richtete Luise König den Brief dorthin.