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kleine Anmerkung
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@@ -30,4 +30,5 @@ Als Sekundärquellen sind Roth/JGM beide etwa gleich zuverlässig bzw. unzuverl
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Fn zu Rehberg: Die Publikation ist bedeutsam, weil er 1942 noch Zugang den Beständen der Königsberger Universitätsbibliothek und den Archiven hatte, ihm mithin Materialien zur Verfügung standen, die bald darauf verloren waren. Es gilt jedoch, vorsichtig mit ihr umzugehen, nicht nur wegen seiner antisemitischen Fixation gegen die „verjudeten Berliner“; auch viele Details sind ungenau oder falsch.
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- Die Frage, bis wann die KGPZ existierten, ist nicht so leicht zu beantworten. Kohnen, Zur programmierten „Verhudelung“, S. 1 schreibt, das Blatt sei „bekanntlich vom 3. Februar 1764 bis 1796“ erschienen; S. 16 weiter ohne Belege: Die Zeitung sollte seinen Bankrott und seinen Tod überdauern und wurde von seinen Söhnen, die den Wunsch des Vaters respektieren wollten, bis zum Jahre 1796 unter hohen Verlusten künstlich am Leben gehalten.“ – Rehberg, 108 schreibt von Kanters plänen, die Zeitung 1780 an Hartung zu verkaufen, was sich zerschlug, vor der Leipziger Ostermesse 1781 sei sie aber an Wagner/Dengel verkauft worden (Wagner stieg 1783 aus, Dengel 1787 bankrott). In dem einzigen nach 1772 überlieferten Jg., nämlich 1799, heißt die Zeitung jedenfalls nach wie vor „Königsbergische Gelehrte und Politische Zeitungen, bringt aber im Wesentlichen nur noch politische Nachrichten und Anzeigen; Herausgeber steht nicht dabei, fast alle Buchanzeigen sind aber von Nicolovius’ Buchladen; er war mittlerweile offenbar auch Herausgeber der KGPZ. – – Sehr aufschlussreich in dieser Hinsicht ist Dreher: Der Buchhandel und die Buchhändler zu Königsberg in Preußen im 18. Jahrhundert, S. 197–200 (http://digital.slub-dresden.de/id405271263-18960180/207); ebd., 198 auch ein Zitat der Anzeige der Übernahme in den KGPZ; S. 201 zum Kauf der Kanterschen Zeitung aus der Konkursmasse 1787 an schnell wechselnde Eigentümer, 1789 kauften Kanters Brüder die Zeitung und führten sie bis 1796 weiter (sogar ein Zitat ihres Abschiedsgedicht!) – danach ging die KGPZ wohl irgendwann an Nicolovius; nach 1799 verliert sich die Spur.
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- Warum Hamanns zwei Beiträge vom Winter 1780/81 nicht überliefert sind, ist etwa so unklar wie das Fehlen des Lessing-Drucks. Sie sind jedenfalls im Briefwechsel klar markiert und hätten JC Berens Blatt zur Chronik von Riga (https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Register/Allgemein/b#berens-blatt, vgl. https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/598#211-27) behandelt, außerdem Cless’ Algemeines geistliches Magazin, vgl. (https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Register/Allgemein/c#cless-magazin und https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/614#267-24). Außerdem ist wahrscheinlich eine Bearbeitung Hamanns von Lichtenbergs Artikel über den Zellerfelder Propheten in den KGPZ 1780 erschienen, https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/605#233-11. – Unger, 934 scheint sich zu sehr auf Hamanns Selbstaussage aus dem Fliegenden Brief zu verlassen, er habe ‚in den Jahren 67–80‘ zuweilen Rezensionen und Beilagen für die KGPZ geliefert. Unger hat jedenfalls „im Jahrgang 1780 trotz eifrigsten Suchens nicht die geringste Spur eines Beitrages aus seiner Feder entdecken können“ (S. 934). Und Nadlers Edition von Hamanns KGPZ-Beiträgen endet 1779. – Da die Jahrgänge 1780/81 nicht überliefert sind, sind die Hamann-Texte wohl endgültig verloren. Besonders der Text zu JC Berens hätte einen interessiert; etwa, inwiefern sich die gespannte Beziehung und das selbst nach über zwanzig Jahren nie recht verdaute Zerwürfnis widergespiegelt hätte (vgl. etwa die Enttäuschung in https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/612#265-8). Man hätte Hamanns Auftragsarbeit (von Hartknoch, vgl. https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/598#208-24) außerdem im Kontrast zu Herders Rezension im Merkur lesen können (vgl. https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/600#217-25 und https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/612#261-22).
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- Das sind aber wohl Hamanns letzten Beiträge. Nach der Übernahme der Kanterschen Buchhandlung durch Wagner und Dengel schrieb er keine Beiträge mehr, „weil Wagner die hiesigen Parasiten, welche sich auf 60 belaufen, alle ausgestrichen“ (https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe?id=633#335-31), ihm demnach als gelegentlichem Beiträger den unentgeltlichen Bezug der Zeitung verwehrte, im Gegensatz zum großzügigen Kanter. Zwar bot Wagner ihm, als dem „ersten Anfänger des zeitigen Recensentenunfugs“ (ebd.), wiederum die Übernahme der Redaktion des gelehrten Teils an, Hamann war der den Zeitungen aber längst überdrüssig.
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- Auch den öffentlich und in den KGPZ ausgetragenen Streit der jungen Königsberger Dichter aus der Preußischen Blumenlese bzw. Tempe von 1780/81 kann man gut erwähnen. Im Hintergrund spielt noch immer die Konkurrenz des Kanterschen mit dem Hartungschen Buchladen. Leider nur über Mitteilungen Hamanns an Herder überliefert, der Jg. der KGPZ und die übrigen Zeitungen sind nicht überliefert; vgl. https://dev.hamann-ausgabe.de/HKB/Briefe/611#255-10
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